Keyword: Trekking

Mehr Orange! Ein Plädoyer für die Herbstwanderung

Die Gesichter der Mitmenschen sind ein guter Hinweis welche Jahreszeit sich zur Zeit ausbreitet. Momentan ist die Zeit der sinkenden Mundwinkel. Was bedeutet: Das Tageslicht wird knapp. Aufstehen mutiert zum Aufraffen und die Laune steigt und fällt mit dem Stand der Sonne. Tendenz: Fallend…

Und überhaupt: Wo ist eigentlich dieser Indian Summer? Jedes soziale Netzwerk überflutet einen ja geradezu mit Bildern von ihm. Und ich sitze am Arbeitsplatz und starre aus dem Fenster gegen eine graue Häuserwand. Zeit also dem Herbst auch mal ein paar positive Seiten abzugewinnen. Zeit für etwas mehr Farben. Für Orange, Rot und Gelb. Und Kastanien. Zeit für ein Plädoyer für die Herbstwanderung!

Plädoyer für die Herbstwanderung

Der Herbst in den Städten kann manchmal ganz schön sein. Der Herbst in der Natur ist schön! Auch wenn es das Wetter teilweise nicht ist. Das macht jedoch nur den Schweinehund träger. Schmälert aber nicht das Naturerlebnis.

Wenn 7°C, leichter Nieselregen und Windböen mit einem warmen Wohnzimmer, heißem Tee und der Wolldecke konkurrieren müssen, präferiert der Schweinehund meist Letzteres. Rafft er sich trotzdem auf und schlüpft in Wanderschuhe, Regenjacke und Trekkinghose, ist das Erlebnis meist nicht schlechter als im Sommer.

Der Herbst fügt einfach ein paar Eindrücke mehr hinzu. Blätter knirschen unter den Füßen. Der Waldboden riecht nach feuchtem Laub und Erde. Die Bäume kleiden sich in warmen Erdtönen. Und leichter Regen prasselt auf die Kapuze deiner Jacke.

Gute Laune auch bei Regen

Das mag sich im ersten Moment nicht besonders einladend anhören. Kommst Du aber ein paar Stunden später von einer Tageswanderung bei herbstlichen Wetter wieder nach Hause, ist eines Gewiss: Die Stimmung ist besser als vorher. Egal wie das Wetter war. Der Kopf ist frei und die Mundwinkel wandern automatisch wieder nach oben.

So angenehm das warme Wohnzimmer auch ist: Das hätte es nicht geschafft. Und nach mehreren Stunden aktiver Bewegung an der herbstlichen Luft, kann auch das gemütliche Sofa mehr genossen werden.

Es gibt also keinen Grund die Wanderschuhe vorzeitig in den Winterschlaf zu verbannen. Nicht nur im Sommer sorgt die Natur für gute Laune, Ausgeglichenheit und Entschleunigung. Das vermag sie das ganze Jahr über. Im Herbst vielleicht sogar noch etwas mehr als sonst.

Touristische Magneten wie Drachenfelsen, Brocken oder Zugspitze scheinen seltsamerweise bei bilderbuchfernem Wetter plötzlich all ihren Reiz verloren zu haben. Besucherrekorde werden dann nicht mehr aufgestellt. Gut so! Selfiestickträger, Schönwetterwanderer und Glamping-Freunde sind in die warmen Wohnzimmer dieser Welt geflüchtet. Übrig bleiben die, die auch bei schlechtem Wetter Freude am Draußensein haben. So sind neue sympathische Bekanntschaften nicht ausgeschlossen.

Herbstwanderung Wandern im Herbst
Die Laune durch Regen verderben lassen? Pah!

Herbstwanderung? Och…warum denn? Darum:

Aber die Herbstwanderung bringt nicht nur Ruhe und oft ungeteilte Naturerfahrungen. Es gibt noch viele weitere Vorteile, die das Wandern in der sicherlich meistgehassten Jahreszeit mit sich bringt.

Denn, wenn Du dich auf eine Herbstwanderung begibst, wirst Du…

  • …eine andere Seite der Natur erleben. Spontane Windböen, die unerbittlich am Blätterkleid der Bäume zerren und ihre Beute tosend in den Himmel schleudern demonstrieren die unglaubliche Kraft die in Mutter Natur steckt. Dem Element Wind so unmittelbar ausgesetzt zu sein, ist eine spürbare, aber immer auch akustische Erfahrung. Von der einen auf die andere Sekunde ist er da. Heulend, Tosend, Jammernd, Zischend…Man könnte meinen, der Wind wäre selten gut gelaunt. Einfach klasse sich bei der Herbstwanderung die bunten Blätter um die Ohren wirbeln zu lassen!
  • …durch die tief stehende Sonne viel interessantere Sonnenauf- und untergänge erleben. Außerdem musst Du für sie nicht so früh aufstehen beziehungsweise wach bleiben. Jetzt (Anfang Oktober) geht die Sonne ungefähr um 8 Uhr auf und verschwindet schon um halb 7  hinter dem Horizont. Das solltest Du bei der Planung deiner Tour mit einberechnen.
Herbstwanderung Wandern im Herbst
Tief Sonne – warme Farben

Das gilt natürlich auch für Wanderungen im Winter! Ein paar Artikel habe ich deshalb letztes Jahr auch der kalten Jahreszeit gewidmet:

  • …die Teebeutel nicht mehr umsonst mitschleppen. Der Tee erleichtert mir die Umgewöhnungsphase auf die herbstlichen Temperaturen ungemein. Hände und Inneres werden warm und die Stimmung steigt. Meine 2 Beutel Kräutertee warten schon seit dem April in der Titantasse darauf endlich aufgebrüht zu werden. Geschmack: Kräuterlich!
  • weniger schwitzen. 
  • …weiter sehen können. Die kalte, klare Herbstluft begünstigt die landschaftlichen Weitblicke. Hier im Hochschwarzwald sind dann bei gutem Wetter endlich wieder die Gipfel der Alpen auszumachen! Und das bei einer Entfernung von bis zu 150 Kilometern.
  • …schönere Himmel sehen. Dadurch das die Sonne im Herbst tiefer steht, wird das blaue Licht stärker in der Atmosphäre gestreut. So kommen die warmen Rot- und Orangetöne besser zur Geltung. Der Himmel erscheint türkiser als im Sommer. Meiner Meinung nach das reizvollere Farbenspiel als in der heißen Jahreszeit.
  • …deine Regenbekleidung besser testen können. Ein Dichtigkeitstest der Rucksackregenhülle sollte ebenfalls problemlos zu realisieren sein. Für mich steht noch ein ausführlicher Test meines selbstgenähten Regenkilt auf dem Programm! Der verflixt sonnige Sommer hat mir einfach keine Möglichkeit dazu gelassen.
  • …vielleicht sogar schon den ersten Schnee des Jahres unter den Füßen spüren. Knirsch, Knirsch.

Herbstwanderung Wandern im Herbst

  • …morgentliche Nebenschwaden zwischen den Bergen wabern sehen. Das gibt tolle Motive für Landschaftsfotos.
  • …ein orange, gelb, rotes Farbenmeer zu Gesicht bekommen. In den nordamerikanischen Ländern auch Indian Summer genannt.

Und sollte Dich der Sturm doch einmal dazu zwingen die Wanderschuhe im Schrank zu lassen, gibt es auch andere Möglichkeiten die Freude am Draußensein aufrecht zu erhalten. Solche Tage eignet sich hervorragend, um die Nähmaschine anzuwerfen und die ersten Ausrüstungsgegenstände selber zu machen. Denn Anleitungen dazu gibt es viele.

 

Gehst Du auch auf Herbstwanderung?
Oder sind die Wanderklamotten schon winterfest verstaut?

 

Wrightsocks Coolmesh II Merino: Test der doppellagigen Wandersocken

Auch bevor ich die Wrightsocks Coolmesh II Merino getestet habe war klar: Reibung und Wärme, gepaart mit Feuchtigkeit an den Füße, ist die beste Kombination für die Entstehung von Blasen. Und wie kann diese fiese Kombination wirkungsvoll verhindert werden? Das wusste Großmutter schon: Einfach ein Paar ganz dünne Seidenstrümpfe unter die Wandersocken ziehen! Dadurch wird die Reibung verringert und Feuchtigkeit besser abtransportiert. Was bestenfalls in weniger oder sogar keinen Blasen beim Wandern resultiert.

Das amerikanische Unternehmen “Wrightsocks” hat sich dieses Wissen zueigen gemacht und die dünne extra Lage direkt in die Wandersocke integriert. Mittlerweile verkauft Wrightsocks 6 Millionen Exemplare ihrer doppellagigen Socken pro Jahr weltweit. Also scheint ja etwas dran zu sein, an den Socken aus Burlington in North Carolina.

Deswegen habe ich meine Test-Exemplare der Wrightsocks Coolmesh II Merino die letzten Wochen und Monate vielen Kilometern ausgesetzt und geschaut, wie sich die doppellagigen Socken im Wander-Alltag so schlagen. Ob ein spürbarer Unterschied zu den herkömmlichen Trekkingsocken besteht, werde ich in diesem Wandersocken Test klären. Vorab jedoch erst mal ein paar Details der Socken im kurzen Überblick:

Wrightsocks Coolmesh II Merino Test: Details

Wrightsocks Wandersocken Test: Verarbeitung und Tragegefühl

Die Wrightsocks sind hervorragend verarbeitet und werden in einer simplen Verpackung geliefert. Bei meinen Testexemplaren gab es keine Verarbeitungsmängel zu beklagen und die Merinowolle fühlt sich sehr hochwertig an.

Beim ersten Anziehen schmiegt sich die Wrightsock Coolmesh II Merino Socke schön eng an den Fuß und fühlt sich äußerst angenehm auf der Haut an. Zuerst hatte ich das Gefühl, sie wären eine Nummer zu klein. Dieses Gefühl wurde jedoch nicht bestätigt. Eine anfänglich etwas zu kleine Größe ist vorteilhafter, als in zu großen Socken andauernd störende Falten zu bekommen. Denn Falten im Socken führen schnell zu Druckstellen, aus denen in der Folge Blasen entstehen können.

Wandersocken Test Wrightsocks Coolmesh II Merino
Im Wandersocken Test: Die Wrightsocks Coolmesh II Merino

Einsatzgebiet

Ich habe die Wrightsocks Coolmesh II Merino nun ungefähr 2 Monate im Einsatz und konnte sie bei unterschiedlichsten Bedingungen testen. Dazu zählen unter anderem die 33km lange Tageswanderung entlang der Feuerroute und unsere 9-tägige Fernwanderung über den Querweg Freiburg Bodensee.

Die Etappenlängen bewegten sich zwischen 15 und 33 Kilometern und gewandert bin ich in den Wrightsocks bis zu 10 Stunden am Tag. Das Wetter reichte von strömendem Regen und Gewitter, bis hin zu schönstem Sonnenschein bei 30°C. Optimale Bedingungen also, um zu testen, ob die Wrightsocks ihr Versprechen von blasenfreien Wanderfüßen auch wirklich halten können.

Ihre Haltbarkeit scheint jedenfalls nicht auf höchstem Niveau zu sein. Denn nach den 2 Monaten Einsatz, gab es bei der inneren Lage der Merinosocken Bereiche (im Bild rot markiert), an denen sich das Material allmählich aufgeribbelt hat. Beim Tragen merkt man davon noch nichts, aber die langfristige Haltbarkeit der Socken steht dadurch zumindest in Frage.

Wandersocken Test Wrightsocks Coolmesh II Merino
Erste Abnutzungserscheinungen an der inneren Sockenlage

UPDATE Mai 2017: Die beschädigten Bereiche haben sich mit der Zeit immer weiter ausgeweitet. Mittlerweile sind sie zu richtigen Löchern angewachsen. Im Fußballen-Bereich ist zudem auch die Außensocke nun stark verschlissen. Und das, obwohl ich die Merinosocken nicht mehr hauptsächlich getragen habe. Diesen Verschleiß finde ich nach einem Jahr im Einsatz schon übermäßig stark. Besonders, da der Preis für die Socken mit etwa 20€ pro Paar nicht wirklich als preiswert beschrieben werden kann.

Die weiteren Ergebnisse dieses Wandersocken Test habe ich in der Beantwortung der folgenden drei Fragen zusammengefasst.

Bleiben die Füße trocken?

Einer der Gründe für die Blasenbildung ist Schweiß bzw. Feuchtigkeit an den Füßen. Wird diese zuverlässig vom Fuß abtransportiert, was Wrightsocks von ihren Produkten behauptet, dann kann das Risiko einer Blasenbildung verringert werden.

Ergebnis: Nach 20 km wandern bei Sommerwetter sind die Füße nicht komplett trocken. Das habe ich aber auch gar nicht erwartet. Richtig feucht sind sie aber auch nicht, was angesichts des heißen Wetters eine gute Leistung ist.

Was jedoch auch immer eine große Rolle bei der Entwicklung von Feuchtigkeit an den Füßen spielt, ist die Atmungsaktivität der (Wander-) Schuhe. Und die verwendeten Salewa Wildfire GTX besitzen eine GoreTex Membran, welche nicht wirklich für ihre Atmungsaktivität bekannt ist. Selbst wenn die Wrightsocks die Feuchtigkeit optimal vom Fuß wegtransportieren sollten, kann sie nicht schnell genug aus dem Schuh entweichen und  durchnässt mit der Zeit die Socken von Außen. So jedenfalls meine Theorie.

Um dem vorzubeugen, kann der Einsatz von Wander- oder Trailrunningschuhen ohne wasserdichte Membran Abhilfe schaffen. Ein weiterer Vorteil dieser atmungsaktiven Schuhe: Die Socken und Füße stinken nicht so schnell wie in ihren vermeintlich wasserdichten Geschwistern.

Passend für Deine Ausrüstung:

#

Merino Langarmshirt

Hirschtalgcreme

Hirschtalg Creme

Hüttenschlafsack

Hüttenschlafsack Kunstseide

Wanderstöcke

Trekkingstöcke Wanderstöcke

Werden die Füße gekühlt?

Ein weiterer Vorteil der doppel-lagigen Socken, soll die verringerte Reibungswärme an den Füßen sein. Was eine geringere Wärmeentwicklung im Schuh zur Folge haben soll.

Den direkten Vergleich zu meinen anderen Wandersocken hatte ich natürlich nie. Aber selbst nach der 31 Kilometer langen Etappe in der Wutachschlucht auf dem Querweg hatte ich nicht das Gefühl, dass meine Füße an irgendeinem Zeitpunkt zu warm gewesen sind.

Bei den sommerlichen Etappen habe ich nicht den ständigen Drang verspürt, endlich die Schuhe ausziehen zu müssen. Volle Punkte also in dieser Kategorie!

Wandersocken Test Wrightsocks Coolmesh II Merino

 

Verhindern die Socken Blasen?

Kommen wir nun aber zu der entscheidenden Frage in diesem Wandersocken Test: Verhindern die Wrightsocks Blasen beim Wandern?

Die kurze Antwort: Es kommt drauf an!

Die längere Antwort: Die die Blasenbildung beim Wandern nicht ausschließlich von den Socken, sondern auch den Schuhen und dem Gewicht im Rucksack abhängt, kann man nicht sagen, dass die Wrightsocks dich immer vor Blasen schützen werden. Sie senken aber das Risiko der Blasenbildung.

Nach der 33 Kilometer langen Tageswanderung im Naturpark Rheinland hatte ich sage und schreibe 4 Blasen! Und das, obwohl meine Füße eigentlich nicht dazu neigen. Wenn man sich aber dazu entschließt seine neuen Wanderschuhe auf so einer Monster-Etappe einzulaufen, dann darf man sich auch nicht wundern! Da helfen dann auch keine doppel-lagigen Socken mehr. Bei Kilometer 21 dieser Wanderung hatte ich aber trotz der neuen Wanderschuhe noch keine Blasen. Entweder ein Plus für die Schuhe oder die Wrightsocks.

Auf dem 180 km langen Querweg Freiburg Bodensee hatte ich die Wrightsocks die meiste Zeit an den Füßen und habe trotz teils 31 km langen Etappen keine einzige Blase bekommen. Eingelaufene Wanderschuhe und die doppel-lagigen Wandersocken scheinen da eine gute Kombination zu sein.

Du möchtest mehr über die Entstehung von Blasen und deren effektiver Vermeidung erfahren? Dann empfehle ich Dir diesen Artikel, in welchen ich die Frage Was hilft gegen Blasen ausführlich beantwortet habe.

Fazit des Wandersocken Test der Wrightsocks

Zu jeder Zeit verhindern können die Wrightsocks die Blasen auch nicht. Aber das Risiko der Blasenbildung kann durch sie jedenfalls reduziert werden. Eingelaufene Wanderschuhe und die Wrightsocks als Wandersocken beugen Blasen jedenfalls gut vor. Die Verschleißerscheinungen der Wrightsock Coolmesh II Merino war jedoch beim meinen Exemplaren sehr hoch. Das finde ich angesichts des recht hohen Preises für sehr schade.

Generell sind die Wrightsocks aber gute Wandersocken, die ein tolles Tragegefühl vermitteln, nicht so schnell müffeln und die Wärmebildung im Schuh merklich reduzieren.

Was hältst Du von den Wrightsocks?
Hast Du selbst welche im Gebrauch?

______

Anmerkung*: Ich danke Wrightsocks für die Bereitstellung des Testprodukts. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst! Einige Produkt-Verlinkungen auf dieser Seite sind Affiliate Links für die BergReif eine geringe Provision erhält, falls Du einen dieser Artikel kaufst. Für dich fallen keine Extra-Kosten an. Dies hilft mir bei der Kostendeckung dieses Blogs.

2.000 km zu Fuß – Eine Alpenquerung von Ost nach West

Die letzten 5 Monate wurde fleißig gebrainstormed, geplant, gerechnet und organisiert. Aber jetzt steht das sehr grobe Grundgerüst unseres nächsten Fernwander-Abenteuers fest und ich freue mich riesig Dir in diesem Artikel endlich das erste Mal davon zu erzählen! Es wird nämlich auf eine Alpenquerung von Ost nach West gehen!

Lesetipp: Den Hauptartikel zum Thema Alpenüberquerung zu Fuß findest Du in dem in dieser Box verlinkten Beitrag. Dort stelle ich Dir 10 Routen über die Alpen vor und gebe außerdem viele Tipps, wie deine Tour erfolgreich gelingt. Viel Spaß beim Lesen!

Alpenquerung von Ost nach West

Wie ich genau auf diese Idee gekommen bin weiß ich gar nicht mehr so genau. Manchmal kommen die besten Einfälle nicht plötzlich oder über Nacht, sondern reifen Stück für Stück über einen längeren Zeitraum im Unterbewusstsein heran. So lange bis sie gar sind und sich dann nach und nach in greifbaren und realen Plänen manifestieren. Es war jedenfalls kurz nach Silvester 2015 und die Sehnsucht nach einer erneuten längeren Auszeit fing an in unseren Köpfen zu reifen.

Somit war die einzige Bedingung, die von Anfang an feststand, folgende: Wir wollen wieder weg. Und zwar lange!

Ähnlich wie auf unserer ersten mehrwöchigen Fernwanderung, wollen wir wieder für viele Wochen jeden Morgen den Rucksack schultern und uns vollständig aus dem bekannten Alltag ausklinken. Und das funktioniert für mich erst dann richtig, wenn ich die magische Grenze von 2 Wochen deutlich überschreiten kann. Nur so kann die Zeit Ihre Bedeutung verlieren.

Inspiriert von den großen nordamerikanischen Fernwanderwegen sollen die Füße uns diesmal deutlich weiter tragen, als sie es im Sommer 2014 von München nach Venedig schon getan haben. Genauer: Als sie uns jemals getragen haben!

Dennoch sollen die Alpen aufs Neue der Schauplatz dieses Abenteuers sein. Diesmal aber am liebsten auf unbekannten Wegen, abseits der großen Tourismuszentren, fernab von überfüllten Berghütten und Seilbahnen. Somit fallen die meisten der bekannten europäischen und alpinen Fernwanderwege schon mal weg. Ein Großteil der Nordalpen eigentlich auch. Also entscheiden wir uns, den Start- und Zielort, sowie die gesamte Route weitestgehend selbst festzulegen.

Start im Flachland und Ziel am Meer! Und zwischen drin die Berge. Soweit, so bekannt.

Alpenquerung zu Fuß Wien Nizza

Ziel der Alpenquerung zu Fuß

Aber die Auswahl an tollen und alpennahen Städten als Aus- und Endpunkt ist ziemlich groß und die Entscheidung fällt nicht wirklich leicht. Möglichst viele mir unbekannte Alpenregionen möchte ich gerne erleben und durchwandern. Ich war noch nie im Wallis, oder in den südlichen und westlichen Alpen.

Und diese Gebiete würde ich unter anderem gerne in die künftige Weitwanderung irgendwie integriert bekommen. Idealerweise als Verbindung zwischen zwei Städten, die auch unabhängig von dieser Wanderung lohnenswerte Reiseziele sind.

Nachdem die gesamten Alpen in Kartenform vor mir auf dem Boden ausgebreitet lagen, stach mir eine Stadt am Mittelmeer besonders ins Auge, die sich perfekt als Zielort eignet, wenn unter anderem der südwestliche Alpenbogen durchwandert werden soll:

Nizza!

Die französische Hafenstadt liegt direkt am Mittelmeer und grenzt außerdem an den südlichsten Teil der Alpen – die Seealpen! Damit ist Nizza nach einer langen Fernwanderung das ideale Ziel, um die geschundenen Füße im warmen Mittelmeer zu regenerieren.

Alpenquerung zu Fuß Wien Nizza
Ein tolles Ziel für eine so lange Fernwanderung: Nizza!

Startpunkt der Alpenquerung

Gut, das Ende unserer Fernwanderung ist also schon mal bestimmt. Fehlt “nur” noch der Start- und Ausgangspunkt sowie die vollständige restliche Route durch die Alpenlandschaft. Eine Alpenüberquerung von Nord nach Süd haben wir schon gemacht. Wie wäre es also diesmal mit einer Alpenquerung? Zum Beispiel vom östlichsten Punkt bis zum nahezu südwestlichsten (also Nizza)! Und welche Stadt fällt beim Betrachten der Karte dann sofort ins Auge?

Wien!

Uff…auf einmal wird aus einem Fernsuchtsgefühl immer mehr eine konkrete Idee. Obwohl wir diese beiden Städte erstmal nur als groben Anhaltspunkt festhalten wollen, fängt bei mir sofort schon das Kopfkino sowie die Planung an. Tausend Fragen schwirren in meinem Kopf herum:

Wie groß ist die Entfernung überhaupt zwischen Wien und Nizza? Wie lange werden wir dafür brauchen? Wie bloß den ganzen Spaß bezahlen? Kann man sich überhaupt so lange frei nehmen? Wie kann ich diesen Blog in der Zwischenzeit weiterführen? Zelt oder Hütte ? Schaumstoffisomatte oder doch besser zum aufblasen?

Ziemlich schnell fange ich an mich in unwichtigen Details zu verheddern, ohne überhaupt zu wissen, ob die Tour so wie wir uns das vorstellen überhaupt zur realisieren ist. Nach reiflicher Überlegung, ein paar Zahlenspielen und weiterer reiflicher Überlegung sind wir aber zu dem Schluss gekommen:

Ja, es ist realistisch!

Alpenquerung zu Fuß Wien Nizza Karte
Unsere Start- und Zielpunkte der Alpenquerung zu Fuß

In den kommenden Wochen und Monaten werde ich Dir daher immer mehr von unserer Alpenquerung von Wien nach Nizza erzählen und will daher jetzt nicht schon zuviel vorwegnehmen. Aber das Wichtigste zu dieser Tour in Kürze:

  • Es gilt circa 2.000 Kilometer zu bewältigen geben, wofür wir ersten Schätzungen zufolge zwischen….
  • 3.5 und 4 Monate brauchen werden.
  • Wir werden zu 80 – 90% auf Berghütten zurückgreifen, wollen aber auch viele Nächte im Zelt unter dem Sternenhimmel verbringen.
  • Der geplante Start ist in fast genau einem Jahr, im Mai 2017 (Ich weiß:”Buhhh, noch voll lange hin…”) und …
  • wir sind nicht die ersten die diese Tour in Angriff nehmen werden (Für Interessierte: Hans Turner hat ein tolles Buch* drüber geschrieben!).

So einschüchternd wie diese Zahl 2000 auch ist: Ich kann es überhaupt nicht erwarten endlich den gepackten Rucksack zu schultern und die wenigen Kilogramm des reduzierten Hab und Guts viele Wochen immer auf dem Rücken zu tragen. Neue Landschaften zu entdecken, unbekannte Gipfel zu besteigen und auf einsamen Pfaden den Kopf einmal gründlich zu leeren!

Das soll es fürs erste mit den Informationen gewesen sein! Bald folgt ein weiterer Artikel, der die ganze Fernwanderung noch viel deutlicher und detaillierter beleuchten wird! Dann stelle ich Dir auch die vorläufige Route vor und versuche alle Fragen zu beantworten, die man vorab zu solch einer Wanderung beantworten kann.

Bis dahin!

Verpasse keine Neuigkeiten unseres großen Abenteuers und melde Dich zum BergReif Newsletter an!

Was hältst Du von unseren Plänen der Alpenquerung? Hast Du selbst schon einmal so eine lange Strecke zu Fuß zurück gelegt?

 

PS.: Auch Kathrin von Fräulein Draußen plant eine sehr lange Fernwanderung. Für Sie geht es in 2.000km einmal der Länge nach durch Großbritannien. Hier findest Du ihren Artikel >>

PPS.: Es scheint Fernwandersaison unter den Bloggern zu sein! Denn auch Christof von einfachbewusst.de macht sich auf eine Lange Reise und wandert 3.000 km über den Jakobsweg >>

Die 10 höchsten Alpenhütten

Ich bin lieber oben als unten…ähhh also was ich damit meine: Ich liebe gute Aussicht in den Bergen. Und die findet man normalerweise nur auf den höchsten Alpenhütten oder Gipfeln.

Daher habe ich mich mal auf die Suche begeben, um herauszufinden, wo die höchsten Hütten in den Alpen denn eigentlich stehen, auf welcher Höhe sie dort liegen und wie bzw. ob man dort auch hinauf kommt. Ich habe nur die Berghütten mit in die Liste aufgenommen, die auch für ein paar Monate im Jahr bewirtschaftet werden. Auf welchen man also das typische Hüttenleben genießen kann.

Daher habe ich Selbstversorgerhütten, Biwaks und Notunterkünfte in dieser Aufzählung nicht beachtet. Was dabei heraus gekommen ist, entspricht nicht unbedingt den Zielen einer üblichen Hüttentour und hat eher den Charakter alpiner Gipfelbesteigungen. Meine höchste Übernachtung habe ich 2014 auf dem 3152m hohen Piz Boe in der Capanna Fassa während unserer Alpenüberquerung auf dem Traumpfad München Venedig verbracht.

Fangen wir aber mit Platz 10 der höchsten Alpenhütten an und steigen mit jedem Platz ein paar Meter höher hinaus:

Die 10 höchsten Alpenhütten:

10. Rifugio Guide del Cervino – 3480 m

Alpenhütten Refugio Guide del Cervino
Das Refugio Guide del Cervino ist per Bergbahn erreichbar. Quelle: Wikipedia

Schon die 10. höchste der Alpenhütten in dieser Liste ist höher als so mancher Gipfel. Das 3480 m hohe Refugio Guide del Cervino liegt im Aostatal in den Walliser Alpen. Dort sind die meisten der höchsten Alpenhütten beheimatet, da in dieser Gegend die Alpen dem Himmel am nächsten gewachsen sind.

Das Rifugio kann sogar noch mit einer Bergbahn von Breuil-Cervinia aus erreicht werden. Davon bin ich kein wirklicher Fan, da ich die einsamen Hütten deutlich mehr schätze, als die hochfrequentierten Anlaufstellen der Tagestouristen. Das Rifugio Guide del Cervino wird dennoch ganzjährig bewirtschaftet und bietet 36 Wanderern einen Schlafplatz.

Auf der offiziellen Website der Hütte findest Du weitere Informationen.

9. Dent Blanche Hütte – 3507 m

Alpenhütten Dent-Blanche-Hütte
Die Dent-Blanche Hütte auf 3507 m. Quelle: refuges-montagne.info

Die Dent Blanche (franz: weißer Zahn) Hütte ist eine Berghütte des Schweizer Alpenclubs und liegt im schweizerischen Wallis auf 3507 Metern Höhe. Der Zustieg zu dieser Hütte ist mit 1.700 Höhenmetern ziemlich anspruchsvoll und zeitintensiv (>6h).  Einmal oben angekommen bieten sich viele Gipfelmöglichkeiten an. Als erste ist sicherlich der Namesgeber der Hütte, der Dent Blanche mit seinen 4.357 m ü. M der 16. höchste Berg der Alpen, zu nennen.

Von Mitte Juli bis Mitte September empfängt der Hüttenwirt jeden Sommer Gäste auf der Hütte. Diese müssen sich aber darauf einstellen, dass es dort oben kein fließendes Wasser gibt. Falls Du dich für den Zustieg für Dent Blanche Hütte interessierst, findest Du bei Hikr.org eine kleine Tourenbeschreibung.

8. Rifugio Vioz Mantova – 3.535 m

Alpenhütten Rifugio Vioz
Fantastische Aussicht vom Rifugio Vioz Mantova! Quelle: Rifugiovioz.it

Ursprünglich wurde die erste Hütte kurz unterhalb des Gipfel des Monte Vioz zwischen 1909 und 1911 von der Alpenvereinsektion Halle (Saale) auf 3.535 m erbaut. Heute bietet die im Nationalpark Stilfser Joch im Trentino gelegene Berghütte 57 Personen Schutz. Das Schmelzwasser wird aus dem nahen Gletscher gewonnen, welches in drei 8.000 Liter Tanks gespeichert wird. Über einen großen Generator wird die Hütte mit Strom gespeist.

Die Hütte kann über verschiedene Wege erreicht werden. Häufig wird der Sessellift bis auf eine Höhe von 2.300 Metern genutzt. Von dort erfolgt der längere Aufstieg über mittelschwere Bergwege hinauf zum Rifugio. Abhängig von der Schneelage und den Witterungsbedingungen öffnet das Rifugio Vioz Mantova zwischen Mitte/Ende Juli seine Pforten. Die Übernachtungspreise inkl. Halbpension für Alpenvereinsmitglieder liegen bei 48,00€. Hier findest Du die offizielle Website der Hütte.

7.  Capanna Quintino Sella – 3.585 m

Alpenhütten Capanna Quintino Sella
Bei der Capanna Quintino Sella liegt bis in den Juli hinein Schnee. Quelle: CamptoCamp.org

Mit 142 Schlafplätzen ist die im Jahr 1981 eröffnete Berghütte des CAI für ihre Lage auf 3.585 m erstaunlich groß und besitzt 3 Stockwerke sowie ein separates Winterlager. Die Hütte befindet sich an der italienischen Seite des Monte Rosa Massivs und ist meist der Ausgangspunkt für die Besteigung der Castor Spitze, des Pollux und der Lyskamm Gipfel. Mehr Informationen zu den Aufstiegsmöglichkeiten findest Du auf der offziellen Seite der Hütte.

Dieses Jahr (2016) ist die Hütte vom von 18. Juni bis 11. September geöffnet und wird in dieser Zeit durch die Hüttenwirte bewirtschaftet. Der Zustieg beginnt bei der Bergstation der Seilbahn auf 2680 m und führt zunächst durch recht einfaches Gelände. Gegen Ende wird der Bergweg schwieriger und führt über eine luftige Kammlage hinauf zu Hütte. Durchschnittlich werden 3 – 4 Stunden für den Aufstieg benötigt, welcher mit grandiosen Aussichten auf die umliegenden Gipfel belohnt wird.

Du interessierst Dich für Hüttentouren?

Dann findest Du in diesen folgenden Beträge weitere interessante Informationen:

6.  Rifugio Marco e Rosa – 3609 m

Alpenhütten Rifugio Marco e Rosa
Das 3.609 m hohe Rifugio Marco e Rosa im Abendlicht. Quelle: rifugi-lombardia.it

Die moderne Marco e Rosa Hütte liegt in der Lombardei auf der italienischen Seite des Berninamassivs. Die heutige Hütte wurde 2003 eröffnet und bietet 48 Schlafplätze für die Bergsteiger auf 3609 Metern an. Sie ist der Ausgangspunkt für die Besteigung des 4.049m hohen Piz Bernina. Neben einer Bewirtschaftung und einem Sateliten-Internetempfang bietet die Alpenhütte den Gästen den Luxus von warmen Wasser!

Für Bergsteiger und Wanderer ist die Hütte vom 1. Juli bis zum 20. September geöffnet. Im April und Mai bietet sie außerdem Zuflucht für Skitourengeher. Der Zugang zur Hütte ist recht anspruchsvoll und beinhaltet bergsteigerische Schwierigkeiten bis zum III Grad und schwierige vereiste Kämme oder Hänge (Quelle). Erreicht werden kann sie innerhalb von 3-4 Stunden von der Marinelli-Bombardieri Hütte.

5.  Refuge des Cosmiques – 3613 m

Alpenhütten Refuge de Cosmiques
Das 3613 m hochgelegene Refugio des Cosmiques. Quelle: Wikipedia

Das auf 3613 Metern Höhe gelegene Refuge des Cosmiques liegt oberhalb des Ortes Charmonix auf einer Eis- und Felskuppe. Es ist ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zum Gipfel des Mont Blanc du Tacul. Trotz der großen Höhe wird die Schutzhütte von Mitte Februar bis Mitte Oktober bewirtschaftet und bietet mit 148 Betten einer großen Anzahl an Bergsteigern Unterkunft.

Alpenhütten Refugio des Cosmiques. Quelle: Wikipedia
Wunderbare Aussicht vom Refugio des Cosmiques. Quelle: Wikipedia

Der Name der Hütte leitet sich von den Forschungen zur kosmischen Strahlung ab, die vor vielen Jahrzehnten auf dem Refugium durchgeführt worden sind. Der Abstieg (ja, ABstieg) zur Hütte kann in 45 Minuten von der Bergstation der Seilbahn vom Aiguille du Midi (3842 m) bewältigt werden. Alle anderen Wege zur Hütte sind äußerst anstrengend und herausfordernd.

4. Capanna Giovanni Gnifetti – 3647 m

Alpenhütten Capanna Gnifetti
Schon von der Capanna Gnifetti hat man als Bergsteiger ein tolles Panorama vor sich. Quelle: Wikipedia

Die Capanna Giovanni Gnifetti ist eine Berghütte des Club Alpino Italiano, welche sich ebenfalls im Monte Rosa Massiv befindet und dort auf der Südseite. Mit 176 Betten ist sie eine überraschend große Unterkunft und bietet den Bergsteiger einen Schlafplatz die Richtung Dufourspitze strömen.

Die Gnifetti Hütte wird von Mitte März bis Anfang Mai für Skitourengeher, sowie von Mitte Juni bis Mitte September für die Sommer Touristen bewirtschaftet. Interessanterweise ist diese, mit 3647 m. ü. NHN schon sehr hohe Schutzhütte, nur der Ausgangspunkt für den Platz 1 unter den höchsten Alpenhütten!

3. Mönchsjochhütte – 3657 m

Alpenhütten Mönchsjochhütte
Auf Stelzen in den Fels gebaut: Die Mönchsjochhütte. Quelle: Wikipedia

Die Mönchsjochhütte ist auf 3657 Metern die höchste bewirtschaftete Hütte der Schweiz. Sie liegt am Fuße des Mönchs und ist in einer Stunde vom Jungfraujoch aus zu erreichen. Der schnellste Weg ist laut der offiziellen Website der Hütte relativ problemlos zu bewältigen, da der Zustieg über einen schneebedeckten jedoch präperierten Gletscher führt, welcher mit Markierungen und Gefahrenhinweisen versehen ist.

Durch die gute Erreichbarkeit auch in den schneereicheren Monaten, ist die Hütte von Mitte März bis Ende Oktober bewirtschaftet. Die bekannten Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau sind von der Hütte aus gut in einer Tagestour zu besteigen.

Passend für Deine Ausrüstung:

GoreTex Jacke

GoreTex Hardshelljacke

Erste-Hilfe-Set Wandern GR 221

Erste-Hilfe-Set komplett

Hüttenschlafsack

Hüttenschlafsack Kunstseide

Biwaksack

Notfall Biwaksack

2. Refuge du Gouter – 3.835 m

Alpenhütten Refuge de Gouter
Der raumschiffartige Bau des Refuge de Gouter. Quelle: CamptoCamp.org

Der futuristisch anmutende Bau des Refuge de Gouter liegt auf 3.835 m in den Savoyer Alpen. Im Sommer 2013 wurde der heutige Bau eröffnet, da die alte Hütte wegen nicht mehr zeitgemäßer Technik in den Ruhestand geschickt wurde.

Der Zustieg zur neuen Hütte soll technisch keine große Herausforderung sein, hat aber dennoch seit 1990 74 (!) Tote und 180 Verletzte gefordert. Grund dafür ist die extrem hohe Steinschlaggefahr. Das Refuge de Gouter beherbergt 120 Menschen von Anfang Juni bis Ende September.

1. Capanna Regina Margerita – 4554 m

höchste Alpenhütten Capanna Regina Margherita
Aussicht so weit das Auge reicht! Quelle: Alagna.it

Und die höchste aller Alpenhütten ist….*Trommelwirbel*…die Capanna Regina Margherita auf einer unglaublichen Höhe von 4554 m. ü. NHN! Damit übertrumpft das höchste Gebäude Europas die 9. höchste Hütte in den Alpen – das Refugio Vioz Mantova – um mehr als 1000 Höhenmeter. Damit ist sie außerdem die einzige bewirtschaftete Hütte in Alpen, die über der Grenze von 4.000 Metern errichtet wurde. Sie thront auf dem Gipfel der Signalkuppe in den Walliser Alpen und steht damit in direkter Nachbarschaft zur Dufourspitze, welche mit 4.634 m. ü. NHN. der höchste Gipfel der Schweiz und der zweit höchste Berg der gesamten Alpen ist.

In der Hochsaison finden bis zu 70 Bergsteiger in der Capanna Regina Margherita einen Schlafplatz. Diese müssen dann aber auf jeglichen Luxus verzichten. Geöffnet hat die Hütte vom Sommer von Mitte Juni bis Mitte September. Dazwischen steht ein Winterraum mit 12 Betten den Abenteuerlustigen zu Verfügung. Neben dem Hüttenbetrieb werden in der Margheritahütte von einigen Universitäten auch Forschungen zur Höhenphysiologie durchgeführt.

Der Aufstieg zur Capanna Margherita ist nicht ganz ohne und verlangt neben der richtigen Hochtourenausrüstung und hochalpinen Fertigkeiten auch nach einer angemessenen Akklimatisierung. Der DAV hat eine 2 – 3 tägige Tour über das Rifugio Gnifetti in diesem PDF-Dokument beschrieben.

Die höchsten Berge der Alpen

David von YourDailyMilk hat eine schöne Zusammenstellung mit eindrucksvollen Bildern der höchsten Berge Europas in einem Artikel verfasst. Und welcher Berg nun wirklich als Sieger hervorgeht hängt tatsächlich von einer Definitionssache ab.

Auf welchen hohen Alpenhütten warst Du bisher? Schreibe es in die Kommentare!

5 bildgewaltige und kostenlose Outdoor Filme für trübe Wintertage

Regen. Nichts als Regen und graue Wolken ziehen vor meinem Fenster vorbei. Wenn es doch wenigstens schneien würde…Der Winter zeigt sich jedoch gerade nicht von seiner Schokoladenseite. So habe ich momentan leider relativ wenig Ansporn nach der Arbeit noch nach draußen zu gehen und (Micro-)Adventures hinterher zu jagen.

An solchen Tagen mache ich es mir lieber auf der Couch gemütlich und lasse mich von den Abenteuern andere Outdoorfreunde in traumhafte Landschaften und ferne Länder versetzen. Ob die Outdoor Filme dabei professionelle Produktionen oder gut gemachte GoPro Zusammenschnitte von spannenden Touren sind, ist mir völlig wurscht! Hauptsache die Emotionen, Landschaften und Abenteuer kommen authentisch auf den Bildschirm.

Im letzten Sommer habe ich schon einmal einen ähnlichen Artikel verfasst. In diesem ging es jedoch speziell um Filme über das WeitwandernHeute erweitere ich meine Auswahl auf die Kategorie der Outdoor Filme. Ausgewählt habe ich die 5 folgenden Videos nach der freien Vorgabe:

“Berge, Wandern, Trekking und/oder Bergsteigen”

Dabei ist das Himalaja-Gebirge in 2 der 5 Filme vertreten. Die höchsten Berge der Welt haben seit kurzem eine besondere Anziehungskraft auf mich. Diese ewig schneebedeckten und vergletscherten 8000er sind unglaublich eindrucksvoll und lassen die Alpen fast wie ein Mittelgebirge aussehen. Gepaart mit strahlend blauen Himmel sind sie die perfekte Kulisse für spannende Bergtouren.

Ich hoffe ja, dass ich es in naher Zukunft mal nach Nepal auf den Annapurna Circuit schaffe! Bis es so weit ist, befeuere ich meine Wanderlust einfach weiter mit den folgenden Filmen:

5 kostenlose Outdoor Filme

1. The High Pass: Trekking the Annapurna Circuit in Nepal

Spieldauer: ~ 28min
Kategorie: Trekking

In diesem 28 minütigem Video, kannst Du Jeff Pelletier und seine Partnerin auf ihrer Wanderung über den Annapurna Circuit in Nepal begleiten. Die Beiden haben sich im Dezember 2013 auf den 210 km langen Fernwanderweg begeben und ihn in circa 3 Wochen bewältigt. Der Weg führt sie durch gigantische Gebirgslandschaften stetig hinauf bis zum 5.410 m hohen Thorung La Pass, an dem 2014 viele Wanderer bei einem plötzlichen Wintereinbruch verunglückten.

Das fantastische Videomaterial zeigt die Annapurna-Region im Himalaja von seiner Schokoladenseiten und brachte mich überhaupt erst auf die Idee, diese Gegend ebenfalls auf meinen Trekking- und Wander-Wunschzettel einzutragen.

The High Pass: Trekking the Annapurna Circuit in Nepal

2. The Road from Karakol

Spieldauer: ~ 25min
Kategorie: Radtour extrem, Bergsteigen

Das Vorschaubild des Films “The Road to Karakol” beschreibt den Protagonisten und Outdoor Research Athleten Kyle Dempster ziemlich treffen. Wenn man in Kirgistan mit dem Fahrrad 2 Monate und 1200km durch Steppen, braune Flüsse und über schlechteste “Straßen” fährt, dann muss man schon etwas verrückt sein. Nebenbei ist es sein erklärtes Ziel, am Wegesrand einige Schmankerl und Erstbesteigungen mitzunehmen. Daher zieht er einen großen Teil seiner Ausrüstung in einem einrädigen Fahrradanhänger hinter sich her.

Meine persönliche Traumtour sieht zwar etwas anders aus, aber The Road from Karakol ist ein absolut sehenswerter Outdoor Film, der die Emotionen und das Abenteuer von Kyle ehrlich und ungeschminkt auf den Bildschirm bringt.

Traurige Anmerkung: Am 22. August 2016 verschollen Kyle Dempster und sein Kletterpartner Scott Adamson an der Nordwand des 6980 Meter hohen Ogre II im besagten Karakorum-Gebirge. Nach ausgedehnter Rettungsaktion wurde die Suche wegen Aussichtlosigkeit in Absprache mit den Angehörigen Anfang September abgebrochen. 

Passend für den Winter:

Thermo Wandersocken

Thermo Wandersocken

Fleece Pullover

Jack Wolfskin Fleece Pullover

Thermo Unterwäsche

Thermo Unterwäsche

Merino Unterwäsche

Merino Ski Unterwäsche

3. South Face Annapurna (Extended)

Spieldauer: ~ 27min
Kategorie: Bergsteigen im Himalaya

Die Annapurna im Himalaja ist mit 8.091 m der 10. höchsten Berg der Erde. Gleichzeitig ist er auch der seltenst bestiegene Achttausender, gilt er doch als einer der gefährlichsten Berge überhaupt. In einer 2-monatigen Expedition versucht ein franzöisch/schweizerisches Team die Südwand des mächtigen Berges  zu erklimmen. Sie geraten aber aufgrund von Schneefällen und Lawinenabgängen immer wieder an ihre Grenzen, was die Besteigung extrem erschwert.

Dieser Film zeigt die Strapazen und Herausforderungen der Bergsteiger in sehr interessanter Art und Weise. Es bleibt bis zu Schluss spannend, ob der Gipfel überhaupt erreicht werden kann.

Rolex presents: South Face Annapurna (Extended)

4. Only the Essential: Pacific Crest Trail Documentary

Spieldauer: ~ 40min
Kategorie: Trekking

Die amerikanischen Long-Distance-Hikes üben irgendwie eine starke Anziehung auf mich aus. Erlaubtes Wildcampen, einsame wenngleich atemberaubende Landschaften und die Möglichkeit dem Alltag bis zu 6 Monate zu entfliehen. Allesamt Zutaten für den perfekten Fernwanderweg!

Und der bekannteste unter den Fernwanderugen ist sicherlich der Pacific Crest Trail. Auch wenn ich schon einige Filme zu diesem Weg in einem vorherigen Beitrag empfohlen habe, so ist der Folgende dennoch ein ganz besonderes Schmankerl!

“Only the Essentials” wurde im letzten Jahr mit Filmpreisen überschüttet und das zurecht wie ich finde! Guckst Du hier:

Only the Essential: Pacific Crest Trail Documentary

5. Distant North: Hiking the Kungsleden

Der nördliche Abschnitt des Kungsleden ist ein 440 Kilometer langer Fernwanderweg in Schweden.  Dieser Teil des “Königsweges” führt von Abisko bis nach Hermavan. Den dokumentarischen Film von Theo und Bee wurde erst diesen Sommer veröffentlicht und zeigt ihren 30-tägigen Weg durch Nordschweden.

Besonders interessant ist der ungewöhnliche späte Startzeitpunkt der beiden. Erst im September machen sich die beiden (Anfangs noch zu viert) mit einer Menge Gepäck im Rucksack auf den langen Weg. Das führt besonders auf den letzten Etappen zu winterlichen Schwierigkeiten.

Der knapp 59 minütige Film ist überaus kurzweilig und sehr gelungen:

Distant North - Hiking the Kungsleden | Full Documentary

 Wie haben Dir die Filme gefallen?
Kennst Du noch weitere tolle Outdoor Filme?

Schlechtwettertage beim Wandern – Wie gehst Du damit um?

Ich kann nicht mehr genau sagen, ob es noch Regen oder schon Schnee ist. Kalt genug für Schnee ist es bestimmt. Null Grad mindestens. Die Sicht lässt einiges zu wünschen übrig. Mehr als 20 Meter sind vom Weg nicht mehr zu erkennen, der Nebel ist einfach zu dicht.

Und je weiter wir aufsteigen, desto stärker wird der Wind, welcher uns horizontal den Schneeregen ins Gesicht bläst. Es ist schwierig das Gleichgewicht auf den rutschigen Steinen zu halten. Immer wieder muss ich mich mit den klitschnassen Handschuhen an den Felsen festhalten um nicht wegzurutschen.

Aber weit kann es ja nicht mehr sein bis wir den höchsten Punkt dieser Etappe – das Naviser Jöchl – erreicht haben. In steilen Spitzkehren zieht sich der Weg nach oben. Nach jeder Kurve denke ich “gleich haben wir es endlich geschafft!”, aber der Aufstieg will einfach nicht enden. Claudia geht vor mir und ruft plötzlich, dass sie das Gipfelkreuz sehen kann. Endlich die Motivationsspritze die ich so dringend gebraucht habe! 2 Minuten später kommt die Ernüchterung – Nicht der Gipfel, sondern lediglich ein kleiner Schrein mit einem hölzernen, vermoosten Kruzifix. Fluchend geht es weiter.

Der Schweiß rinnt mir die Stirn herunter, das Atmen fällt langsam schwerer und die Schritte werden kleiner. Auf 2.600 m merkt man die dünne Luft so allmählich. Von den traumhaften Aussichten und der grandiosen Landschaft die der Wanderführer auf dieser Etappe versprochen hatte, waren wir sehr weit entfernt. Es wechseln sich lediglich zwei Gedanken im Kopf gegenseitig ab – “Bloß nicht ausrutschen” und “es gibt die nächsten 4 Stunden keine Möglichkeit sich irgendwo unterzustellen, eine Pause zu machen und dem Regen und eisigen Wind zu entkommen”.

In solchen Momenten stellt man sich die Frage: Warum mache ich das Ganze hier überhaut? Warum habe ich mich auf diese Fernwanderung eingelassen und wandere 550km über die Alpen auf dem Traumpfad München Venedig?

Zur Information:

Im Sommer 2014 haben meine Freundin und ich uns auf den langen Weg von München nach Venedig gemacht und auf dem Traumpfad dabei über 550 km zurückgelegt. Die Fernwanderung hat uns in 34 Tagen von den bayrischen Voralpen, durch das Karwendel, die Dolomiten und viele andere Alpenregionen bis ans Mittelmeer nach Venedig geführt.

Traumpfad München Venedig wandern

In solchen Momenten finden sich auf diese Fragen keine Antworten, die man nach einer guten Mütze Schlaf immer noch so geben würde. Das einzige, was sich in diesem Momenten bei mir bewährt hat ist: Einfach weitergehen und den Kopf so gut es geht abschalten.

So sehr man diese Momente verflucht und sich einfach ein warmes Bett wünscht, so wichtig finde ich sie trotzdem für das gesamte Abenteuer einer Wanderung. Wenn Du anschließend trocken und aufgewärmt in der Hütte sitzt, sieht die Welt wieder ganz anders aus und man ist stolz auf die vollbrachte Leistung. Denn selbst mit dem Wissen meiner kleinen Wetterkunde, hätte wir diesen regnerischen Tag nicht vermeiden können.

Meine Frage an dich: Wie gehst Du mit miesem Wetter und schlechter Laune beim Wandern um? Was war deine besch****te Wanderung?

Schreib es einfach in die Kommentare.

Zelten im Winter – So bleibst Du selbst bei Minusgraden schön warm im Schlafsack!

Im Winter heißt es für die meisten: Die Trekking- und Wandersaison ist beendet. Aber warum denn eigentlich? Nur weil es kalt wird? Denn einige Wanderwege sind auch bei Schnee noch gut begehbar. Auch Zelten im Winter ist ebenfalls möglich! Wild Zelten und Wildcampen wird mangels des natürlichen Sichtschutzes der Blätter zwar etwas einsichtiger. Abhalten sollte uns das dennoch nicht, die Natur mit einer Übernachtung im Freien auch während der kalten Jahreszeiten zu genießen.

Stichwort Genießen. Bei Minus 5 Grad im Zelt fällt dieses Wort wahrscheinlich nur den wenigsten ein. Aber mit der richtigen Ausrüstung und Technik wird das Zelten im Winter deutlich angenehmer. Ein zentraler Gegenstand ist dabei neben dem wintertauglichen Zelt, auch die passende Schlafsack und Isomatten Kombination.

Noch eine kleine Anmerkung zu Beginn: Einige der Tipps gelten auch für die übrigen Jahreszeiten. Denn auch im Sommer kann es sehr kalte Nächte geben. Je nachdem wo Du dich gerade befindest.

Tipps für das Zelten im Winter:

Das richtige Zelt wählen

Die wichtigste Eigenschaft eines Zelt oder Tarp im Winter ist die Widerstandsfähigkeit gegen Schneelasten. Auch wenn es nicht bei jeder Wintercamping Tour schneien wird, ist die Wahrscheinlichkeit doch vor allem in höheren Lagen recht hoch. Damit die mobile Behausung nachts nicht unter der fallenden Schneelast zusammenbricht, ist die richtige Zelt-Konstruktion entscheidend.

Dennoch muss es für das Zelten im Winter nicht zwingend das schwere Geodät-Expeditionszelt sein. Robuste und leichte Pyramiden Zelte bieten Schnee wenig Angriffsfläche und trotzen zudem auch kräftigen Winden. Vorausgesetzt, sie sind mit den passenden Heringen im Boden oder Schnee verankert. Besonders bei hart gefrorenen Untergründen, sind sehr stabile Heringe, die auch einigen Schlägen mit Steinen standhalten, von Vorteil.

Gute Erfahrungen habe ich mit den Y-förmigen Modellen gemacht. Die gibt es von MSR sowie auch in recht guter Qualität bei Drittherstellern. Bei alpinen Schneeschuh- oder Tourenskiwanderungen sollte eine Lawinenschaufel zusätzlich im Gepäck sein. Diese kann dann beim Zeltaufbau gute Dienste leisten, wenn das Zelt etwas im Schnee versenkt werden soll.

Beliebte und leichte Winterzelte:

MSR Access 1

MSR Access 1

MSR Access 2

MSR Access 2

Nigor WickiUp 3

Nigor WickiUp 3

Nemo Apollo 3

Nemo Apollo 3

Neben der Schneestabilität ist auch genügend Platz im Zeltinneren im Winter ein wichtiger Faktor. Denn in der frostigen Jahreszeit nimmt man temperaturbedingt mehr und dickere Ausrüstung mit als im Sommer.

Wichtig bei Schneeheringen und Schneeankern: Bevor die Zeltleinen an die Heringe gespannt werden, sollte sichergestellt werden, dass diese auch fest im Schnee sitzen. Nach dem festtreten des Schnees um den Hering, noch etwas warten, bis sich dieser verfestigt hat. Als zusätzliche Stabilisierung können auch noch Steine um und auf die Heringe geschichtet werden.

Den passenden Zeltplatz finden

Beim Zelten im Winter ist die Wahl des Zeltplatzes vielleicht noch ein bisschen entscheidender als in den übrigen 3-Jahreszeiten. Als erstes gilt es natürliche Gefahren wie beispielsweise nahgelegene Lawinenhänge zu meiden. Tiefe Schluchten, steile Schneehänge oder Stellen mit starken Schneeverwehungen sollten also gemieden werden.

In lokalen Senken liegen die Temperaturen häufig am niedrigsten, daher sind diese ebenfalls zu meiden. Windgeschützte Stellen hinter großen Felsen sind eine gute Wahl. Während der Wald generell ebenfalls guten Schutz vor Wind und Witterung bietet, ist im Winter Vorsicht angebracht. Großen Schneelasten können die Äste nicht immer standhalten und brechen ab. Idealer sind somit etwas freiere Lichtungen.

Generell gelten aber auch im Winter viele der Tipps für die Zeltplatzwahl im Sommer.

Zelten im Winter Outdoor Blog

Gut isolierende Isomatte beim Zelten im Winter

Genauso wichtig wie ein guter Schlafsack beim Zelten im Winter, ist eine gut isolierende Isomatte. Denn sehr viel Wärme geht über den Boden auf dem wir liegen verloren. Die dünne Lage an Zeltboden schirmt die Wärme unseres Körpers kaum ab. Daher brauchen wir besonders im Winter eine vernünftig isolierende Isomatte.

Aber wie misst man denn Isolationsleistung?

Die Isolationsleistung von Isomatten wird mit dem Wärmedurchgangswiderstand charakterisiert1. Vereinfachend R-Wert genannt. Je größer der R-Wert, desto besser isoliert die Isomatte gegen den kalten Boden von unten. Meine geliebte und ultraleichte Therm-A-Rest NeoAir x-Lite hat einen R-Wert von 3.2 und ist daher leider nur bedingt für das Zelten im Winter geeignet. Für das Wintercamping sind R-Werte oberhalb von 4 daher deutlich besser.

Zelten im Winter Therm a Rest NeoAir xTherm
Ultraleichte Isomatte fürs Zelten im Winter. Die Therm a Rest NeoAir xTherm

Wenn Du ultraleicht im Winter unterwegs sein möchtest, dann schau dir die Therm-A-Rest NeoAir XTherm* mal genauer an. Sie ist zwar nicht billig, aber hat mit einem R-Wert von 5.7 genügend Reserven auch für die ganz kalten Nächte. Und mit 430g ist sie dabei immer noch sehr leicht!

Wenn Du aber schon eine gute 3-Jahreszeiten Isomatte besitzt, musst Du Dir nicht unbedingt ein weiteres Exemplar anschaffen. Da sich nämlich die R-Werte von übereinander gestapelten Isomatten addieren, kannst Du auch eine dünne EVA-Matte unter deine aufblasbare Isomatte legen. Eine circa 0,5 cm dicke EVA-Matte erhöht den Wärmedurchgangswiderstand um etwa 1,62 R-Wert Punkte2

Um Gewicht zu sparen, kannst Du diese Schaumstoffmatte einfach auf das gewünschte Maß zuschneiden. So bekommst Du ein sehr variables Isomatten-Setup, welches auch gut für den Winter geeignet ist.

Merke: Die R-Werte von Isomatten addieren sich, wenn diese übereinander liegen. So kann aus zwei Sommermatten ein wintertauglicher Isomatten-Verbund entstehen.

Verwende keinen zu großen Schlafsack!

Der Schlafsack sollte gut auf deine Körperform zugeschnitten sein und nicht zu groß ausfallen. Denn wenn Du in einem zu großen Schlafsack liegst, hast Du einige Bereiche mit viel Luft um deinen Körper. Diese Luft versucht der Körper zu erwärmen und verliert somit an Energie und Körperwärme. Deshalb besorg dir immer einen gut passenden Schlafsack.

Von einigen Outdoorherstellern gibt es für Frauen spezielle Schlafsäcke*, die an die unterschiedlichen Körperformen des weiblichen Geschlechts angepasst sind. Da Frauen auch schneller zum frieren neigen, sind diese außerdem etwas dicker gefüttert.

Wenn Du schon einen guten Schlafsack besitzt, dieser aber leider etwas zu groß ist, dann kannst Du Dir mit einem Trick behelfen. Um die Hohlräume zu minimieren stopfe deine Wechselwäsche und andere Bekleidung, die Du nicht am Körper trägst, in die Zwischenräume. So verkleinerst Du das Luftvolumen im Schlafsack und kühlst nicht so schnell aus.

Wichtig ist jedoch, dass Du im Schlafsack nicht mit deinen Füßen am Ende anstößt. Dann ist der Schlafsack nämlich zu klein und deine Füße kühlen an den Kontaktstellen deutlich schneller aus.

Dein Schlafsack deckt den winterlichen Temperaturbereich nicht ganz ab? Dann wende einfach das Zwiebelprinzip im Schlafsack an. Du kannst beispielsweise als zusätzliche Schicht eine ultraleichte Daunenjacke oder Primaloft Jacke Nachts im Schlafsack tragen, um warm genug zu bleiben. Einen leichten Sommerschlafsack kannst Du so bei -15°C trotzdem nicht zum Winterschlafsack umfunktionieren.

Anmerkung zur Schlafsack-Wahl: Daune* vs Kunstfaser*:

Bei gleiche Wärmeleistung ist ein ultraleichter Schlafsack mit Daunenfüllung deutlich leichter gegenüber dem Kunstfaser Pendant. Außerdem lässt sich das Daunenprodukt besser komprimieren und fühlt sich meiner persönlichen Meinung nach erheblich angenehmer auf der Haut an. Jedoch sind Daunenschlafsäcke teurer als Kunstfaserschlafsäcke. Der größte Nachteil besteht aber in der extrem nachlassenden Wärmeleistung im nassen Zustand.

Kunstfaser-Exemplare wärmen wenn sie nass sind noch mit circa 70% 3 , Daunen jedoch kaum noch! Daher ist es wichtig, einen Daunenschlafsack immer so trocken wie möglich zu halten und ihn nach dem Schlafen (wenn möglich) mindestens eine halbe Stunden an der frischen Luft auslüften zu lassen.

Eine gute Übersicht über verschiedene ultraleichte Schlafsäcke findest Du in diesem Artikel.

Geh vor dem Schlafen aufs Klo

Gerade beim Zelten im Winter gibt es gute Gründe vor dem schlafengehen unnötigen Ballast loszuwerden. Denn ich kann mir Schöneres vorstellen, als mitten in der Nacht aus dem warmen Schlafsack in die eisige Nacht hinaus zu tapsen, um mein Geschäft zu verrichten. Des Weitern habe ich den Schlaf mit voller Blase als sehr unangenehm in Erinnerung.

“Vielleicht kann ich doch bis zum Morgengrauen aushalten…”. Aber ich konnte es nie.

Das aber der Körper viel Energie zum Warmhalten der Blase braucht, ist ein Mythos, dem ich selbst erlegen bin. Im Sinne der Energieerhaltung lässt dich auch eine volle Blase nicht schneller frieren. Es sei denn Du fühlst dich doch gezwungen dein Zelt zu verlassen…

Gesättigt ins Zelt

Wenn Du hungrig ins Bett gehst, dann hat dein Körper in der Nacht nicht genügend Energiereserven, um Dich angenehm warm zu halten. Erwiesenermaßen friert man im hungrigen Zustand schneller. Wenn dir also der Magen knurrt, dann höre auf ihn und iss eine ordentliche Portion.

Gut bei kalten Nächten ist energiereiche Trekkingnahrung, aber auch Nüsse und Schokolade sind willkommene Energiebomben. Wie ich in meinen kürzlich veröffentlichten Tipps gegen Kälte geschrieben habe, sind scharfe Gewürze im Essen bzw. im Tee ebenfalls sehr effektiv, um sich nachts warm zu halten. Gewürze wie Ingwer, Chili usw. regen den Kreislauf nochmal so richtig an. So gelangt das warme Blut besser in alle Extremitäten.

Für die ultraleichten Trekker habe ich einen Artikel mit Outdoor Rezepten zusammen gestellt, die sich auch im Winter schnell und einfach zubereiten lassen. Ohne dabei deinen Rucksack mit vielen Kilos zu beschweren.

Outdoor Rezepte Trekkingnahrung Zelten im Winter
Ausreichend zu Essen ist besonders beim Zelten im Winter wichtig!

Lange Unterwäsche anziehen

Klingt sehr einfach und ist auch genauso effektiv. Denn im Schlafsack können wir genauso das Zwiebelprinzip anwenden, wie sonst in jeder Situation auch. Lange Merino Unterwäsche oder funktionelle Skiunterwäsche ist als untere Basisschicht gut geeignet. Darüberhinaus kannst Du dann je nach Temperatur und persönlichem Kälteempfinden weitere Schichten anlegen. Fleecejacke, Hardshell oder die dicke Daunenjacke können in wirklich frostigen Zeiten wahre Wunder bewirken!

Outdoor Rezepte Trekkingnahrung Zelten im Winter
Warme Füße danke Daunenschuhen

Ganz wichtig: Nicht die Füße vergessen! Kalte Füße sind unangenehm und sollten möglichst vermieden werden. Denn wenn Du auf Wander- bzw. Trekkingtour unterwegs bist, dann solltest Du deine Füße besonders gut behandeln. Für die Frostbeulen oder für arktische Bedingungen gibt es sogenannte Daunen Booties *. Die wie übergroße Hausschuhe geformten Booties sind mit Daunen gefüllt und halten deine Füße auch weit unter dem Gefrierpunkt noch mollig warm!

Passend für den Winter:

Thermo Wandersocken

Thermo Wandersocken

Fleece Pullover

Jack Wolfskin Fleece Pullover

Thermo Unterwäsche

Thermo Unterwäsche

Merino Unterwäsche

Merino Ski Unterwäsche

Inlett bzw VBL im Schlafsack

Mit einem Schlafsack Inlett * kannst Du noch ein paar Grad an Wärmeleistung dazu gewinnen. Das Inlett gehört, wie der Name schon suggeriert, in deinen normalen Schlafsack hinein und gibt dir eine zusätzliche Lage im Sinne des Zwiebelprinzips. Dadurch wirst Du einen Sommerschlafsack nicht zu einem Winterschlafsack umfunktionieren können, aber ein bisschen kannst Du die Komforttemperatur deines Schlafsack dennoch nach unten drücken.

Sinnvoller ist es jedoch erst einmal eine weitere Lage an Unterwäsche oder Fleece anzuziehen. Das bringt dir im Endeffekt mehr Wärme und den Vorteil, dass Du dich morgens früh nicht komplett in der Kälte anziehen musst.

Hilfreich beim Zelten im Winter: Vapour Barrier Liner

Gerade bei eisigen Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt ist ein Vapour Barrier Liner (kurz VBL) sehr hilfreich. Besonders bei Verwendung eines Daunenschlafsacks. Und zwar aus folgendem Grund: Selbst bei sehr kalten Nachttemperaturen sondert unser Körper Feuchtigkeit in Form von Schweiß ab. Dringt diese Feuchtigkeit in die Daunenfüllung des Schlafsacks ein, kann sich dessen Wärmeleistung enorm verringern. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt kann das dramatische Folgen haben.

Ein Vapour Barrier Liner in Form eines Schlafsack Inletts verhindert genau das. Das wird durch die Verwendung von nichtatmungsaktiven Materialien realisiert. Richtig. NICHT-Atmungsaktiv. Ein Wort das in der Outdoorbranche nicht zu existieren scheint. Muss doch alles immer eigentlich super ultra extrem atmungsaktiv sein… Im Falle der VBL ist das “Einsperren” von Feuchtigkeit und Wasserdampf jedoch äußerst entscheidend, um die Isolationsleistung des Daunenschlafsack zu erhalten.

Vapour Barrier Liner bei den Bergfreunden >>*

Den Kopf warmhalten

Wenn dein Schlafsack keine integrierte Kapuze hat, zieh Dir eine Mütze oder eine Balaklava über. Ein Buff-Tuch als untere Schicht, ist ebenfalls eine gute Idee. Zwar verliert der Mensch, entgegen der weitläufigen Meinung, nicht mehr Wärme über den Kopf als am übrigen Körper, aber unangenehm ist ein kalter Kopf trotzdem. Bei guten Schlafsäcken, wie meinem Cumulus Lite Line 400, lässt sich die integrierte Kapuze auch sehr eng am Kopf abschließen. So kann die wärme Luft im Schlafsackinneren viel schwerer entweichen.

Zelten im Winter Mütze
Die Mütze schützt den Kopf vor dem Auskühlen

Weitere Tipps zum Zelten im Winter

Bei Alex von Outdoorfever findest Du Tipps, wie Du dein Zelt am besten im Schnee aufbauen kannst. Hier geht’s zum Artikel!

 

Hast Du noch weitere Tipps für warme Nächte beim Zelten im Winter?
Erweiter meine Liste in den Kommentaren!


Quellenangaben:

  1. Deuter
  2. UL-Trekking Forum
  3. Therm-A-Rest

Anmerkung*: Die Produkt-Verlinkungen auf dieser Seite sind Affiliate Links für die BergReif eine geringe Provision erhält, falls Du einen dieser Artikel kaufst. Für dich fallen keine Extra-Kosten an. Dies hilft mir bei der Kostendeckung dieses Blogs.

Der ultraleicht Schlafsack Cumulus Lite Line 400 im Test

Jetzt bin ich schon seid knapp einem halben Jahr im Besitz des Ultraleicht Schlafsack Cumulus Lite Line 400. Es wird also mal langsam Zeit, dieses feine Stück Ausrüstung einmal näher zu beleuchten und für Dich unter die Lupe zu nehmen!

Zu Beginn dieses Jahres, habe ich angefangen meine gesamte Trekking Ausrüstung auf ultraleicht umzurüsten. Und da der Schlafsack bei dem Rucksackgewicht zu den “Big Three” (Zelt, Schafsack, Rucksack) zählt, musste mein altes, schweres und nicht mehr sonderlich wärmendes Kunstfaser-Exemplar weichen.

Da ich nicht zwei separate Schlafsäcke besitzen möchte, war mir neben dem geringen Gewicht auch ein Jahreszeiten-übergreifender Einsatz wichtig. Das heißt, dass ich im Frühling, Sommer, Herbst und Winter relativ angenehm in dem Schlafsack im Freien übernachten kann. Mit der angegebenen Komfort-Temperatur von 2°C und einer Füllung von 400 g Daunen, habe mich mich somit für eine gute Balance entschieden. Vor dem ausführlichen Test des ultraleicht Schlafsack, findest Du hier noch ein paar Spezifikationen zum Cumulus Lite Line 400:

Cumulus Lite Line 400 – Details des ultraleicht Schlafsack:

  • Gewicht (normal): 755 g
  • Gewicht (XL): 855 g
  • Komfort-Temperatur: 2 °C
  • Grenz-Temperatur: – 4 °C
  • Extrem-Temperatur: – 20°C
  • Daunenqualität: 850 cuin
  • Reißverschluss (RV): Zweiseitiger YKK-Reißverschluss mit zwei selbstblockierenden Schiebern
  • Länge (normal)/ Max. Körperlänge: 202 cm/ 185 cm
  • Länge (XL)/ Max. Körperlänge: 215 cm / 200 cm
  • Packsack-Masse (Höhe/Durchmesser): 25/17 cm (28/18 cm >> XL-Version)
  • Packsack-Volumen: 5,7 l
  • Ausstattung: kleine Innentasche, RV-Isolierung, Zusätzlich großer Netzbeutel zur Aufbewahrung zu Hause, verstellbare Kapuze
  • Preis: EUR 219,00

Cumulus Lite Line 400: Erster Eindruck / Verarbeitung 

Mein erster Eindruck war: Für den Preis hätte ich nicht so eine hochwertige Verarbeitung erwartet! Denn normalerweise bewegen sich Daunenschlafsäcke mit einer gleichwertigen Füllung oft schon um die 300 Euro. Die Außenhaut des Lite Line 400 besteht aus “Pertex Quantum Stoff”, einem ultraleichten und daunenfesten  Synthetikstoff.

Cumulus Lite Line 400 ultraleicht Schlafsack

Erstes Probeliegen im heimischen Bett bei 20°C Raumtemperatur: Es wird mir sehr schnell warm! Man kann schnell in den Schlafsack hineinschlüpfen, aber beim Zuziehen des Reißverschlusses, solltest Du Vorsicht walten lassen, da sich die dünne Außenhaut gerne zwischen den Zähnen des RV verfängt. Dies ist aber ein leidiges Thema bei den meisten Schlafsäcken die ich bis jetzt in die Finger bekommen habe. Der Kopf lässt sich mit der integrierten Kapuze umschließen, welche sich aber nur mittelmäßig auf die jeweilige Kopfgröße einstellen lässt.

Insgesamt kommt der Cumulus Lite Line 400 in der Ausstattung sehr minimalistisch daher, was man besonders an den simplen Kordelzügen, der Kapuze und dem schnörkellosen Packsack bemerkt. Diese Ansatz gefällt mir ausgesprochen gut, wenngleich sich das Verpacken des Schlafsacks im dünnwandigen Packsack nicht ganz so einfach gestaltet und viel Kraft zum stopfen erfordert. Denn Kompressionsriemen sucht man am Packsack vergeblich, wodurch sich natürlich wieder etwas Gewicht einsparen lässt.

Cumulus Lite Line 400 ultraleicht Schlafsack

Cumulus Lite Line 400: Packmaß und Gewicht

So kommt der Daunenschlafsack auf ein Gesamtgewicht von 755 g in der normalen und 855 g in der XL-Version. Das ist für ein Schlafsack mit einer Komforttemperatur von 2°C schon eine ganz ordentliche Leistung. Sicherlich gibt es auch in diesem Temperaturbereich Schlafsäcke die noch leichter, aber dann auch entsprechend teurer sind.

Das Packmaß des 400.er ist angenehm gering und findet selbst in kleineren Ultraleicht Rucksäcken Platz. Die Zeiten, in denen der Schlafsack noch 60% des Rucksack Stauraums eingenommen hat, sind definitiv vorüber.
Beim Komprimieren des Schlafsack im Packsack, gilt die Regel: Nicht zusammenrollen oder falten, sondern STOPFEN! Und wenn Du von der Tour wieder zuhause bist, lager den Schlafsack im großen Aufbewahrungsbeutel, wo er gut lüften kann und seine Bauschkraft nicht verliert.

Cumulus Lite Line 400 ultraleicht Schlafsack Cumulus Lite Line 400 ultraleicht Schlafsack

Cumulus Lite Line 400: Komfort und Hautgefühl

Liegst Du einmal im Cumulus Lite Line 400, fühlt sich die Außenhaut in Kombination mit den weichen Daunen sehr angenehm an. In Kunstfaser-Schlafsäcken (auch den neueren) empfinde ich ein deutlich anderes Gefühl auf der Haut und fühle mich insgesamt unwohler, als in einem Daunenschlafsack. Von der Größe her passt mir (197cm, 90kg, schlank) die XL-Version des Lite Line 400 sehr gut und ich kann notfalls auch noch meine ultraleichte Daunenjacke oder ein Inlett* im Inneren verwenden.

Ultraleichte Ausrüstungs Tipps:

Ultraleicht Tarp

Ultraleichtes Flat Tarp

ultraleichte Titan Tasse

Snow Peak Titan Tasse

ultraleicht Isomatte Test Z-Lite

Ultraleicht Isomatte

Ultraleicht Rucksack

Ultraleicht Rucksack

Auch wenn der Polster-Effekt bei einem Schlafsack logischerweise deutlich geringer ist, als bei einer Isomatte, empfand ich die Füllung unter mir jedoch als äußerst angenehm und spürbar. Es weichen beim liegen auch nicht alle Daunen zu den Seiten aus, sondern eine kleine Füllung hat man immer unter sich liegen. Ich habe außerdem das Gefühl, dass Gerüche von dem Daunenschlafsack nicht sonderlich stark aufgenommen werden, oder einfach beim lüften schnell wieder entweichen können.

Cumulus Lite Line 400 ultraleicht Schlafsack
Es besteht die Möglichkeit, den Reißverschluss nur am Fußende einen kleinen Spalt zu öffnen

Cumulus Lite Line 400: Wärmeleistung

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil und der Frage, ob der Schlafsack denn auch bei kalten Temperaturen seinen Besitzer noch warm hält. Die Komforttemperatur ist zwar mit 2 °C angegeben, aber immer sehr stark von dem Kälteempfinden der jeweiligen Person abhängig. Ich persönlich hatte keine Probleme bei leichten Minusgraden (circa -3°C Außentemperatur) mit dem Lite Line 400 im Harz zu übernachten. In Kombination mit meinem Zelt und einer Lage Merino Unterwäsche, hat er mich auch noch unterhalb der Komforttemperatur angenehm warm gehalten. Ist es leicht über Null Grad, kann ich sogar problemlos die Lage Merino weglassen.

Bei winterlichen Temperaturen fällt im Zelt leicht mal Kondensat aus und der Schlafsack wird dann auf der Oberfläche an einigen Stellen feucht. Da Daunen ihre Wärmeleistung stark verlieren wenn sie nass werden, war ich vorab deshalb etwas besorgt. Glücklicherweise zu unrecht. Denn obwohl der Schlafsack manchmal an einigen Stellen außen etwas nass geworden ist, habe ich davon im Innern nichts bemerkt und konnte auch keine Verschlechterung der Wärmeleistung feststellen.

Cumulus Lite Line 400 ultraleicht Schlafsack

Fazit zum Cumulus Lite Line 400 XL:

Mit dem Cumulus Lite Line 400 bekommst du einen schnörkellosen Ganzjahres Dauenschlafsack, welcher dich auch noch bei leichten Minusgraden angenehm warm hält. Die gute Verarbeitung und das sehr wohltuende Hautgefühl machen ihn fast zu einem Schnäppchen in dieser Kategorie. Das sich die Außenhaut leicht in dem Reißverschluss verhakt, hat mich nicht sonderlich gestört. Jedoch lässt der Einstellmechanismus der Kapuze etwas zu wünschen übrig. Am dem Lite Line 400 gefallen mir sein geringes Gewicht und das niedrige Packmaß bei trotzdem guter Wärmeleistung am besten! Nach vielen Nächten im Einsatz kann ich sagen: Klare Kaufempfehlung!

Update Mai 2016:

Nun besitze ich den Cumulus Lite Line 400 schon etwas mehr als ein Jahr und bin immer noch sehr zufrieden mit ihm! Auch nach 40+ Nächten kann ich keine Abnutzungserscheinungen erkennen. Die Wärmeleistung hat sich in dieser Zeit kein bisschen verändert und auch der Daunenverlust ist minimal. Gefroren habe ich im LL400 selbst im Winter noch nicht. Im Sommer ist er aber für meinen Geschmack etwas zu warm. Dann hilft es, den Reißverschluss komplett offen zu lassen und ihn wie eine Decke zu verwenden.

Update März 2017: 

Fast 2 Jahre lang war der Cumulus Lite Line 400 mein Begleiter. Im Zuge meines Ultraleicht Trekking Wahns musste aber auch er weichen. Und zwar einem Daunenquilt. Nun ist der Cumulus Quilt 350 mein ganzjähriger Begleiter auf meinen Trekkingtouren. Er wiegt knapp 240 Gramm weniger, bietet dennoch eine ähnliche Komforttemperatur. Hier der Testbericht des Quilts.

Hier findest Du den Lite Line 400 auf der Herstellerseite >>

Bildergalerie

Was hältst Du vom Cumulus Lite Line 400?
Nutzt Du einen ähnlichen Schlafsack?

______
Anmerkung*:  Den Schlafsack habe ich selbst erworben und er wurde mir nicht vom Hersteller zur Verfügung gestellt! Einige Produkt-Verlinkungen auf dieser Seite sind Affiliate Links für die BergReif eine geringe Provision erhält, falls Du einen dieser Artikel kaufst. Für dich fallen keine Extra-Kosten an. Dies hilft mir bei der Kostendeckung dieses Blogs.

Die Habicht Besteigung – Eine leichte Hochtour auf den 3.277m hohen Gipfel

Letztes Jahr im September 2014 habe ich, im Zuge unserer Fernwanderung über den Traumpfad München Venedig, das erste Mal einen 3.000er zu Fuß bestiegen. Namentlich war es der Gipfel des 3.150 m hohen Piz Boé auf dem die Schutzhütte Capanna Fassa errichtet worden ist. Es war ein tierisch gutes Gefühl nach 4:30 Stunden Berg-Wanderung vom 2121 m hoch gelegenen Grödnertal auf dem mehr als 1.000 Höhenmeter erhabeneren Gipfel anzukommen und die tolle (und verdiente) Aussicht auf die Bergwelt und die Marmolada zu erleben. 

Ich muss aber zugeben – technisch anspruchsvoll war die Besteigung des Piz Boé nicht. Es galt zwar die 1.000 Höhenmeter Aufstieg zu bewältigen, aber die Kletterpassagen am Anfang der Strecke vor dem Refugio Piscardú und gegen Ende vor dem eigentlichen Gipfel sind meiner Auffassung nach, nicht besonders herausfordernd. Das soll jetzt nicht heißen, dass der Aufstieg keinen Spaß gemacht hätte, aber die anspruchsvollere Besteigung des 3.277m hohen Habicht während unserer Wanderung über den Stubaier Höhenweg, hat mich dann doch sehr gereizt!

Glücklicherweise war am betreffenden Tag das Wetter hervorragend und die Habicht Besteigung von dieser Seite aus durchaus möglich.

Habicht Besteigung – Allgemeine Infos

Wie schon erwähnt ragt der Gipfel des Habicht 3.277 m in den Himmel empor und galt früher wegen seiner markanten Form als der höchste Berg Tirols. Nach genaueren Vermessungen wurde dies jedoch schnell wiederlegt. Der Zustieg über den Normalweg von der Innsbruckerhütte führt über die Südostflanke und ist mit UIAA I bewertet und hat einige versicherte Passagen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und einige Alpine Erfahrung sind also unerlässlich. 

Mit dem Aufstieg von Neustift durch das Pinnistal über die Innsbrucker Hütte nimmt die leichte Hochtour 2 Tage bis zum Gipfelkreuz in Anspruch. Die Übernachtung auf der Hütte bietet sich dabei logischerweise an. Der 2.300 Höhenmeter lange Abstieg nach Neder bzw. Neustift kann je nach Kondition und körperlicher Verfassung auf dem gleichen Weg auch an einem Tag angetreten werden. Wir hatten dazu keine Lust und haben uns noch eine entspannte 2.te Übernachtung auf der Innsbrucker Hütte gegönnt.

Habicht Besteigung – Unser Aufstieg

Wir starten morgens früh um 7:30 Uhr von der Innsbrucker Hütte bei besten Wetter, sind aber längst nicht die Ersten die sich auf dem Weg zum Gipfel machen. Es ist Samstag und an schönen Wochenendtagen kann es schon recht voll werden auf dieser Route über die Südostflanke.

Stubaier Höhenweg Habicht Besteigung Innsbrucker Hütte
Ausgangspunkt unserer Habicht Besteigung ist die Innsbrucker Hütte

Der Weg startet direkt hinter der Hütte und steig anfangs mässig steil an und wir wandern noch durch recht einfaches Gelände und über mittelschwere Bergwege in Richtung des imposant auftürmenden Bergmassivs. Nach einiger Zeit wird der Weg etwas blockig und der Einsatz der Trekkingstöcke macht ab da nun nicht mehr sonderlich viel Sinn. Also verstauen wir die Stöcke am Rucksack und haben anschließend die Hände frei für die kommenden Kletterpassagen.

Habicht Besteigung leichte hochtour
Anfangs ist der Weg noch recht einfach – Rechts die imposante Bergflanke des Habicht

Es wartet die erste Kletterpassage auf uns und plötzlich hat man das Gefühl, halb Tirol befindet sich gerade in dieser Wand und ist auf dem Weg zum Habicht-Gipfel. Schnelle Bergläufer machen von hinten Druck und versuchen sich an den unmöglichsten Stellen an uns vorbei zu zwängen und nehmen dabei genauso wenig Rücksicht auf die Kinder, die gerade von ihrem Vater an das Drahtseil angesichert werden. Ich kann also eher dazu raten, falls es möglich ist, an einem schönen Wochentag den Habicht in Angriff zu nehmen. Denn sonst kann es passieren, dass der Bergläuferstrom Dich in Angriff nimmt…

Habicht Besteigung leichte Hochtour
Der Blick von oben auf die erste versicherte Kletterpassage…
Habicht Besteigung leichte Hochtour
…die leider ziemlich überfüllt war.

Wir wartet also an einer kleinen Aussparung etwas ab, bis die Ungeduldigen ihres Weges gehetzt sind und setzen dann unseren Aufstieg entspannter fort. In meinen Augen gibt es am Berg nichts nervigeres, als den hechelnden Atem irgendeines Verfolgers dicht im Nacken zu haben und sich dann dadurch selbst unter Druck setzen zu lassen.

Die erste Kletterpassage endet mit der Querung eines schrägen, leicht ausgesetzten Grates und mündet in einem schmalen Pfad der über lockeres Geröll und Blockwerk weiter bergauf führt. Auch hier ist der Einsatz der Hände oft erforderlich und es gilt einige größere Stufen zu überwinden.  Von hier oben hat man schon eine fantastische Aussicht auf das Pinnistal und die Tribulaune über dem Gschnitztal.

Habicht Besteigung leichte Hochtour
Blick über das Pinnistal bis hinein in das Karwendelgebirge

Nach circa 30 Minuten erreichen wir den ersten Vorgipfel und können einen ersten Blick auf den Gipfel und das Gipfelkreuz des Habicht erhaschen. Rechts von uns sehen wir ein größeres Altschneefeld, welches neben dem markierten Normalweg über Blockwerk bei entsprechender Technik und Ausrüstung auch gequert werden kann. Wir entscheiden uns für den Normalweg und steigen über große Steinblöcke weiter auf.

Habicht Besteigung leichte Hochtour
Erste Sicht auf den Gipfel und das Kreuz des Habicht

Von hier ist unser restlicher Weg sehr gut zu erkennen. Das große Schnellfeld im oben Bild umgehen wir auf der rechten Seite und steigen auf dem breiten Grad im oberen rechten Bildteil in knapp 45 Minuten bis zum Gipfel des Habicht auf. Kurz vor dem höchsten Punkt gibt es nochmal eine versicherte Passage, an der es bei Hochbetrieb nochmal eng werden kann.

Habicht Besteigung leichte Hochtour
Die letzten Meter bis zum Gipfelkreuz über eine versicherte Kletterpassage
Habicht Besteigung leichte Hochtour
Hochstimmung und (ein bisschen) blauer Himmel auf dem Gipfel

Oben angekommen genießen wir die geniale Aussicht auf die umliegende Bergwelt! An wolkenlosen Tagen soll  man bis in die Dolomiten blicken und selbst die Marmolada erkennen können. Nach einer ausgiebigen Brotzeit und der Eintragung ins Gipfelbuch, widmen wir uns dem Absteig, der über die gleiche Route wie der Aufstieg erfolgt.

Trotz der vielen anderen Aufsteiger an diesem Tag war es wirkliche eine gelungene Besteigung, die sich allemal gelohnt hat, denn so hoch stand ich zu Fuß noch nirgendwo!
Nach der Ankunft auf der Innsbrucker Hütte sind wir sehr froh heute nicht noch die 1.300 Höhenmeter bis nach Neustift absteigen zu müssen!

Bist Du auch schon auf den Habicht gestiegen? Was war dein höchster Gipfel bis jetzt?