Wanderschuhe Test

Wanderschuhe Test: Trailrunner oder Bergstiefel? 15 Modelle für jedes Gelände

Geschrieben von: Alex und aktualisiert am 25. Januar 2021

Der Wanderschuh ist eines, wenn nicht gleich das wichtigste Stück Ausrüstung beim Wandern. Er entscheidet maßgeblich darüber, ob nach der Wanderung die schönen Erlebnisse überwiegen, oder nur noch Erinnerungen an schmerzhafte Füße oder Blasen übrig bleiben.

Aber die Wanderschuhe sollen ja nicht nur richtig passen, sondern neben den persönlichen auch den Anforderungen der Tour gerecht werden. Nicht jeder benötigt einen schweren Trekkingstiefel, sondern kommt auch mit leichten Trailrunning Schuhen optimal zurecht.

Dieser Wanderschuhe Test soll Dir daher einen ausführlichen Überblick über die verschiedenen Kategorien von Wanderschuhen bieten und die häufigsten Fragen vor dem Kauf klären.


Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Wenn Du ein Produkt deiner Wahl über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision vom betreffenden Online-Shop. Der Vorteil: Für dich kostet das Produkt exakt das gleiche! So bleibt BergReif unabhängig und ich kann weiterhin viele ausführliche Beiträge für Dich schreiben.


Getestete Modelle des Wanderschuhe Test

Modell Typ Wasserdicht? Gewicht [Paar]
Salomon XA Pro GTX Trailrunning ja 780 g
Altra Lone Peak 4.5 Trailrunning optional 566 g
Adidas Terrex Swift R GTX Trailrunning ja 700 g
Lowa Renegade GTX Wanderstiefel AB ja 1110 g
Meindl Ohio 2 GTX Wanderstiefel AB ja 1200 g
Salewa Alp Flow Mid GTX Wanderstiefel AB ja 1160 g
Salewa Wildfire GTX Zustiegsschuh ja 790 g
La Sportiva TX4 Zustiegsschuh nein 760 g
Lowa Laurin Zustiegsschuh ja 1000 g
Salewa MTN Trainer Mid GTX Trekkingstiefel B ja 1400 g
Hanwag Tatra GTX Trekkingstiefel B ja 1520 g
Meindl Antelao GTX Trekkingstiefel B ja 1300 g
Hanwag Alaska GTX Bergstiefel BC ja 1810 g
Salewa Rapace GTX Bergstiefel BC ja 1480 g
Lowa Ticam II GTX Bergstiefel BC ja 1680 g

Was sind die besten Wanderschuhe davon?

  1. Platz: Altra Lone Peak 4.5  ( Sehr leicht / Bequem / Rutschfest) – Fern- & Mittelgebirgswanderungen
  2. Platz: Meindl Antelao GTX ( Leicht / Stabil / sicherer Halt) – toller Allroundschuh
  3. Platz: Salewa Rapace GTX ( Kletterschnürung / sehr stabil / Steigeisentauglich) – leichter Bergstiefel
  4. Preis/Leistungstipp: Adidas Terrex Swift R GTX

Basierend auf unseren Erfahrungen und Empfehlungen

Wanderschuhe Test: Kategorien und Einteilung

1976 hat Alfons Meindl sich ein System zur Einteilung von Wanderschuhen überlegt. Von den Kategorien A bis D teilt es die Wanderschuhwelt in 6 Stufen und Einsatzgebiete auf. Beginnend mit leichten Freizeitschuhen und endend mit schweren Expeditionsstiefeln. Diese Kategorisierung hat für die meisten Hersteller, Händler, Beratungsportale und Outdoorsportler auch im Jahre 2018 noch unangefochtene Allgemeingültigkeit.

Meiner und den Erfahrungen vieler anderer (Fern-)wanderer nach zu urteilen, ist diese Einteilung aus den folgenden Gründen für Wanderer jedoch nicht mehr vollständig aktuell:

  • bezieht sich hauptsächlich nur auf die Steifigkeit der Sohle
  • halbhohe Wanderschuhe, Trailrunning Schuhe und Zustiegsschuhe werden nur für Walking, Alltag und Parkanlagen-ähnliche Wege als geeignet gesehen
  • auch für das Mittelgebirge werden schon Stiefel mit mehr oder weniger steifer Sohle empfohlen
  • die Fertigkeiten und Erfahrungen der Outdoorsportler hat keinen Einfluss auf die Wahl des Schuhs
  • Alpenüberquerungen, Hüttenwanderungen oder alpine Mehrtagestouren sollen prinzipiell nur mit Bergstiefel möglich sein
  • Schuhe der Kategorie C und D haben mit Wandern fast nichts mehr zu tun, sondern sind eher dem hochalpinen Bergsteigen und Alpinklettern zuzuordnen

Daher habe ich diese Einteilung etwas ergänzt und erweitert, um die Einsatzmöglichkeiten für (Berg-)Wanderer etwas übersichtlicher darzustellen. Auf die Bergstiefel der Kategorie C und D gehe ich bewusst nicht ein, da deren Einsatzzweck über meiner Definition von (Fern-)Wandern, Trekking und Hüttentouren liegt.

Tabelle Wanderschuhe Kategorie

Anmerkung: Tabelle seitlich verschiebbar

Schwierigkeit der
Bergwege
Trailrunning Schuhe Multisportschuhe Wanderstiefel AB Zustiegsschuhe Trekkingstiefel B Bergstiefel BC
T1
Wandern
geeignet geeignet geeignet geeignet bedingt geeignet bedingt geeignet
T2
Bergwandern
geeignet geeignet geeignet geeignet geeignet geeignet
T3
anspruchsvolles Bergwandern
bedingt geeignet bedingt geeignet geeignet geeignet geeignet geeignet
T4
Alpinwandern
ungeeignet ungeeignet bedingt geeignet geeignet geeignet geeignet
T5
anspruchsvolles
Alpinwandern
ungeeignet ungeeignet ungeeignet bedingt geeignet geeignet geeignet
T6
schwieriges Alpinwandern
ungeeignet ungeeignet ungeeignet ungeeignet bedingt geeignet geeignet

Anmerkung: Diese Tabelle beruht auf meinen persönlichen Einschätzung und Erfahrungen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Je nach persönlichen Fertigkeiten, lassen sich die Einsatzbereich der Schuhe auch erweitern. Weitere Informationen zur SAC-Wanderskala

Wanderschuhe Test: Schuhtypen

Zu den jeweiligen Kategorien dieses Wanderschuhe Test springen:

  1. Trailrunning Schuhe
  2. Wanderstiefel AB
  3. Zustiegschuhe
  4. Trekkingstiefel B
  5. Bergstiefel BC

Trailrunning Schuhe

Die leichteste Form von Wanderschuhen sind Trailrunning Modelle. Eigentlich für schnelle Bergläufe entwickelt, finden seit längeren auch Wanderer an den vielseitigen Schuhen gefallen. Sie sind ähnlich wie ein halbhoher Laufschuh aufgebaut, besitzen aber ein grobstolligeres Profil und je nach Modell auch eine verstärkte Zehenkappe.

Ihr Grip ist aufgrund der weicheren Gummimischung auch auf Fels sehr gut. Die grobstollige Sohle spielt vor allem auf weichen oder matschigen Untergründen ihre Vorteile aus. Zudem ist ihr Abrollverhalten hervorragend. Kein Vergleich zu steifen Bergstiefeln. In der Folge ist ihre Sohle jedoch nicht besonders verwindungssteif und bietet für Klettersteige oder kleine Felstritt nicht genügend Stabilität. Auch bietet die halbhohe Form dem Sprunggelenk wenig Unterstützung.

Was aber bei einem stabilen Sprunggelenk kein Nachteil, sondern eher Vorteil sein kann. Auf schrägen Flächen kann sich der Fuß durch die bessere Beweglichkeit dem Untergrund besser anpassen und auf der vollen Sohle Halt finden. Die weiche Gummimischung führt dazu, dass Trailrunning Schuhe nicht so langlebig sind, wie schwere Bergstiefel. Je nach Gebrauch und Modell ist das Profil nach 1000 km verschlissen.

Anmerkung: Die einzelnen Modelle der Trailrunning Schuhe unterscheiden sich teilweise deutlich in ihrem Aufbau und der Stabilität. So sind nicht alle für die gleichen Geländearten geeignet. Multifunktionsschuhe sind den Trailrunnern sehr ähnlich und werden daher nicht gesondert vorgestellt.

Wanderwege*: Mittelgebirgs- und Bergwege bis T2 – T3
Beispieltouren: Westweg, Querweg Freiburg Bodensee, Nidwaldner Höhenweg, fast alles im Mittelgebirge
maximales Rucksackgewicht: 10 kg
Haltbarkeit (sehr grobe Angabe): 700 – 1200 Kilometer
Vorteile:
  • sehr leicht – weniger ermüdend
  • große Bewegungsfreiheit im Sprunggelenk
  • sehr guter Halt (bei grobstolligem Profil besonders in Matsch)
  • deutlich besseres Abrollverhalten als Bergstiefel
  • vergleichsweise günstig
  • auch für Fernwanderungen gut geeignet
  • besonders auch fürs Pilgern gut geeignet
Nachteile:
  • nicht so haltbar wie Bergstiefel
  • nur mit geringem Rucksackgewicht sinnvoll
  • Knöchel ungeschützt vor Steinschlag/Schnee
  • durch flexible Sohle nicht für Klettersteige geeignet
  • ohne Gamaschen gelangen kleine Steine leicht ins Innere
  • Material je nach Modell nicht das widerstandsfähigste

*abhängig von Witterungsbedingungen und den eigenen Fertigkeiten

Getestete Modelle

Salomon XA Pro

Altra Lone Peak 4.0

Adidas Terrex Swift R GTX

Wanderstiefel Kategorie AB

Wanderschuhe der Kategorie AB reichen in der Regel etwas über den Knöchel hinaus und liefern so eine leichte Stabilisierung im Sprunggelenk. Ihre Sohle ist aber oft flexibler als die von Zustiegsschuhen. Daher eignen sich die Stiefel der AB Kategorie eher für einfachere Bergwege. Klettersteige oder auch einfache Klettereien an denen die Hände für das Gleichgewicht benötigt werden, sind jedenfalls nicht ihr optimales Terrain.

Dafür sorgt die flexiblere Sohle für ein gutes Abrollverhalten und viel Komfort im Schuh. Der erhöhte Schaft schützt den Knöchel zudem besser vor Stößen oder Schnee im Schuh. Diese Art Schuh wird häufig von Wandereinsteigern gewählt, weil er auf den einfachen Berg- und Mittelgebirgswegen ausreichenden Halt bietet und das Sprunggelenk etwas stabilisiert.

Wanderwege*: Mittelgebirgs- und Bergwege von T1  – T4
Beispieltouren:
Westweg, Querweg Freiburg Bodensee, Nidwaldner Höhenweg, fast alles im Mittelgebirge
maximales Rucksackgewicht:  10 – 12 kg
Haltbarkeit (sehr grobe Angabe):  1000 – 1500 Kilometer
Vorteile:
  • vergleichsweise leicht
  • leichte Stabilisierung im Sprunggelenk
  • erhöhter Schaft schützt Fuß vor Schnee, bietet besseren Knöchelschutz
  • gutes Abrollverhalten
  • für Fernwanderungen gut geeignet
  • ordentlicher Halt des Fußes im Schuh
Nachteile:
  • Sohle nur sehr bedingt für kleine Kletterpassagen geeignet
  • eingeschränktere Bewegungsfreiheit als in halbhohen Schuhen
  • nur mit geringem Rucksackgewicht sinnvoll

*abhängig von Witterungsbedingungen und den eigenen Fertigkeiten

Getestete Modelle

Wanderschuhe Test Wanderstiefel AB Wanderschuhe Test Wanderstiefel AB Wanderschuhe Test Wanderstiefel AB

Lowa Renegade GTX

Meindl Ohio 2 GTX

Salewa Alp Flow Mid GTX

Zustiegsschuhe

Zustiegsschuhe sind halbhoch, besitzen üblicherweise aber eine deutlich stabilere Sohle als Trailrunning Schuhe oder Wanderschuhe der Kategorie AB. Der Fuß sitzt insgesamt stabiler im Schuh. Oft verfügen Zustiegsschuhe auch über eine “Kletterzone” im Bereich der Zehen. Diese versteifte Partie macht das Vorankommen auf schmalen Felstritten oder bei leichten Klettereien deutlich einfacher.

Ihr Abrollverhalten ist zwar noch gut, aber nicht mehr so flexible wie das der Trailrunner. Dafür sind sie je nach Modell und den Fertigkeit des Wanderers auf Bergwegen bis T4-T5 einsetzbar. Auch Klettersteige sind mit den Zustiegsschuhen gut machbar. Sie sind ein idealer Allrounder für Berg- oder Mittelgebirgswanderungen.

Wir haben mit Zustiegsschuhen von Salewa unsere komplette Alpendurchquerung von Wien nach Nizza bestritten und waren mehr als glücklich über diese Wahl. Während 85% der Wege dieser Tour sicher auch mit Trailrunning Schuhen möglich gewesen wären, war ich für die restlichen 15% froh über die steifere Sohle und die stabilere Struktur des Zustiegsschuhs.

Wanderwege*: Mittelgebirgs- und Bergwege von T1 – T5
Beispieltouren: Traumpfad München Venedig, Stubaier Höhenweg, Alpenüberquerungen, autarke Trekkingtouren
maximales Rucksackgewicht: 10 -12 kg
Haltbarkeit (sehr grobe Angabe): 1000 – 1500 Kilometer
Vorteile:
  • leicht
  • große Bewegungsfreiheit im Sprunggelenk
  • Stabile und verwindungssteife Sohle
  • idealer Halt des Fuß im Schuh
  • sehr guter Halt auf Fels
  • Abrollverhalten gut, aber nicht perfekt
  • idealer Allrounder für Berg- oder Mittelgebirgswanderungen
  • ideal für Alpenüberquerungen
  • Schnürung reicht meist bis zu den Zehen: stabiler Halt des Fuß
Nachteile:
  • nur mit geringerem Rucksackgewicht sinnvoll
  • Knöchel ungeschützt vor Steinschlag/Schnee
  • Stabiles Sprunggelenk notwendig
  • ohne Gamaschen gelangen kleine Steine leicht ins Innere

*abhängig von Witterungsbedingungen und den eigenen Fertigkeiten

Getestete Modelle

Salewa Wildfire GTX

La Sportiva TX 4

Lowa Laurin GTX

Trekkingstiefel Kategorie B

Von der Steifigkeit der Sohle her ähneln sich die Trekkingstiefel der Kategorie B und Zustiegsschuhe. Auch diese ist schon relativ verwindungssteif und lässt leichte Klettereien und Klettersteige zu. Jedoch bieten diese Stiefel meist eine höhere Dämpfung und machen sie daher auch für autarke Trekkingtouren mit relativ viel Gewicht und einem großen Rucksack interessant.

Ihr hoher Schaft stabilisiert und schützt auch vor tieferem Matsch, Schnee und Geröll. So sind die Trekkingstiefel ein passender Begleiter für alpinere Hütten- oder Mehrtageswanderungen. Oder für leichte Wintertouren mit Schneeschuhen oder Mircospikes. Besonders bei viel Schnee spielt der hohe Schaft seine Vorteile gegenüber den halbhohen Varianten aus.

Wanderwege*: Bergwege von T2 – T6
Beispieltouren: Traumpfad München Venedig, Stubaier Höhenweg, Alpenüberquerungen, autarke Trekkingtouren
maximales Rucksackgewicht: 15 – 20 kg
Haltbarkeit (sehr grobe Angabe): 2000 – 3000 Kilometer
Vorteile:
  • Stabile und verwindungssteife Sohle
  • sehr guter Halt auf Fels
  • hoher Schaft bietet guten Knöchelschutz
  • Abrollverhalten gut, aber nicht perfekt
  • idealer Allrounder für Bergwanderungen und Hüttentouren
  • ideal für Alpenüberquerungen
  • Schnürung reicht bei einigen Modellen bis zu den Zehen
  • auch bei Rucksackgewichten bis 15-20 kg noch stabil
Nachteile:
  • eingeschränktere Bewegungsfreiheit als in halbhohen Schuhen
  • schon relativ schwer

*abhängig von Witterungsbedingungen und den eigenen Fertigkeiten

Getestete Modelle

Salewa MTN Trainer Mid GTX

Hanwag Tatra GTX

Meindl Antelao GTX

Bergstiefel Kategorie B/C

Wer mit sehr viel Gepäck oder in groben, weglosen Gelände unterwegs ist, findet mit einem Bergstiefel der Kategorie B/C einen zuverlässigen Begleiter. Die Sohle dieses Wanderschuhs ist sehr stabil und auch der sehr hohe Schaft ist wenig flexibel. So wird auch bei Rucksackgewichten von um die 25 kg noch eine gute Unterstützung geboten, jedoch ist das Abrollverhalten nicht mehr wirklich vorhanden.

Touren die häufig noch über Wege mit sichtbarer Pfadspur oder Befestigung führen, sind nicht die ideale Umgebung für diese Schuhe. Unwegsames Gelände, Geröllfelder, Klettersteige oder Altschneefelder sind schon eher der Freund für diese Bergstiefel. Ein Leichtgewicht sind diese Modelle nicht mehr, lassen sich aber oft neu besohlen, falls die alte Sohle abgelaufen sein sollte.

Wanderwege*: Bergwege von T2 – T6
Beispieltouren: autarke Trekkingtouren mit viel Gewicht, leichte Hochtouren, Gelände ohne Pfadspur
maximales Rucksackgewicht: 25 kg
Haltbarkeit (sehr grobe Angabe): 2000 – 3000 Kilometer
Vorteile:
  • sehr stabile und verwindungssteife Sohle
  • ideal für autarke Touren mit sehr viel Gewicht, leichte Hoch-/Gletschertouren
  • meist steigeisenfest
  • hoher Schaft bietet Knöchel Schutz vor Stößen und verringert eindringen von Schnee/Steinchen
  • Schnürung reicht meist bis zu den Zehen
  • auch bei Rucksackgewichten jenseits 20 kg noch stabil
  • teilweise wiederbesohlbar
Nachteile:
  • eingeschränktere Bewegungsfreiheit als in halbhohen Schuhen
  • schwer
  • Abrollverhalten eingeschränkt

*abhängig von Witterungsbedingungen und den eigenen Fertigkeiten

Getestete Modelle

Hanwag Alaska GTX

Salewa Rapace GTX

Lowa Ticam II GTX


Wanderschuhe Test: 15 getestete Modelle

Trailrunning Schuhe

Salomon XA Pro

Gewicht (Schuh einzeln): 390 g
Wasserdichtigkeit: ja – GoreTex
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Contagrip
Materialien: Synthetik
Besondere Eigenschaften:
  • Quick Lace Schnürsystem
  • Zehenschutzkappe

Der Salomon XA Pro 3D GTX* ist ein klassischer Trailrunning Schuh. Er besitzt ein grobstolliges Profil und eignet sich somit gut für Wald- und Matschwege. Eine weichere Gummimischung bietet aber auch auf Fels und Stein genügend Grip. Mit 390 g ist er zwar nicht der leichteste Schuh seine Kategorie, bringt aber eine stabile Zehenkappe mit. Die Schnürung über das Quick Lace System geht angenehm schnell, jedoch schneiden die dünnen Schnürkordeln schnell in das Obermaterial. Der XA Pro 3D GTX ist wasserdicht, durch die GoreTex-Membran aber leider kaum atmungsaktiv.


Altra Lone Peak 4.0

Gewicht (Schuh einzeln): 283 g
Wasserdichtigkeit: nein (wasserdichtes Modell erhältlich)
Atmungsaktivität: sehr gut (5/5)
Sohle: MaxTrac™ mit TrailClaw™
Materialien: Synthetik
Besondere Eigenschaften:
  • Footshape Zehenbox
  • 0 Sprengung
  • Befestigungen für Gamaschen

Wanderschuhe Test Altra Lone Peak 4.5Der neue Altra Lone Peak 4.5* ist besonders unter Fernwanderern ein beliebter Wanderschuh. Durch seine breite “Footshape” Zehenbox hat der Vorderfuß viel Platz und das Wandern bleibt auch noch vielen Stunden angenehm. Seine Sohle ist wie bei Trailschuhen üblich grobstollig und bietet einen sehr guten Halt auf verschiedensten Untergründen. Der Altra Lone Peak 4.5 besitzt ein weiches Abrollverhalten und eine gute Dämpfung. Kletterpassagen mit kleinen Tritten sind nicht sein Lieblingterrain. Pfade, ob in den Alpen oder Mittelgebirgen, sind seine perfekte Spielwiese. Mit 283 Gramm ist er zudem einer der leichtesten Wanderschuhe in diesem Test.


Adidas Terrex Swift R2 GTX

Gewicht (Schuh einzeln): 350 g ( in Größe 42 2/3)
Wasserdichtigkeit: ja – GoreTex
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Continental™ Gummi
Materialien: Synthetik
Besondere Eigenschaften:
  • Speed-Lacing System
  • leichter Zehenschutz

Der Adidas Terrex Swift R2 GTX* (ausführlicher Testbericht) ist vom Aufbau mit dem Salomon XA Pro vergleichbar. Eine klassische Trailschuh-Form gepaart mit einer wasserdichten GoreTex-Membran sowie dem pfiffigen Speed-Lacing-System. Mit der grobstolligen Sohle ist auch der Adidas gut für schnelle oder leichte Touren auf Wald- und Matschpfaden geeignet. Sein Abrollverhalten ist sehr gut, ebenso wie der Tragekomfort. Negatives gibt es, ähnlich wie beim Salomon, über die schlechte Atmungsaktivität sowie das Durchscheuern der Schnürriemen zu berichten.


Wanderstiefel Kategorie AB

Lowa Renegade GTX

Gewicht (Paar): 1110 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – GoreTex
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Vibram® Evo
Materialien: Synthetik/ Nubuk-Leder
Besondere Eigenschaften:
  • multifunktionale Profilgestaltung der Sohle für Wandertouren in unterschiedlichstem Terrain
  • stabiler Schaft

Wanderschuhe Test Wanderstiefel ABUnter den Wanderschuhen ist der Lowa Renegade* ein absoluter Klassiker. Verständlicherweise. Denn er vereint guten Tragekomfort mit einer stabilen Schaftkonstruktion. Somit lässt er sich multifunktionell einsetzen und ist besonders für Wanderer interessant, die gerne einen hohen Schuh möchten, ohne jedoch auf gutes Abrollverhalten zu verzichten. Die GoreTex-Membran macht die Schuh wetterfest und lässt ihn auch bei leichten Touren im Schnee noch gut aussehen. Über die Atmungsaktivität der GoreTex-Membranen hatte ich ja schon gesprochen. Mit 1110 g pro Paar ist der Lowa Renegade überraschend leicht und somit auch für längere Mehrtagestouren ein guter Begleiter.


Meindl Ohio 2 GTX

Gewicht (Paar): 1200 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – GoreTex
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Meindl Magic Light Trail
Materialien: Synthetik/ Nubukleder gemillt
Besondere Eigenschaften:
  • multifunktionale Profilgestaltung der Sohle für Wandertouren in unterschiedlichstem Terrain
  • stabiler Schaft

Wanderschuhe Test Wanderstiefel ABAuch der Meindl Ohio 2* ist ein multifunktioneller Wanderstiefel für Tages- oder Mehrtagestour im Mittelgebirge oder auf den einfacheren Pfaden der Alpen. Seine weichere Magic Light Trail Sohle ermöglicht gutes Abrollen, eignet sich aber nur bedingt, wenn es auch mal ein paar kleine Kletterstellen zu überwinden gibt. Als Materialkomination kommt wie beim Lowa Renegade ein Nubuk Leder als Oberstoff und ein Gore-Tex-Innenfutter zum Einsatz. Somit ist auch der Ohio 2 wasserdicht und wetterfest. Sein hoher Schaft schützt zwar nicht vor jedem Umknicken, stabilisiert aber die Sprunggelenksregion.


Salewa Alp Flow Mid GTX

Gewicht (Paar): 1160 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – Gore-Tex (Surround)
Atmungsaktivität: mittelmäßig (2/5)
Sohle: Vibram Hike Approach
Materialien: Synthetik/ Nubukleder / ballistisches Netzgewebe
Besondere Eigenschaften:
  • Schnürung bis an die Zehen
  • GoreTex Surround
  • stabile Zehenkappe

Wanderschuhe Test Wanderstiefel ABEtwas sportlicher als die beiden vorherigen Modelle der Wanderschuhe Kategorie AB kommt der Salewa Alp Flow Mid GTX* daher. Die Schnürung reicht bis zu den Zehen, wodurch diese punktuell gut an die jeweilige Situation angepasst werden kann. Seine stabile Zehenkappe schützt vor unangenehmen Stein-Kontakten. Die Vibram Hike Approach Sohle kombiniert angenehmes Abrollen mit guter Stabilität. Dem Alp Flow Mid würde ich daher eine bessere Trittfestigkeit bei schmalen Trittstufen attestieren, als den beiden anderen Schuhen der Kategorie AB. GoreTex Surround verspricht eine verbesserte Atmungsaktivität bei unveränderter Wetterfestigkeit. Einige Kunden berichten jedoch von seltsamen Quietschgeräuschen bei diesem Modell während des Gehens.


Zustiegsschuhe

Salewa Wildfire GTX

Gewicht (Paar): 790 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – GORE-TEX® Extended Comfort
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: POMOCA Speed Mtn
Materialien: Synthetik – Schuh komplett Vegan
Besondere Eigenschaften:
  • Schnürung bis an die Zehen
  • 3F-System
  • stabile Zehenkappe und Kletterzone an der Spitze

Der Salewa Wildfire GTX *ist ein vielseitiger Zustiegsschuh, der durch seine stabile Sohle und verstärkte Zehenpartie auch vor technischen Kletterpassagen nicht zurück schreckt. Auf Wald- und Wiesenpfaden fühlt er sich aber genauso wohl und scheut auch den ein oder anderen Asphaltkilometer nicht. Für mich der ideale Schuh für Alpenüberquerungen, wenn man es gewohnt ist mit halbhohen Schuhen zu wandern. Auch der Wildfire GTX kommt mit einer wasserdichten Membran daher, sowie einer langen Schnürung bis zu den Zehen. Meiner eigenen Erfahrung nach hält sie Sohle je nach Untergrund bis zu 1500 Wanderkilometern, was für Zustiegsschuhe ein toller Wert ist.


La Sportiva TX4

Gewicht (Paar): 760 g ( in Größe 42)
Wasserdichtigkeit: nein
Atmungsaktivität: gut (4/5)
Sohle: MegaGrip Vibram
Materialien: Sämischleder
Besondere Eigenschaften:
  • Impact Brake System
  • stabile Zehenkappe und Kletterzone an der Spitze
  • „built to last“ – Konstruktion

Der La Sportiva TX4* ist ein weiterer klassischer Zustiegsschuh. Seine stabile Vibram MegaGrip Sohle fühlt sich auf felsigen Kletterpassagen oder Klettersteigen genauso wohl, wie auf weichen Wald- und Almwiesenpfaden. Trotz ihrer Stabilität bewährt sie dem Schuh ein gutes Abrollverhalten und einen hervorragenden Halt auf verschiedensten Untergründen. Sein vergleichsweise breiter Vorfußraum lässt den Zehen viel Platz und beugt der Entstehung von Blasen vor. Da der La Sportiva TX4 ohne wasserdichte Membran auskommt, bewahrt er auch bei längeren Touren ein angenehmes Fußklima.


Lowa Laurin

Gewicht (Paar): 1000 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit: ja – GoreTex
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Vibram® Mulaz Approach Pro, neu besohlbar
Materialien: Veloursleder
Besondere Eigenschaften:
  • neu besohlbar
  • stabile Zehenkappe und Kletterzone an der Spitze

Im Vergleich zu den beiden anderen Zustiegsschuhen in diesem Wanderschuhe Test, ist der Lowa Laurin GTX Lo* mit 1000 g pro Paar vergleichsweise schwer. Dagegen bietet er für den versierten Viel-Wanderer aber die Möglichkeit, den Schuh nach entsprechender Nutzung neu zu besohlen. Auch der wasserdichte Lowa Zustiegsschuh ist ein guter Allrounder und scheut neben Wald-, Wiesen- und Schotterwegen auch nicht vor der ein oder anderen Kletterpassage mit kleineren Trittstufen.


Trekkingstiefel Kategorie B

Salewa MTN Trainer Mid GTX

Gewicht (Paar): 1400 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – GORE-TEX® Extended Comfort
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Vibram® WTC
Materialien: Vollgummi-Ummantelung / 1,6 mm Veloursleder
Besondere Eigenschaften:
  • Kletter-Schnürung bis an die Zehen
  • Zwischensohle mit hoher Dämpfung
  • stabile Zehenkappe und Kletterzone an der Spitze

Wanderschuhe Test Trekkingstiefel BDer vielseitige Salewa MTN Trainer Mid GTX* Trekkingstiefel bietet eine verwindungssteife Vibram® WTC Sohle und ermöglicht damit sehr guten Halt auf felsigen Abschnitten.  Auch seine Kletterfähigkeit kann dank der stabilen Sohle als gut bezeichnet werden. Vorteil der Salewa Stiefel: Dank des Multifit Footbed kann der Schuh auch zuhause für viele Fußformen angepasst werden. Zudem sorgt sein hoher Schaft in Kombination mit der GTX Membran für effektiven Schutz vor Regen, Matsch, Steinschlag und Neu- oder Altschneepassagen. Wer mit etwa 15 – 20 kg im Rucksack unterwegs ist, findet mit dem vergleichsweise leichten Salewa MTN Trainer Mid GTX den passenden Begleiter.


Hanwag Tatra GTX

Gewicht (Paar): 1520 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – GORE-TEX®
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Vibram® AW Integral
Materialien: Nubukleder
Besondere Eigenschaften:
  • Spitzen- und Fersengummischutz
  • komfortable Einlegesohle

Wanderschuhe Test Trekkingstiefel BWer ein Klassiker unter den Trekkingstiefeln sucht, wird sicherlich auf den Hanwag Tatra GTX* verwiesen. Er ist der Inbegriff des traditionellen Leder-Wanderstiefels. Die stabile und steife Vibram Sohle macht ihn auch auf technischeren Wegpassagen zu einem sicheren Begleiter. Klettersteige, Geröllfelder, Blockwerk aber auch weichere Untergründe sind sein Metier. Leichte Abstriche müssen jedoch beim Abrollverhalten und der Atmungsaktivität gemacht werden. Dafür ist sein Nubukleder Obermaterial fast unverwüstlich und lässt viele Alpenüberquerungen zu. Genauso wenig schreckt er vor Schneefeldern oder matschigen Passagen zurück, bei denen halbhohe Schuhe schnell an die Grenzen kommen.


Meindl Antelao GTX

Gewicht (Paar): 1300 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – Gore-Tex Performance Comfort
Atmungsaktivität: mittelmäßig (2/5)
Sohle: Vibram Meindl Multigrip 3
Materialien: Veloursleder, Mesh-Gewebe
Besondere Eigenschaften:
  • Herausnehmbare Einlegesohle aus Kork und Synthetik
  • Comfort Fit – mehr Platz im Vorfußbereich

Wanderschuhe Test Trekkingstiefel BEin anderen Klassiker unter den Trekkingstiefeln ist der Meindl Antelao GTX*. Im Gegensatz zum Hanwag Tatra GTX ist dieser jedoch merklich leichter, was sich vor allem beim längeren Touren positiv auf das Erschöpfungsgefühl auswirkt. Neben dem für einen Trekkingstiefel geringen Eigengewicht, besitzt der Antelao eine verwindungssteife Vibram Multigrip Sohle die sicheren Halt auf vielen Untergründen bietet. Durch den Comfort Fit gibt es im Vorfußbereich des Stiefels mehr Platz als üblich. Dadurch werden besonders auf intensiveren Touren die Druckstellen vermindert, da sich die Füße über den Tagesverlauf ausdehnen. Der Wetterschutz wird zum einen über den hohen Schaft, sowie eine Gore-Tex Performance Comfort Membran, welche eine bessere Atmungsaktivität verspricht.


Bergstiefel Kategorie B/C

Hanwag Alaska GTX

Gewicht (Paar): 1810 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – GORE-TEX®
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Vibram® Fuora
Materialien: Nubukleder (gewachst)
Besondere Eigenschaften:
  • sehr hoher Schaft
  • Blattschnitt mit wenigen Nähten
  • umlaufender Geröllschutzrand

Wanderschuhe Test Bergstiefel BCSoll es in wirklich unwegsames Gelände mit viel Gepäck auf dem Rücken gehen, ist der Hanwag Alaska GTX* die passende Wahl. Die Namenswahl suggeriert sogar schon das Extreme. Selbst leichte Gletscher und Hochtouren stellen für diesen Bergstiefel kein Problem dar. Auch kann der Schuh für Eispassagen mit Steigeisen ausgestattet werden. Sein umlaufender Geröllschutzrand ist vor allem in ausgedehnten Geröllfeldern ein willkommener Schutz. Wenn auch mal etwas mehr Schnee erwartet wird, verhindert der 16 cm hohe Schaft des Hanwag Alaska GTX effektiv sein eindringen. Für Mittelgebirge oder einfachere Wandertouren ist dieser Schuh jedoch überdimensioniert, da sein Abrollverhalten durch die sehr verwindungssteife Sohle nicht mehr optimal ist.


Salewa Rapace GTX

Gewicht (Paar): 1480 g ( in Größe 42,5)
Wasserdichtigkeit:  ja – GORE-TEX® Performance Comfort
Atmungsaktivität: mittelmäßig (2/5)
Sohle: Vibram® WTC
Materialien: Vollgummi-Ummantelung / 1,8mm Nubuk
Besondere Eigenschaften:
  • Kletter-Schnürung bis an die Zehen
  • Zwischensohle mit hoher Dämpfung
  • stabile Zehenkappe und Kletterzone an der Spitze
  • Nutzung mit Hybrid-/halbautomatischen Steigeisen

Wanderschuhe Test Bergstiefel BCIn dem Salewa Rapace GTX* findet man einen mit 1480g überraschend leichten Bergstiefel. Wegloses Gelände, Geröllfelder, Klettersteige oder lange Altschneefelder sind für diesen Schuh kein Problem. Seine weit bis zu den Zehen reichende Schnürung sowie die steife Kletterzone an der Schuhspitze machen diesen Schuh zu einem guten Begleiter wenn auch öfter mal auf Kletterabschnitten die Hände zum Einsatz kommen. Schmale Tritte lassen sich damit gut zum Vortrieb nutzen. Hybrid-oder halbautomatischen Steigeisen können zudem mit den Salewa Rapace genutzt werden, falls auch die ein oder andere Gletscherquerung auf dem Tourenprogramm steht.


Lowa Ticam II GTX

Gewicht (Paar): 1680 g ( in Größe 42)
Wasserdichtigkeit:  ja – GORE-TEX®
Atmungsaktivität: eher schlecht (1/5)
Sohle: Vibram® Apptrail, neu besohlbar
Materialien: Veloursleder 2,0-2,2 mm
Besondere Eigenschaften:
  • Kletter-Schnürung bis an die Zehen
  • Neu besohlbar
  • Spitzen- und Fersengummischutz

Wanderschuhe Test Lowa Ticam II GTXWenn autarke Trekkingabenteuer oder leichte Hochtouren auf dem Programm stehen, sind die Lowa Ticam II GTX* ein zuverlässiger Begleiter. Ihre sehr verwindungssteife Vibram® Apptrail Sohle ermöglicht auch in weglosem Gelände oder in Geröllfeldern ein sicheren Vorankommen. Der vordere Teil der Sohle ist dabei so geformt, dass auch bei Abstiegen maximale Traktion gegeben ist. Zudem soll die Abrollfähigkeit so gut es bei solch steifen Sohlen eben möglich ist, erhalten bleiben. Spitzen- und Fersengummis schützen den Fuß zusätzlich vor Geröll oder umherfliegenden Steinen. Wie viele andere Lowa Schuhe auch, ist auch der Ticam II GTX Stiefel nach intensiver Nutzung wieder neu besohlbar.


Wanderschuhe Test: Kriterien zu Auswahl

Fähigkeiten und körperliche Verfassung

Bewegst Du dich seit Jahren oder gar Jahrzehnten bei Wind und Wetter zu Fuß in den Alpen und verfügst über ein hohes Maß an Trittsicherheit und alpine Erfahrung? Ist die Muskulatur deines Bewegungsapparates gut ausgeprägt und kräftig? Sind deine Sehen und Bänder durch die unzähligen Wandertage widerstandsfähig geworden?

Dann wirst Du mit großer Wahrscheinlichkeit viele Bergwege auch mit einem leichteren, halbhohen Outdoorschuh zurück legen können. Denn Erfahrung und ein stabiles Sprunggelenk erlauben zum Beispiel die Wahl eines leichten Trailrunning Schuhs auf Bergwegen bis zu einem Grad von T3.

Fehlt dir die Erfahrung oder die Stabilität im Sprunggelenk können bei Hüttentouren knöchelhohe Wander- oder Trekkingstiefel die sinnvollere Wahl sein. Sie geben etwas zusätzlichen Halt in diesem Gelenk und sind verzeihender bei Fehltritten. Eine körperliche Vorbereitung zur Kräftigung der Muskulatur und dem Ausbau der konditionellen Leistung, sollte aber immer die Voraussetzung für längere Wanderungen sein.

Wanderschuhe Test
Eine Alpenüberquerung ist ein guter Wanderschuhe Test

Schützen hohe Wanderstiefel vor dem Umknicken?

Das hohe Wanderstiefel besser vor dem Umknicken schützen als halbhohe Schuhe, ist ein oft geglaubter Mythos. Das Verletzungsrisiko beim Wandern hängt deutlich stärker von der körperlichen Verfassung und dem Erschöpfungsgrad ab. Zudem passieren laut einer Studie der Universität Innsbruck 75% aller Wanderunfälle während des Abstiegs – unabhängig von der Schafthöhe.

Rucksackgewicht

Ein weitere Faktor bei der Auswahl von Wanderschuhen, ist das zu erwartende Rucksackgewicht. Wiegt den Rucksack auf der 14-tägigen autarken Trekkingtour in Skandinavien mehr als 20 Kilogramm, benötigst Du einen stabileren Schuh, als ein Ultraleicht Trekking Wanderer, der weniger als 5 kg auf den Schultern trägt.

Für eine mehrtägige Wanderung im Mittelgebirge ohne Zelt oder eine Hüttentour sollte das Rucksackgewicht selten die Schwelle von 10 Kilogramm überschreiten. Bis zu dieser Grenze sind auch viele halbhohe Zustiegsschuhe und auf einige Trailrunning Schuhe noch ausreichend stabil.

Aber neben dem Rucksackgewicht, zählt natürlich auch das Gewicht des Wanderers in die Beurteilung mit ein. Wiegt jemand jenseits der 100 Kilogramm, sollte der Schuh entsprechend mehr Stabilität bietet, als das passende Exemplar für eine 55 kg leichte Person.

Wanderschuhe Test
Trekkingstiefel in den Alpen

 

Tipps und Häufige Fragen zu Wanderschuhen

Wie viel kosten gute Wanderschuhe?

Wie viel gute Wanderschuhe kosten, hängt von der jeweiligen Kategorie und dem Hersteller ab. Aber in der Regel kosten hochwertige Trekkingschuhe zwischen 100 und 300 €. Groß sparen sollte man an diesem Ausrüstungsstück auch besser nicht, denn ansonsten bezahlt man häufig mit Blasen, Druckstellen oder geringer Haltbarkeit.

Was ist bei Wanderschuhen zu beachten?

Am wichtigsten ist, dass der Wanderschuh richtig passt und gut am Fuß sitzt. Zudem sollte er sich für Art der geplanten Wanderung eignen. Für den Tragekomfort ist außerdem ein gutes Abrollverhalten entscheidend.

Welche Wanderschuhe für leichte Wanderungen?

Für leichte Wanderungen im Flachland oder Mittelgebirge eignen sich Trailrunning Schuhe sehr gut. Denn diese bieten ein tolles Abrollverhalten, hohen Tragekomfort und durch ihre grobstollige Sohle einen guten Halt auf weichen Untergründen. Sie sind zudem vergleichsweise günstig in der Anschaffung.

Welche Schuhe sind beim Bergwandern zu empfehlen?

Beim Bergwandern können viele Arten von Wanderschuhen zum Einsatz kommen. Das hängt von der Erfahrung des Wanderers und der Schwierigkeit des geplanten Weges ab. Ohne große Kletterstellen können erfahrene Bergwanderer von den Vorteilen leichter Trail- oder Zustiegsschuhe profitieren. Wer gerne einen hohen Schuh möchte greift am besten zu Wanderschuhe der Kategorie AB oder Trekkingstiefel der Kategorie B.

Wanderschuhe richtig anprobieren

  • Schuhe Nachmittags anprobieren. Dann sind die Füße am dicksten
  • Mit den Wandersocken anprobieren, die man auch auf Tour trägt. Auch Platz für dicke Wintersocken bedenken.
  • Mindestens 30 Minuten bis 1 Stunden zuhause oder im Geschäft Probe tragen
  • Drückt der Schuh schon nach dem Anziehen > ungeeignet

Falls Du deine Wanderschuhe online kaufst: Größenhinweise der Hersteller oder Erfahrungen anderer Käufer beachten. Im Zweifel lieber eine Nummer größer wählen. 

Optimale Passform der Wanderschuhe finden

  1. Zehen sollten nach Vorne mindestens 1 cm ( ~ 1 Fingerbreite) Platz haben. Sonst besteht die Gefahr, beim Bergabgehen schmerzhaft vorne anzustoßen
  2. Ferse sollte feste sitzen. Der Fuß sollte nicht im Schuh herum rutschen. Auch ohne feste Schnürung nicht
  3. Den Vorfußbereich feste schnüren. Bei Stiefeln im Schaftbereich lockerer schnüren

Müssen Wanderschuhe wasserdicht sein?

Vereinfacht gesagt, müssen Wanderschuhe nicht zwingend wasserdicht sein. Denn ein Wanderschuh mit GoreTex Membran hat nicht nur Vorteile, sie verringert nämlich die Atmungsaktivität der Schuhe deutlich. Ganz grob gesagt, ist eine wasserdichte Membran im Winter bei Touren in Schnee und Eis empfehlenswert. In den wärmeren Frühlings- und Sommermonaten, überwiegen meiner persönlichen Meinung jedoch die Nachteile.

In der folgenden Tabelle findest Du die Vor- sowie Nachteile zu wasserdichten Wanderschuhe:

Wasserdichte Wanderschuhe

Vorteile Nachteile Einsatzgebiet
  • halten die Füße bei Regen eine gewisse Zeit trocken
  • halten die Füße bei Schnee besser trocken und warm
  • trocknen langsamer
  • Membran nur etwa 200 – 300 Kilometer 100% dicht
  • Atmungsaktivität eingeschränkt
  • dadurch stärkere Geruchsbildung
Wintertouren bei Schnee, Schneeschuhtouren,

Wanderschuhe ohne GoreTex Membran

Vorteile Nachteile Einsatzgebiet
  • sind atmungsaktiver
  • dadurch im Sommer angenehmer
  • trocknen im nassen Zustand schneller
  • meist günstiger als GoreTex Pendant
  • Füße werden schnell nass
  • bei Schnee im Winter nur bedingt geeignet
Wanderungen ohne Schnee und Eis

Ob es Trekkingstiefel, Zustiegsschuhe oder Trailrunner mit GoreTex-Membran waren: Meiner Erfahrung nach war die wasserdichte Schicht nach etwa 200 Kilometern durch das tausendfache Knicken des Fußen nicht mehr dicht. Nach einiger Zeit im Regen drang nun Feuchtigkeit in den Schuh ein. Und durch die geringere Atmungsaktivität blieb diese auch noch nach dem Wandern häufig bis zum nächsten Morgen im Schuh.

Besonders wenn kein Trockenraum oder eine Heizung zur Verfügung steht, ist das sehr unangenehm auf der folgenden Etappe. Zwar werden die Füße ohne wasserdichte Membran schneller nass, dafür trocknen die Schuhe aber deutlich schneller wieder. Deren gesteigerte Atmungsaktivität ist auch an heißen Sommertagen von großem Vorteil.

Welche Wanderschuhe sind für warme Touren am besten?

Je wärmer es ist, desto angenehmer sind Wanderschuhe die eine hohe Atmungsaktivität haben. Und da scheiden die meisten wasserdichten Exemplare schon aus. Je nach Tour, Gelände und Schwierigkeitsgrad des Weges sind bei hohen Temperaturen halbhohe Schuhe zu empfehlen. Durch den niedrigen Schaft kann staut sich die Wärme weniger im Schuh und das Fußklima bleibt angenehmer. Zudem sind Trailrunner oder Zustiegsschuhe in der Pause schneller ausgezogen als hohe Trekkingstiefel.

Welche Wanderschuhe sind für Wanderungen im Winter am besten?

Wenn man viel im Schnee oder bei sehr kalten Temperaturen wandert, sind hohe Wander- oder Trekkingstiefel mit einer wasserdichtem Membran vorteilhaft. Diese sorgt dafür, dass sich das Obermaterial nicht so schnell mit Feuchtigkeit vollsaugt und diese ins Schuhinnere weiterleitet. Auch kann die Wärme im Schuh besser vorhalten werden.

Ein hoher Schaft ist besonders bei Schneeschuhtouren sinnvoll. Zum einen, weil sich die Riemen und Schnallen der Schneeschuhe besser und bequemer am hohen Schaft der Stiefel befestigen lassen. Und zum anderen, da lockerer Pulverschnee mit einem hohen Stiefel schlechter über die Schuhöffnung ins Innere gelangen kann.

Wanderschuhe Test
Gute Bedingungen für hohe Bergstiefel

Geschrieben von Alex

BergReif Author Alex

Gepackte Rucksäcke, lange Wanderungen und zackige Bergpanoramen bereiten Alex die größte Freude. Mit dem 550 km langen Traumpfad München Venedig startete 2014 seine Weitwander-Leidenschaft. Neben zahlreichen Touren in den Alpen, den deutschen Mittelgebirgen und auf den Balearen, stand 2017 seine längste Fernwanderung an. Mit seiner Freundin begab er sich auf eine 1900 km langen Alpendurchquerung von Wien bis nach Nizza. Über 4 Monate waren nur die beiden Rucksäcke ihr Zuhause. Mittlerweile ist er am liebsten in den Schweizer Alpen sowie dem Hochschwarzwald unterwegs und leitet die Ultraleicht Rucksack Manufaktur WeitLäufer.

9 Kommentare

  1. Hi Alex, habe mir schon manchen nützlichen Tipp von dir abgeschaut. Auch diese Systematisierung verdient auf alle Fälle einen dicken Daumen nach oben. Vor allem, weil sie zeigt, dass Equipment nicht alles ist, wenn man die eigene Geländeausbildung vernachlässigt. Andererseits ist es nicht leicht, im Meer der Angebote den Durchblick zu halten. Danke dir. Später dann mehr.

  2. Hallo Alex,

    nachdem ich mir drei Abende lang alle Infos zum Thema “zusammengefuddelt” habe bin ich erst auf Deinen Artikel hier gestoßen. Ihn gleich zu lesen hätte mir viel Zeit gespart :)

    Danke, daß Du hier mal ganz klar, objektiv und vollumfänglich alle wesentlichen Aspekte der Schuhwahl herausgearbeitet hast.

    Ich folge Deinen Ausführungen zu 100%. TOP.

    VG

  3. Hi Alex

    Wie ich als Laie finde: ein sehr guter und hilfreicher Artikel! Ein fester Wander-/Trekkingstiefel wird in großen Outdoor-Geschäften leider immer noch recht häufig als das Maß aller Dinge verkauft – was grds. ja auch in vielen Belangen stimmen mag. Mir ist letztens bei der Wanderung des Felsenweg 6 + Teufelsschlucht aufgefallen, dass mir abends nach den vielen Höhenmetern (vieles davon über Stufen zu absolvieren) schon ordentlich die Achillessehnen gedrückt haben und die zurück gelegte Distanz auch im Bereich des Schuhschafts spürbar war. Hier zeigt sich wohl dann noch ein entscheidender Vorteil von Zustiegschuhen: einmal richtig geschnürt und es wird grds. damit wohl getan sein. Beim Wander-/Trekkingstiefel darf man sich während der Tour noch darüber Gedanken machen, wie man ihn je nach Streckenabschnitt schnüren sollte. Und unpraktisch wird’s insbesondere dann, wenn man nicht permanent bergauf oder bergab läuft, sondern es eigentlich nahezu permanent rauf und runter geht – dann kommt man aus dem Umschnüren wohl kaum noch raus wenn man seinen Füßen nicht zuviel abverlangen möchte.

    Ich wäre jedenfalls bei der Tour froh gewesen, meine Zustiegschuhe dabei gehabt zu haben um den Druck auf die Achillessehne beim bergauf/bergab Gehen zu vermeiden. Ich bin inzwischen auch der Ansicht, dass beim Thema Wanderschuh in erster Linie das Thema Trittsicherheit im Vordergrund stehen sollte – und das schließt dann natürlich gutes und richtiges Training mit ein.

  4. Sehr hilfreicher Artikel, der gleichzeitig auch vor Augen führt, dass die Geländebeschaffenheit ein maßgebliches Auswahlkriterium ist. Sehr übersichtliche Zusammenstellung. Die gewählten Kriterien für pro und contra sind sehr plausibel.

    Danke für die Bereitstellung der Infos.

  5. Hallo Alex

    Wunderbare Kaufhilfe für einen neuen Schuh. Verständlich, ausführlich und hilfreich.

    Kleine Anmerkung: Obwohl für mich von meinem Anforderungsprofil eigentlich ein Trekkingstiefel B in Frage kommen müsste, habe ich mich dennoch für einen Bergstiefel BC entschieden und bin sehr zufrieden damit. Dies hat folgende Gründe: ich bin über 1,90 m gross, habe Schuhgrösse 48 bis 49 und wiege doch über 90 Kilo. Das hat zur Folge, dass ein Trekkingstiefel B sich bei mir beim Wandern eher wie Schuhe der Kategorie AB anfühlen und somit für meine Bedürfnisse zu weich ausfallen (ich glaube ein Schuh der Grösse 40 ist bei gleichem Modell einfach stabiler als einer mit Grösse 49) Somit hat ein Schuh der Kategorie BC aufgrund meiner Grösse und Gewicht das Verhalten eines Schuhes der Kategorie B und ist somit für meine Bedürfnisse ideal.

    Liebe Grüsse,
    Chris

    1. Hi Chris,

      vielen Dank für deine Ergänzung! Das Gewicht des Wanderden trägt wie du sagst auch zur Wahl des Schuhes bei.

      Liebe grüße,
      Alex

Kommentar schreiben

Ich bin damit einverstanden, dass BergReif.de meinen Namen und meine E-Mail Adresse speichert, damit ich die angeforderten Informationen erhalten kann. Für mehr Informationen werfen Sie bitte einen Blick in unsere Datenschutz-Erklärung, in der wir detailliert darlegen, wo, wie und warum wir Ihre Daten speichern.