2.5 Kilo Basisgewicht – Minimalistische Packliste für eine mehrtägige Hüttentour

04. Mai 2015   //   27 Kommentare
Packliste Hüttentour Packliste

„Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher.“ Albert Einstein

Die Gründe für leichtes Gepäck beim Wandern und Trekking sind zahlreich. In diesem Artikel bin ich vor einiger Zeit ausführlich darauf eingegangen, aber hier gibt es nochmal eine kleine Zusammenfassung:

  • geringere körperliche Belastung (Knie, Schultern, Rücken, etc.)
  • dadurch mehr Spaß und Freude beim wandern
  • größere Fokussierung auf das Natur- und Umwelterlebnis

Insgesamt konnte ich meine Freude am Wandern und der Bewegung in der Natur durch ein geringes Rucksack Gewicht deutlich steigern. Ich habe keinen störenden Klotz mehr auf dem Rücken, der mich ständig nach unten zieht und mir Blasen und Verspannungen beschert. Mit einem minimalistischen Ansatz und dem gezielten Weglassen von überflüssigen Ausrüstungsgegenständen, kann man schon sehr viel erreichen. Wenn Dich der Zusammenhang zwischen Wandern und Minimalismus interessiert, dann schau dir diesen Artikel mal an!

Packliste Hüttentour Packliste

 

Meinen Trekking Ausrüstung habe ich schon durch einige Maßnahmen auf ein geringes Basisgewicht von 5,9 kg reduzieren können (Stand Anfang 2016). Jetzt stehen diesen Sommer aber auch einige Hüttentouren in den Alpen an, bei denen Zelt, Isomatte und Daunenschlafsack nicht nötig sind. Daher hat es mich gereizt, auch für diesen Einsatzzweck meine Wanderausrüstung gewichtstechnisch zu optimieren. Dabei habe ich nicht auf wichtige und sicherheitsrelevante Gegenstände ( Erste-Hilfe-Set, Regenbekleidung, Hüttenschlafsack,etc..) verzichtet, sondern über Austausch (Rucksack, Hüttenschlafsack*, etc..) und weglassen von für mich überflüssiger Ausrüstung (Kindle, Taschenmesser, Hüttenschuhe, etc..) ein sehr geringes Basisgewicht (ohne Essen und Wasser) erreicht:

2,416 kg.

Das es so niedrig sein würde, hätte ich selber nicht erwartet! 2,416 kg! Der Laptop auf welchem ich diesen Artikel schreibe wiegt mehr. Leider…Mit etwas Proviant und 2 Litern Wasser wiegt der Rucksack insgesamt nur 4,916 kg. 

Auf unserer kürzlichen 9-tägigen Hüttentour auf dem Stubaier Höhenweg habe ich genau diese Sachen mitgenommen und bin hervorragend damit ausgekommen. Es hat mir an nichts gemangelt und ich musste auch keinen Komfort-Verlust erleiden!

Packliste Hüttentour Packliste Minimalismus
Mit der minimalistischen Packliste auf Hüttentour in den Stubaier Alpen 2015. Noch mit altem Rucksack.

Tipps für eine Minimalistische Hüttentour Packliste

Austauschen

Die größte Gewichtsersparnis habe ich durch den Einsatz eines leichteren Rucksacks erreicht. Mein 1,6kg schwerer Deuter ACT Lite 55+ wich erst dem 1040g leichten Exped Lightning 45. Als auch dieser Rucksack zu schwer wurde, nähte ich mir ein passenderen Pack. Aus gelben X-Pac, Diamond Ripstop, Cordura und einem wasserabweisenden YKK Reißverschluss entstand ein robustes und dennoch ultraleichter Rucksack.

Packliste Hüttentour Packliste
Links Gepackter 25L Rucksack und rechts getragene Kleidung

Er hat ein geschätzes Volumen von ungefähr 25 Litern. Was für meine Hüttentour Packliste vollkommen ausreicht. Generell solltest Du dich aber erst wenn du deine gesamte Ausrüstung zusammen hast, für einen Rucksack entscheiden. Denn erst dann weißt Du, wie viel Platz du wirklich benötigst.

Mein alter Hüttenschlafsack wog 340 g und war in keinem guten Zustand mehr. Der Ersatz* für ihn besteht aus einer Art Seiden-Microfaser und wiegt nur noch 140g. Für die MYOG-Freunde unter euch: Mit ein paar günstigen Metern Fallschirmseide, kannst Du schnell und einfach ein noch leichteres Exemplar nähen. Das für meine Körpergröße von 197cm passende Modell wiegt lediglich 105 Gramm. Inklusive Packsäckchen.

Weglassen

Meinen Kindle* hatte ich bis jetzt auf jeder Wanderung dabei. Effektiv gelesen habe ich vielleicht eine halbe Stunde. Alle Wanderungen zusammengerechnet. Das war Grund genug die 362 g das nächste Mal zuhause zu lassen. Wenn Du jetzt auf Tour Abends gar nicht genug vom Lesen bekommst, lass ihn natürlich drin im Rucksack! Ähnliches gilt für mein Taschenmesser. Auf dem Traumpfad München Venedig habe ich es kein einziges Mal gebraucht. Eine Ersparnis von 116 g.

Ich hatte auf dieser Wanderung auch leichte Schuhe für die Hütte dabei und habe trotzdem auf jeder Hütte Schlappen vorgefunden die ich lieber angezogen habe. Meine Schuhe wegzulassen und die angebotenen Exemplare zu nutzen, ist für mich vollkommen okay. Sollten ungewöhnlicherweise einmal keine Hüttenschuhe vorhanden sein, laufe ich einfach auf Socken in der Hütte rum. Ist Dir das nicht hygienisch genug, nimm dein eigenes Paar mit.

Dank geruchsneutraler Merinowolle als Baselayer* brauche ich auf einer 7-tägigen Hüttentour auch kein Wechsel-T-shirt mehr. Ich habe ein Kurzarm und ein Langarm Shirt aus Merinowolle dabei, aber beide eigentlich nie gleichzeitig an. Je nach Wetter trage ich eins beim wandern und das andere auf der Hütte. Sollte es einmal richtig kalt werden, ziehe ich beide übereinander an.

Ultraleichte Ausrüstungs Tipps:

Ultraleicht Tarp

Ultraleichtes Flat Tarp

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ultraleichte Titan Tasse

Snow Peak Titan Tasse

29,95EUR

ultraleicht Isomatte Test Z-Lite

Ultraleicht Isomatte

ab 39,90EUR

Ultraleicht Rucksack

Ultraleicht Rucksack

ab 65,00EUR

Minimalistische Packliste Hüttentour

In der folgenden Tabelle könnt ihr euch detailliert anschauen, was ich für eine Hüttentour in meinem Rucksack gepackt habe und was ich am Körper trage. Mein Luxusgegenstand ist meine DSLR die ich immer dabei habe.  Der ehemalige Luxusgegenstand Spiegelreflexkamera war mir auf Dauer doch zu schwer und wurde kürzlich gegen die sehr viel leichtere (451g) Systemkamera Sony A6000* ausgetauscht. Da ich diese aber zu jeder Zeit vor mir an meinem Hüftgurt trage, habe ich sie nicht ins Rucksack Gewicht eingerechnet.

Falls Du auch noch mit der Entscheidung „Systemkamera vs Spiegelreflex“ haderst, dann schau Dir doch diesen Artikel an! Dort habe ich meine Gründe für den Wechsel ausführlich beschrieben.

Für das Gesamtgewicht habe ich beispielhaft einen Wasservorrat von 2 Litern und Proviant von 500 Gramm angenommen, was für die meisten Tagesetappen mehr als ausreichen sollte. Hier kannst Du dir die minimalistische Packliste Hüttentour als Excel Datei herunterladen.

Packliste Hüttentour: Rucksack und Schlafen

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht [Gramm]

Gewicht am Körper [Gramm]

Rucksack ~ 25L MYOG 1 352
Hüttenschlafsack 1 105
GESAMT 457
Alternativen
Terra Nove Laser 25 Rucksack* 1 365
Hüttenschlafsack* 1 140

Packliste Hüttentour: Wetterschutz

Der Wetterschutz ist in den Alpen elementar wichtig. Wetterumschwünge können sehr schnell eintreten und auch nach einem sonnigen Morgen Hagel und Regen bringen. Regenjacke und Hose sollten aber nicht so schwer sein, dass sie bei einem sommerlichen Hochdruck-Gebiet unnötig an den Schultern zerren. Ich habe mich für die Kombination aus Hardshelljacke und Regenkilt entschieden. Tendierst Du jedoch zur klassischen Regenhose, habe ich Dir auch eine Alternative verlinkt.

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht [Gramm]

Gewicht am Körper [Gramm]

Haglöfs LIM III Regenjacke 1 240
Regenkilt MYOG 1 67
GESAMT 307
Alternative
Regenhose Vaude Drop Pants* 1 180

Packliste Hüttentour: Bekleidung

Packliste Hüttentour Packliste
Meine Wechselwäsche und Regenbekleidung

Meine gesamte Wechselwäsche für eine Hüttentour ist ziemlich minimalistisch. Sie umfasst eine weitere Unterhose, ein zweites Paar Wandersocken, eine lange Unterhose, eine kurze Sporthose sowie eine leichte Fleecejacke. Sollte es auf der Tour einmal kälter werden habe ich noch ein paar Handschuhe im Gepäck. Das Multifunktionstuch trage ich entweder auf dem Kopf oder um den Hals.

Eventuell füge ich dem ganzen noch ein leichtes und atmungsaktives Windshirt hinzu. So muss ich an windigen Passagen nicht extra meine Hardshelljacke tragen. Denn trotz vielen Versprechungen sind diese weit von Atmungsaktiv entfernt. Ein Windshirt würde das Gesamtgewicht um akzeptable 80 – 100 Gramm erhöhen.

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht Rucksack [Gramm]

Gewicht Körper [Gramm]

Wanderschuhe Salewa Wildfire GTX 1 968
Merino Wandersocken* 2 63 63
Norrona Falketind Flex 1 Wanderhose  1 400
Merino T-Shirt* 1 167
Funktions Unterhose* 3 100 50
Funktions Lange Unterhose* 1 132
Merino Langarmshirt* 1 230
leichte, kurze Hose für die Hütte* 1 108
Fleecepulli* 1 230
Multifunktions-Tuch* 1 40
Handschuhe* 1 42
Kappie 1 58
GESAMT BEKLEIDUNG 1089 1917

 Packliste Hüttentour: Kosmetik

Packliste Hüttentour Packliste
Mein „Kulturbeutel“ für die Hüttentour

Auch eher knapp gehalten und nur das nötigste eingepackt. Zahnbürste, Minizahnpasta, Handtuch, etwas Hirschtalg, ein kleines Deo, Dr. Bronners Flüssigseife und etwas Sonnencreme. Seife und Sonnencreme habe ich in leichte Dropper Bottles umgefüllt. Augenbinde und Oropax helfen besonders in schnarchreichen Nächten. Etwas Klopapier darf auch nicht fehlen.

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht Rucksack [Gramm]

Gewicht Körper [Gramm]

kleines Handtuch* 1 52  
Bio-Flüssigseife* (50 ml) 1 50  
Zahnbürste 1 8  
Zahnpasta (15ml) 1 22  
Deo 1 41
Hirschtalgcreme* (35ml) 1 35  
Sonnencreme (50ml) 1 58  
Klopapier 1 50  
Oropax 1 1  
GESAMT 277

Packliste Hüttentour: Reiseapotheke

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht Rucksack [Gramm]

Gewicht Körper [Gramm]

Erste-Hilfe-Set*
Schmerzmittel (Iboprofen)
(Blasen-)Pflaster
Durchfallmedikamente
Zeckenzange
Magnesium-Präparate 
Wunddesinfektionsmittel
GESAMT 95

Hüttentour Packliste: Dokumente

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht Rucksack [Gramm]

Gewicht Körper [Gramm]

Personalausweis 1   7
EC-Karte 1   7
Kreditkarte 1   5
Bargeld      
Krankenversicherungsnachweis 1   5
DAV-Ausweis 1   1
GESAMT 25

Packliste Hüttentour: Elektronik

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht Rucksack [Gramm]

Gewicht Körper [Gramm]

Systemkamera Sony A6000* 1   451
Extra Kamera Akku 1   40
GoPro Hero 4 1   167
Speicherkarten / Mikrospeicherkarten 10 19  
Handy (mit GPS Karten Material) 1   146
Mikro-USB-Ladegerät  1 53  
Stirnlampe* 1 79  
kleines Stativ* 1 63  
GESAMT   214 804

Hüttentour Packliste: Sonstiges

Ausrüstung

Anzahl

Gewicht Rucksack [Gramm]

Gewicht Körper [Gramm]

Regenschutzhülle Rucksack Innen* 1 32  
Biwaksack Notfall* 1 108  
Plastik Trinkflasche 1,5l 2 76  
Sonnenbrille 1 41  
Wanderführer 1   200
Kompass 1 27  
SWIX Carbon Trekkingstöcke 1 350
GESAMT 284 550

Gesamtgewicht

BASISGEWICHT

2,416

3,296

inklusive 2 Liter Wasser und 500 Gramm Proviant

4,916

Packliste Hüttentour Packliste

Ist deine Packliste Hüttentour tauglich?
Was ist für dich unverzichtbar bei deiner Wanderung von Hütte zu Hütte?

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Wer schreibt hier?

Ich bin Alex. Im Sommer 2014 habe ich meine 7 Sachen gepackt und bin auf der Suche nach einer Auszeit auf dem Traumpfad von München nach Venedig über die Alpen gewandert. Nach diesen 34 Tagen waren die Berge und das (Fern-)Wandern einfach nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Heute bin ich immer dann am glücklichsten, wenn der Rucksack gepackt ist und ich wieder auf Tour gehe. Ich bin chronisch neugierig, interessiere mich für fast alle Arten von Outdoor-Ausrüstung und Outdoor-Tipps. Und das was ich dabei so alles lerne, möchte ich mit Dir hier auf BergReif teilen!

27 Kommentare

  1. Ein Taschenmesser ist so etwas, was man zwar immer dabei hat, aber eigentlich nie wirklich braucht. Bzw., wenn ich es schon mit mir rumschleppe, dann suche ich mir immer Sachen, wo ich es benutzen kann ;) Aber richtig brauchen – eher nicht…
    Wenn ich alleine wandere, kann ich nicht ohne mein Kindle, wenn jemand bei mir ist, kann ich darauf auch gut verzichten. Und ich habe zwar auch Merinoshirts, und sie stinken wirklich nicht. Aber irgendwie packe ich mir doch meist ein zweites ein. Schließlich schwitzt man das Ding auch nass und dann wirds kalt…
    Eine wirklich sehr minimalistische Liste, aber dabei auch schon sehr brauchbar – super!

    1. Hi Timo,

      Danke für dein Lob! Freut mich das die Liste Dir gefällt. Ja ich habe mich dann auch immer tierisch gefreut wenn ich mein Taschenmesser endlich mal für etwas benutzen konnte, was echt selten vorkam :) Wenn man alleine mehrere Tage unterwegs ist, dann ist ein Kindle schon ne feine Sache, aber ich renn dann meistens den ganzen Nachmittag und Abend mit meiner Kamera durch die Gegend und knipse alles mögliche. Ich habe tagsüber meistens mein kurzes Merinoshirt an und Abends am Lager/ auf der Hütte mein trockenes Langarm Merino. Echt klasse die Teile!

      LG Alex

  2. 3,06kg? Das ist ja fast nix und für mich gerade unvorstellbar. :-D Unvorstellbar in dem Sinne, dass ich fast immer, auch auf Tagestouren, deutlich mehr habe. Nun gut, ich habe auch noch nicht so akribisch darauf geachtet, was wie viel genau wiegt und danach eingekauft.
    Aber es ist unglaublich, was heute alles möglich ist. Wie leicht die Sachen werden.
    Danke für den guten Bericht.
    Sonnige Grüße
    Conny

    1. Hi Conny,

      Ja man muss schon ein bisschen verrückt sein jeden Ausrüstungsgegenstand auf die Waage zu legen, dann alles akribisch in eine Tabelle einzutragen und gegebenenfalls den Rotstift anzusetzen. Aber es hat sich ausgezahlt und mein Rücken und meine Füße danken es mir auf jedem Kilometer bzw. Höhenmeter :)

      Auch dir sonnige Grüße,
      Alex

  3. Moin! Klasse Liste, vor allem die Tatsache, dass du an sich kaum Gewicht tragen musst und trotzdem alles nötige dabei hast, finde ich ziemlich cool! Werde mich in jedem Fall an deiner Liste orientieren, sobald es in den Dolomiten Urlaub geht. Vielen Dank für deinen Artikel und beste Grüße

    1. Hi Malte,

      Ja es ist wirklich überraschend wie wenig Gewicht man dabei hat, wenn man konsequent reduziert. Dann ganz viel Spaß bei deinem Dolomiten Urlaub!

      Viele Grüße und schönen Sonntag,
      Alex

    1. Hi Ralf,

      ich persönlich wandere damit auch den Alpen. Es kommt natürlich immer auf dein Einsatzgebiet ab. Gletscherquerungen und Hochtouren sollte man damit natürlich nicht unbedingt in Angriff nehmen. Aber Bergwandern klappt damit für mich super. Dennoch benötigt es eine Eingewöhungszeit, da sich der Fuß auf den fehlenden Halt oberhalb der Knöchel erst einstellen muss. Am Anfang gab das bei mir besonders in den Unterschenkel nochmal guten Muskelkater :)

      LG Alex

  4. Hey Alex,
    ich bin zwar komplett neu in der Wanderszene (komme eher vom Klettern und Gleitschirmfliegen) aber dein Blog macht definitiv Lust auf mehr.
    Eine Idee für eine, wenn auch minimale, Gewichtsersparnis: Denttabs statt Zahnpasta. dann kann man auch genau abzählen, wie viele man braucht.
    viele Grüße
    Sophia

  5. Hallo Alex,

    erstmal vielen Dank für Deine Seite hier. Ich stöbere immer wieder gerne hier und habe mir auch schon ein paar Anregungen mitgenommen. Ich schaue schon immer auf das Rucksackgewicht, aber erst in den letzten 1-2 Jahren habe ich mich auch an die großen vier + 1 (Kamera) gewagt. Mit dem Verzicht auf die DSLR hat sich die Spirale in Gang gesetzt. Kleinere Kamera, kleinerer Rucksack…. Aber warum rechnest Du so viele Gegenstände aus Deinem Basisgewicht heraus? Musst Du z.B. die Kamera nicht tragen nur weil sie nicht im Rucksack sondern am Rucksack ist? So gesehen ist mein Basisgewicht bei 3,2 kg. Real ist es aber inkl. 2l Wasser, 500g Lebensmittel, Kleidung am Körper, Bergstiefel und Kamera etc. bei 8,9kg. Am Ende landet alles in den gleichen Gelenken, oder nicht? Wofür ist das Basisgewicht relevant?

    1. Hi Thomas,

      Danke Dir für deine Frage!
      Das Basisgewicht gibt quasi das Gewicht an, das du immer auf deinem Rücken trägst. Proviant, Wasser, Brennstoff und andere Verbrauchsgüter sind abhängig von der Tour die Du unternimmst. Wenn du 10 Tage lang autark in Skandinavien trekken gehst, wirst du deutlich mehr Nahrung tragen müssen, als auf einer einwöchigen Hüttentour. Auch persönliche Vorlieben und Bedürfnisse spielen dabei eine Rolle. Die Kamera zählt auch dazu, da sie tatsächlich nicht auf jede Tour mitkommt.

      Um dein Rucksack Gewicht dennoch mit anderen vergleichen zu können, gibt es daher das Basisgewicht.

      Ich hoffe diese Antwort hilft Dir weiter!

      Viele Grüße,
      Alex

  6. Hallo Alex,

    ein dickes Lob nochmals für deinen Blog! Hab einige Tipps für meine Tour auf dem Berliner Höhenweg mitnehmen (oder auch nicht mitnehmen ;-) ) können. Das eingesparte Gewicht hat den Spaßfaktor deutlich nach oben gebracht.

    Ein paar Anmerkungen noch zu deiner Packliste für Hüttentouren:
    Dein Rucksack erscheint mir für die wenige Ausrüstung etwas überdimensioniert. Ich persönlich habe auf Tagestouren in den Bergen sehr gute Erfahrungen mit leichten Laufrucksäcken (geschätzt 15L) gemacht. Spart ungemein Gewicht und mit ein bisschen Geschick drückt auch nichts am Rücken. Sollte auch für Hüttentouren reichen.
    Ich vermute, dass das angeführte Handy ein Smartphone ist. Damit kannst du die relevanten Seiten aus dem Wanderführer und auch von DAV-Karten abfotografieren. Spart 200g vom Führer + gegebenenfalls 200g /DAV-Karte (die aber bei dir nicht gelistet ist…).
    Meine Mama hat vor vielen vielen Jahren Hüttenschlafsäcke aus Naturseide genäht. Vor ein paar Wochen habe ich alle verwogen (ja, ich wollte den leichtesten raus suchen) und die Waage hat lediglich 76g angezeigt. Wären nochmals 64g an Einsparungspotential und ein cooles MYOG-Projekt.
    Unterhosen lassen sich auch auf zwei reduzieren (eine anziehen, die andere waschen und am Rucksack trocknen lassen).

    Ich persönlich nehme immer noch etwas Klebeband (z.B. Gorilla Tape oder Klettertape), einen Nagelknipser und Einweghandschuhe (für Erste-Hilfe) mit.
    Trinkwasser reduziere ich immer auf das Nötigste – Quellen und Bäche sind in den Bergen sauber genug. (Gilt nicht für Gletscherbäche und Bäche in Weidegebiet). Hier lohnt es sich das Wetter der vergangenen Woche anzusehen. Bei viel Niederschlag findet sich immer Wasser bei Trockenheit kann es schlecht aussehen.

    Entschuldige den vielen Text, aber das Thema fasziniert mich einfach und ich möchte meine Gedanken dazu gerne mit dir teilen.

    Grüße.
    Benedikt

    1. Hi Benedikt,

      vielen Danke für deine guten Ergänzungen!
      Zum Rucksack: Ja da hast Du definitiv Recht. Aber ich wollte mir nicht extra einen neuen Rucksack für Hüttentouren kaufen. Aber das liegt an meiner persönlichen Einstellung zum Minimalismus Gedanken :) Aber ja, für das allernötigste könnten 15 Liter schon ausreichen. Abfotographieren ist auch ein guter Tipp! Dann am besten auch mit dem Smartphones der Begeleitperson. Als Backup.

      Ich habe mir vor 2 Monaten auch einen eigenen Hüttenschlafsack genäht. Habe die Liste draufhin aber noch nicht aktualisiert. Für meine fast 2m Körpergröße sind es dann aber knapp 90g geworden. Habe Fallschirmseide als Material genutzt. Auch von extremtexil.

      Dir weiterhin ganz viel Spaß auf den Hüttentouren,
      Alex

  7. Hallo Alex,

    ein wirklich inspirierender Beitrag!

    Zum Thema Merino: Meine Erfahrungen mit Woolpower sind bei eisiger Kälte (Spitzbergen) gut, im Sommer habe ich aber doch so meine Zweifel – ich schwitze doch ganz ordentlich, wenn es den Berg hinauf geht. Versuchen werde ich es nächsten Sommer aber dann doch mal – habe mir hierzu gerade Merinokleidung von Aclima und Devold bestellt (beide Marken sind mir mehrfach in Norwegen aufgefallen).

    Bei deiner Ausrüstung würde mir allerdings der atmungsaktive Windschutz fehlen – sprich Softshell o.ä. Wie handhabst du dies?

    Viele Grüße
    Andreas

    1. Hi Andreas,

      danke Dir für deine Ergänzung.
      Ich habe nur gute Erfahrungen mit Merino in Sommer gemacht. Es gibt auch dünnere Shirts, die eher für die warmen Tage geeignet sind. Atmungsaktiven Windschutz benutze ich nicht. Bin immer gut damit gefahren meine Hardshell anzuziehen falls es mir mal etwas zu zugig wird. Überlege mit aber über den Winter mal ein ultraleichtes Windshirt selbst zu nähen.

      LG Alex

  8. Hi Alex,

    hast du schon Erfahrungen mit Armlingen gemacht?
    Ich hab meine Rad-Armlinge mal mit auf ne Tour genommen und fand das ziemlich klasse.
    – sie sind klein und wiegen sie nicht viel (meine wärmeren bringen 65g auf die Waage), dafür spare ich ein Langarmshirt (150g netto?)
    – sind Sekunden angezogen (ohne Rucksack absetzen ^^)
    – ich ziehe sich an kurzen Anstiegen gern zur Hälfte nach unten (wenns nur fürs Shirt zu kühl ist)
    Quasi das Analogon zu zippbaren Hosen ;-)

    Und ein Gedanke zu eBookReadern & Co. (noch nicht umgesetzt, mich würde deine Meinung interessieren):
    Was spricht gegen ein kleines und telefonfähiges Tablet? (Bsp: Huawei MediaPad X2, 7 Zoll, 255g, 5000 mAh Akku)
    Flugmodus an (außer 3x am Tag ^^), Stromsparmodus an. Die Laufzeit kann sich nicht mit einem eBookReader messen … aber wenn das Teil damit 25h (Schätzung auf Basis meiner Handyerfahrungen – die Laufzeit unter den speziellen Umständen konnte mir niemand auch nur ansatzweise nennen) hält, und du eh nicht mehr als 1h am Tag ließt, reicht das locker für eine Tour, oder.
    Mit 7“-Display bietet es sich vielleicht sogar an, wichtige Karten vor der Tour offline zu speichern (mehr Details und Zoom-Möglichkeiten hätte ich mir in der Vergangenheit hin und wieder gewünscht)

    lg
    Romain

    1. Hi Romain,

      mit Armlingen habe ich noch keine Erfahrung gehabt. Aber ich stimme Dir zu, dass sich damit noch etwas Gewicht sparen ließe. Ich habe die Kombination T-Shirt plus Langarmshirt auch des Zwiebelprinzips wegen gewählt.
      Stimmt, ein kleines Tablet wäre natürlich eine Alternative zu e-Readern. Da ich aber auch Tour nicht lese, habe ich mir das gesamte Gewicht gespart :)

      LG Alex

  9. Hi,
    Da ich mich von meinen Schuhen sehr ausgebremst fühle, sie sind mir mit 480g pro Schuh zu schwer, wollte ich fragen welche leichteren Halbschuhe du empfehlen kannst. Ich trage Größe 40 und wir sind gern mal 30-40km am Tag auf Wanderwege und Straßen unterwegs

    Lg Lucie

    1. Hi Lucie,

      dann würde ich Dir leichte Trailrunners empfehlen. Ich hatte für einige Zeit mal die Haglöfs LIM Low GT und war super zufrieden damit. Die haben in der Herren-Version in Größe 46 539 Gramm gewogen. Für Größe 40 dann sicherlich weit unterhalb von 500 Gramm. Pro Paar.

      LG Alex

  10. Ich hatte diese woche auch mal probehalber meinen Rucksack gepackt für die Saison und meine ersten Hüttentouren. Interessanter weise hat sich meine Liste (nicht die Gegenstände konkret sondern welche eben) nicht so großartig von deiner unterschieden. dennoch habe ich mir ein Anregungen geholt z.B. der Biwaksack und die Tekkina-Stirnlampe. Wo ich allerdings etwas stutzig geworden bin, ist die Reiseapotheke bzw. des DocCheck Medkit. Ich hab so ein ähnliches Medkit von deuter, wo die Medikamente + Desinfekt-Spray reingetan hab. Auf knapp unter 100g komme ich da lange nicht. Es sind eher 350g bis 400g. Ist in deinem Medkit noch irgendwas drin oder haste das alles rausgekickt?

    Was bei mir z.B. noch anderes ist. ist die Tatsache, dass ich zwei 1,5 L Trinkflaschen mit habe (die sind auch schwer weil das die Dinger von Nalgene sind; 200g pro Flasche). Ich habe durchaus schon Tagestouren gemacht, wo ich 3 L weggekippt habe ich versuche mich schon zurückzuhalten d.h. nicht zuviel auf einmal zu trinken, damit der Körper im Wassersparmodus bleibt.

    Bei Sonnencreme bin ich auch vorsichtig weil ich meistens eine mehr oder weniger gefüllte 200ml Tube mit habe. Ich bin sehr hellhäutig und das wäre für mich das Ende der Tour, wenn ich keine mehr hätte. Allerdings habe ich meinen Verbrauch auch noch nie gemessen. Für wenige Tage wäre es aber zuviel ja.

    Was ich z.B. noch weglasse von deiner Liste ist das Stativ und die GoPro. Letztere habe ich nicht mal. Kurze Filme nehme ich mit meiner RX100M3 auf. Wenn ich wirklich nen sicheren Stand für die Kamera brauch z.B. für solche verschwommen Bachlauf-Bilder, dann nutze ich meinen Rucksack dazu. Den Tipp hatte ich mal von einem Naturfotografen. Stattdessen habe ich für die RX einen Filteradapter-Ring mit Pol-Filter und etwas Reiningungszeug (Microfasertücher). Nichts ist schlimmer als ne verdreckte/verfettete Linse/Filter ohne sie reinigen zu können und der Polfilter wirkt bei manchen (nicht bei allen!) unschönen Foto-Wetterlagen Farbenwunder.

    Bei mir ist aber auch noch der größe Lastenpunkt der Rucksack aber da wird sich so schnell nix ändern weil der unbenutzt ist.

    1. Hi Alexander,

      in meinem Erste-Hilfe-Set sind nur noch die Basics drin. Verbandsmaterialien, Einmalhandschuhe, Pflaster, Ibos, Durchfallmedikamente, Zeckenzange und das wars eigentlich. Und das alles in einem ZipLoc Beutel verpackt. Das schwerste ist meistens die Tasche des Erste-Hilfe-Sets selber. Sowas fliegt natürlich raus.

      Ich nutze einfache Plastikwasserflaschen aus dem Supermarkt. Sind super leicht und bekommt man eigentlich überall. Alle anderen Flaschen haben mich nie überzeugt.

      Danke für die Fototipps. Das mit dem Rucksack als Stativ-Ersatz ist natürlich eine Möglichkeit.

      LG Alex

  11. Mir scheint, der Begriff des Basisgewichts hat sich in letzter Zeit gewandelt respektive ist daran, das zu tun. Immer häufiger begegnet mir die folgende Definition:

    Unter Basisgewicht versteht man die gesamte Ausrüstung (im Rucksack wie am Körper getragen), die man mit auf Tour nimmt, abzüglich der Verbrauchsgüter.

    Aus meiner Sicht ergibt das auch viel mehr Sinn:
    – Ich muss die ganze Ausrüstung tragen, egal ob sie sich im Rucksack oder am Körper befindet.
    – Wann soll ich das Basisgewicht messen? Bei kalten Temperaturen und Regen? Oder bei heissen und trockenen Verhältnissen? Oft mehrmals am Tag nehme ich etwas aus dem Rucksack und ziehe es an oder ich ziehe es aus und versorge es wieder im Rucksack.

    Mir persönlich hat die „alte“ Definition (Gewicht des gepackten Rucksacks ohne Verbrauchsgüter) aus den genannten Gründen noch nie eingeleuchtet.

    1. Hi Michael,

      Leucht mir ebenfalls ein. Fände ich als Definition auch sehr sinnvoll.
      Obwohl es rein physikalisch meiner Meinung nach schon einen Unterschied macht, ob ich einen Gegenstand am Körper oder im Rucksack trage. Der Schwerpunkt ändert sich ja etwas.

      LG Alex

  12. Sind insgesamt ein paar schöne Tipps und Ideen bei deinen Artikeln dabei – ein paar Sachen werde ich sicher auch bei mir einpflegen bzw. noch stärker auf das ein oder andere Gramm achten.

    Eines frage ich mich aber die ganze Zeit: Warum greifst du nicht zu einer Trinkblase? Gerade die 3l Source Modelle sind mit 240g nicht allzu schwer und bieten aber ein deutliches Plus an Komfort während der Tour. Ich zumindest hätte keine Lust ständig meinen Rucksack ab- und wieder aufzusetzen nur für einen Schluck Wasser. ;)
    Bin obendrein aber auch mehr auf Klettersteigen zu finden, sodass freihändiges Trinken umso wichtiger ist.

    1. Hi Martin,

      danke für dein Feedback!
      Trinkblasen habe ich ausprobiert, auch das 3L Source Modell. Für mich waren alle aber zu unpraktisch. Beim Wasser nachfüllen musste ich immer den halben Inhalt des Rucksacks ausräumen. Und da ich meine Trinkflaschen auch problemlos mit geschultertem Rucksack erreiche, wird das meine bevorzugte Methode bleiben. Und die 2 38g leichten Plastikflaschen kosten auch nur 1€ :)
      Zudem habe ich selten mehr als 1-2 Liter Wasser dabei. Den Rest filtere ich auf dem Weg aus Quellen, Bächen oder Viehtränken.
      Auch längeren Klettersteigen macht das „freihändige“ Trinken natürlich Sinn.

      Viele Grüße,
      Alex

  13. Ah ja, das Thema Nachfüllen war auch für mich ganz zu Anfang mal ein Problem, aber deshalb wiederum Source! Die haben nämlich den UTA getauften Adapter im Angebot, mit welchen man direkt durch den Schlauch die Trinkblase auffüllen kann (sei es nun per ext. Wasserflasche oder auch Wasserhahn). ;)

    Filter + kleine Quetschflasche habe ich auch immer dabei, aber weniger als 3l wird es bei mir trotzdem nicht – dafür schwitze ich zu schnell zu viel raus.^^

    Gruß
    Martin

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