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Entschleunigung: 6 Wege wie Du mit Wandern dein Leben beruhigen kannst

Entschleunigung durch Wandern

Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich gerade an meinem Schreibtisch und schaue zum Fenster raus. Ein bisschen hat diese Aussicht mich zu diesem Artikel inspiriert. Leider.

Denn durch mein Fenster blick ich auf drei sich kreuzende Hauptstraßen und eine Straßenbahntrasse. Es ist Dienstag Mittag nach dem Pfingstwochenende und das geschäftige Treiben dort unten könnte nicht größer sein. Lastwagen brettern laut über die kreuzenden Schienen hinweg, das Martinshorn von Krankenwagen und Polizeiwagen ertönt mindestens alle 15 Minuten, getunte Motorräder und 3er BMW’s röhren um die Dezibel-Krone und die Straßenbahnen liefern ebenfalls ihren Beitrag zu dem blechernen Konzert.

Die Fußgänger hetzen über die Straßen, wenden nur kurz den Blick vom Smartphone. Flinken Schrittes wird zur Straßenbahnhaltestelle gelaufen ohne Rücksicht auf den mal mehr oder weniger fließenden Verkehr. Begleitet von einen genervten Hupkonzert. Obwohl ich gerade Mittagspause mache, ist das letzte an das ich denken kann, Entspannung. Selbst durch die geschlossenen Fenster dringt ein stressiger Grundlärm, der ein kurzzeitiges Abschalten von der Arbeit nur schwer möglich macht.

Entschleunigung durch Wandern

Alle scheinen es unendlich eilig zu haben. Von Entspannung und Ruhe sehe ich gerade herzlich wenig. Druck am Arbeitsplatz, Stress, Erwartungshaltungen anderer Menschen, Dauerbeschallung durch Medien und Internet sowie ständige Erreichbarkeit haben unser Leben in den letzten Jahren immer schnelllebiger und stressiger werden lassen.

1000 Gedanken, Verpflichtungen und Erledigungen schwirren einem im Kopf rum. Neben der Arbeit warten Zuhause oft direkt die nächsten Aufgaben. Wäsche waschen, Geschirr spülen, Saugen, Aufräumen, Rechnungen bezahlen, Facebook, Twitter, Fernsehn….Dauerbeschallung. Einfach mal abschalten, den Kopf frei machen und das Leben genießen fällt vielen gar nicht so einfach bei dem täglichen Dauerlauf im Hamsterrad. Bis vor ein paar Jahren ging es mir ähnlich.

Bis ich das Wandern für mich entdeckt habe.

Meine Gründe für Entschleunigung

Man muss sich nicht immer an den gesellschaftlichen und kapitalistischen Gedanken “schneller, höher, weiter” orientieren um glücklich zu sein. Im Gegenteil. Entschleunigung des Alltags. Zu Ruhe kommen. Zu Fuß gehen. Die Freude an der Langsamkeit entdecken. Das gibt mir viel Kraft und Energie, um meine Akkus wieder aufzuladen. Und all das verbinde ich mit dem Wandern.

In diesem Artikel zeige ich Dir daher 6 Wege wie und warum Wandern deinem Leben und Alltag Entschleunigung, mehr Ruhe und Entspannung geben kann.

1. Abkopplung vom Internet

Die permanente Erreichbarkeit durch mobiles Internet und Smartphones hat viele Vorteile. Aber nicht 24h am Tag.

Wenn Du Schwierigkeiten damit hast, nicht andauernd deine Nachrichten zu checken, dann geh raus in die Natur und wandere. Ich habe die meiste Zeit in der Natur sowieso keinen oder wenn, dann nur sehr schlechten Internet-Empfang. Ich empfinde das als äußerst wohltuend. Keine E-Mails, Facebook-Nachrichten oder Twitter-Tweets. Keine permanente Ablenkung.

Sofern ich mein Smartphone nicht als Navigation nutzte, verschwindet es hinten im Rucksack. So ist es sehr einfach dem Drang  zu widerstehen, andauernd auf das Ding zu schauen, um zu gucken ob ich nicht einen Anruf verpasst habe oder wie viele Likes mein neustes Instagram Bild schon bekommen hat. Schalt es mindestens auf Lautlos oder fahre es ganz herunter. Dann gibt’s auch keine ungebetenen Anrufe oder SMS.

Entschleunigung durch Wandern

2. Ruhe in der Natur

In den Groß- oder Kleinstädten ist man umgeben von Autos, LKWs, Menschenmassen, Straßenbahnen, Bussen und Baustellen. Richtig abschalten kann ich dabei nicht besonders gut. Wenn ich aber im Wald, auf Feldern oder im Gebirge auf dem Wanderweg kurz innehalte und die Augen schließe, dann habe ich das, was ich so oft vermisse …

Ruhe!

Setzt Dich auf eine Bank am Wegesrand, leg dich auf eine einsame Wiese, mach es dir auf einem Felsen bequem und genieße einfach die Stille. Mir kommen dann immer die tollsten Ideen und ich kann endlich einmal länger über die Dinge nachdenken die mir wichtig sind. Oder ich versuche an gar nichts zu denken und genieße einfach nur den Moment. So fühle ich mich immer ganz weit entfernt von meinen Sorgen, Aufgaben und Problemen im Alltag.

Entschleunigung durch Wandern

In Kombination mit der monotone und langsamen Bewegung beim Wandern, versetzt mich das teilweise in eine meditative Stimmung, in der ich meinen Gedanken freien Lauf lassen kann. Nichts hetzt dich und kein Lärm stört dich beim Wandern in der Natur. So kann der Körper richtig entspannen und zu Ruhe kommen.

3. Entschleunigung durch das Outdoor-Erlebnis

Oft bin ich schon beim Wandern in Regenschauer, Schneegestöber, heftige Windböen, Gewitter und Stürme geraten. Es war oft kalt, nass, nebelig und ich hatte bei diesen Witterungen auf schmalen, ausgesetzen Bergpfade ziemlich viel Schiss. In vielen Nächte habe ich im Zelt gefroren und kein Auge zu getan. Mir ging in der prallen Sonne bei 30°C das Trinkwasser aus und Gewitter setzten plötzlich dann ein, als man auf der exponiertesten Stelle angelangt war.

Entschleunigung durch Wandern

Warum geht man dann überhaupt noch draußen wandern?

Weil es mich glücklich macht. Weil es die Dinge in eine andere Perspektive rückt. Weil es mich vom stressigen Alltag ablenkt. Weil man erkennt was einem wichtig ist und was nicht. Weil es einen fokussiert. Weil es zum nachdenken anregt. Weil es ein Abenteuer ist. Weil man danach eine tiefe Dankbarkeit dafür empfindet, wie schön es sein kann in einem warmen, weichen Bett zu schlafen mit einem Dach über dem Kopf.

Und weil ich einfach nicht genug davon kriegen kann. Auch nach der längsten und anstrengensten Tour, könnte ich schon nächste Woche direkt wieder los laufen!

4. Intensive Gespräche

Wenn Du mit mehreren Leuten auf einer Wanderung bist, gibt es immer Passagen an denen keiner ein Wort sagt und jeder seinen eigenen Gedanken hinterher hängt. Das ist auch gut und wichtig.

Aber gleichzeitig hatte ich auch die interessantesten, intensivsten und informativsten Gespräche beim Wandern. Durch die lange körperliche Bewegung und die frische Luft gelangt mehr Sauerstoff zum Gehirn, welches dadurch leistungsfähiger und fitter ist. Oft fallen einem dann neue Sichtweisen und Ideen für alte Probleme, Konflikte oder Aufgaben ein.

Besonders im Gespräch mit Anderen, entwickeln sich dann teilweise lange Gespräche, die man aus Zeitmangel oder sonstiger Ablenkung so im Alltag niemals führen würde. Beim Wandern aber lenkt einen nichts ab und man hat genügend Zeit. So lernt man seinen Gegenüber besser kennen und entdeckt auch an sich eventuell Seiten, die man so selber noch nicht wahrgenommen hat.

5. Mach eine Fernwanderung

Um sich mal für länger Zeit komplett aus dem Alltag auszuklinken, bietet sich eine mehrwöchige Fernwanderung bestens an. So ein Abenteuer eignet sich hervorragend, um sich selbst ein paar wichtige Fragen zu stellen und seinen bisherigen Werdegang und seine Zukunft zu hinterfragen. Bin ich glücklich mit dem was ich mache? Was sind meine Ziele im Leben? etc…

Durch die körperliche und geistige Herausforderung, lebte ich für die Zeit meiner Fernwanderung vollständig im Moment und habe den Alltag komplett ausgeblendet. Die essentiellen Bedürfnisse im Leben nach Essen, Wasser, Schlaf und einer trockenen Unterkunft stehen im Vordergrund.

Termindruck, Erwartungen anderer Menschen an einen, vollgestopfter Kopf, mediale Bombardierung – all das ist weg!

Entschleunigung durch Wandern

Du bist nur für Dich und musst alleine klarkommen. Das kann Dir anfangs ziemlich viel Angst machen – Aber weckt auch ungeahnte Talente und stärkt dein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl ungemein. Eine Fernwanderung verändert Dich. Und mit Sicherheit zum Positiven!

Auf einer Fernwanderung lernst Du das langsame Reisen kennen. Keine verspäteten Züge, Busse oder Staus. Nur Du und Deine Füße. Probier’s aus! Interessiert an einer Fernwanderung, aber noch keine Idee wie das funktionieren soll?? In meinem neuen E-Book erfährst Du es!

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6. Entschleunigung durch Minimalismus/ Reduzierung

Ich habe in einigen Artikeln schon beschrieben, wie wenig Gepäck man eigentlich beim Wandern braucht. Und all das trägt man nur in seinem Rucksack mit sich. Die Hände sind frei und die wenigen Besitztümer sind mobil an den Wanderer geschnallt.

Je weniger Du beim Wandern mit dir trägst, desto mehr kannst Du dich auf das Erlebnis an sich und deine natürliche Umwelt konzentrieren. So bleibst du agil, leichtfüßig und kannst deine Gedanken auf das Wesentliche und für dich Wichtige lenken. Keine Ablenkung durch einen drückenden Rucksack oder unnötige Dinge.

Willst Du beim Wandern einen freien Kopf bekommen, dann ist weniger definitiv mehr!

 

Wie entschleunigst Du Deinen Alltag? Hilft Dir Wandern auch dabei?

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Packliste Hüttentour – Mit 2.6 kg von Hütte zu Hütte

12 Kilogramm oder mehr die Berge hinauf und wieder hinunter zu schleppen kann auf Dauer sehr ermüdend sein. Oft wundert man sich wo das ganze Gewicht denn überhaupt herkommt. Um Dir das Leben beim Bergwandern wortwörtlich leichter zu machen, stelle ich Dir hier eine leichte Variante der Packliste Hüttentour vor. Ohne auf wichtige und sicherheitsrelevante Ausrüstung zu verzichten!

Um deine Planung zudem zu erleichtern (ha!), findest Du in diesem Artikel außerdem eine PDF-Version (Download-Link-PDF)der Packliste zum ausdrucken, abhaken und einige Ausrüstung eintragen. Zudem gibt es eine Excel-Tabelle der Packliste (Download-Link-Excel). Dort kannst Du meine Ausrüstungsvarianten sehen, aber auch deine Dinge inklusive der Gewichtsangaben eintragen.

Packliste Hüttentour: Übersicht

  1. Packliste zum Abhaken & Ausdrucken
  2. Beispiel einer leichten Hüttentour Packliste
  3. Tipps für die Hüttentour Packliste
  4. Häufige Fragen zum Hüttentour Wandern

 


Hüttentour Packliste zum Abhaken & Ausdrucken

Hinweis: Diese Packliste ist für mehrtägige (Berg-)Wanderungen mit Übernachtungen auf Hütten oder in Unterkünften gedacht. Sie eignet sich aber genauso gut als Pilger Packliste für die Wanderung auf einem dem zahlreichen Caminos. Dann wären meiner Meinung aber flexible Trailrunning Schuhe besser geeignet, als die stabilen Zustiegsschuhe oder Wanderstiefel.

Kleidung

 Wanderschuhe – je nach Tour. Lesetipp: Wanderschuhe Test
 Wandersocken
 Funktions Unterwäsche
 Outdoor-Shirt (kurz & lang)
 Wander- oder Sporthose – je nach Wetter kurz oder lang
Wechselkleidung für Hütte
lange Unterhose
 Fleecejacke
 Kappie/ Kopfbedeckung
Mütze
Handschuhe
Sonnebrille
 Regenjacke bzw. Hardshell – Lesetipp: Ultraleichte Regenjacken
Regenhose – Alternativ: Regenkilt
Isolationsjacke – zb.: Daunenjacke bzw. Primaloftjacke

Rucksack & Schlafen & Beutel

Wanderrucksack – Größe: ~ 30 L bis 40 L
Hüttenschlafsack – Empfehlung aus Seide & Baumwolle*
Drybag(s)
Rucksackliner / Rucksackregenhülle
kleiner Müllbeutel

Kulturbeutel & Kosmetik

 Sonnencreme (50ml)
Hirschtalgcreme – Empfehlung: Scholl*
 Toilettenpapier
 Mückenschutz
leichtes Funktionshandtuch
Bio-Universalseife
Zahnbürste
Zahnpasta – leichte Alternative: Dent Tabs*
Deo
Oropax
Augenbinde

Apotheke & Medikamente

Erste-Hilfe-Set
 Schmerzmittel
 (Blasen-)Pflaster
 Durchfall Medikamente
Zeckenzange / Zeckenkarte*
 Wund-Desinfektionsmittel
persönliche Medikamente

Dokumente

 Personalausweis
 EC-Karte
 Kreditkarte
 Bargeld
 Krankenversicherungs-Karte
Alpenvereins-Ausweis
 Wanderführer
 Kartenmaterial für die jeweilige Tour

Elektronik & Sonstiges

 Smartphone – Notfallnummern eingespeichert
Stirnlampe – Lesetipp: Stirnlampen Test
 Trinkflasche(n)
Wasserfilter – (Empfehlung: Katadyn BeFree*)
 Sitzkissen
 Kompass
Kamera  – (Empfehlung: Sony RX100 V*)
Ladegeräte – (Tipp: Netzteil mit Mehrfachanschlüssen)
 Trekkingstöcke
 Notfall Biwaksack

Corona Zusatz

 Mund-Nasen-Bedeckung
 Desinfektionsmittel für die Hände

Verpflegung

 Trinkwasser – ausreichend, je nach Tour
 Proviant (Müsliriegel, Nüsse, Trockenobst, etc.)

Lesetipp: Wanderstöcke Test


Beispiel Packliste Hüttentour – Meine 2.6kg Basisgewicht

In dem folgenden Abschnitt seht ihr aufgelistet, was ich persönlich für eine Hüttentour in meinem Rucksack gepackt habe und was ich am Körper trage.


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Packliste Hüttentour: Am Körper getragen

An den Beinen sitzt eine dünne Radlerhose. Darüber trage ich eine leichte Marathon Laufhose mit kleinem Reißverschluss auf der Rückseite. Darin verschwindet mein winziger Geldbeutel mit einigen Karten, wie Personalausweiß, Krankenkarte und EC-Karte. Am Oberkörper trage ich je nach Wetter und Temperatur ein Merinowolle T-Shirt und ein langärmliges Merinoshirt gegen die Sonne. Ist es sehr warm, trage ich nur das Langarmshirt. Langärmlig deshalb, weil es zusätzlichen Schutz vor der Sonnenstrahlung bietet und ich Sonnencreme hasse.

Meine Füße stecken in kurzen Laufsocken. Darüber sitzen meine Salewa Zustiegsschuhe. Damit habe ich auch auf schweren Bergwegen guten Halt und Schutz. Mein Smartphone trage ich ebenfalls nah am Körper. Darauf sind das Kartenmaterial und der GPS-Track der Wanderung gespeichert. In den Händen halte ich die meisten Zeit meine Wanderstöcke. Kommen Kletterpassagen vor, verschwinden sie kurzzeitig in den Seitentaschen des Rucksacks.

Ausrüstung Anzahl Gewicht Körper [Gramm]
Wanderschuhe Salewa Wildfire GTX 1 968
Wandersocken kurz* 1 20
Marathonhose* 1 108
Funktions Unterhose* 3 50
Merino T-Shirt* 1 167
Merino Langarmshirt* 1 230
Kappie* 1 58
Sonnenbrille 1 31
SWIX Trekkingstöcke 1 350
OnePlus 8 Pro Smartphone im Case 1 190
Geldbeutel 1 30
GESAMT BEKLEIDUNG 2202

Packliste Hüttentour: Rucksack und Schlafen

Ausrüstung Anzahl Gewicht [Gramm]
WeitLäufer Minimalist 20 – 25 Liter 1 356
Hüttenschlafsack (Nähanleitung) 1 105
Schultergurttasche 1 19
GESAMT 480
Alternativen
WeitLäufer Agilist (37L Innenvolumen) 1 430
Terra Nova Laser 25 Rucksack* 1 365
Hüttenschlafsack* 1 155

Wetterschutz

Der Wetterschutz ist in den Alpen elementar wichtig. Wetterumschwünge können sehr schnell eintreten und auch nach einem sonnigen Morgen Hagel und Regen bringen. Regenjacke und Hose sollten aber nicht so schwer sein, dass sie bei einem sommerlichen Hochdruck-Gebiet unnötig an den Schultern zerren. Ich habe mich für die Kombination aus Hardshelljacke und Regenkilt entschieden. Tendierst Du jedoch zur klassischen Regenhose, habe ich Dir auch eine Alternative verlinkt.

Gegen kalte Abende oder einen eisigen Kälteeinbruch nehme ich eine Isolationsjacke in Form der Cumulus Incredilite mit. Sie ist für mich nur als Gipfel oder Lagerjacke geeignet. Während der Bewegung beim Wandern ist sie zu warm. Zudem versuche ich es zu vermeiden, in die Daunenfüllung hinein zu schwitzen.

Ausrüstung Anzahl Gewicht [Gramm]
Haglöfs LIM III Regenjacke 1 240
Regenkilt MYOG 1 67
Daunenjacke Cumulus Incredilite 1 350
GESAMT 657
Alternative
Regenhose Vaude Drop Pants* 1 180

Lesetipp: Ultraleichte Regenjacken – 8 federleichte Modelle im Überblick

Wechselwäsche

Meine gesamte Wechselwäsche für eine Hüttentour ist ziemlich minimalistisch. Sie umfasst eine weitere Unterhose, ein zweites Paar Wandersocken, eine lange Unterhose, eine kurze Sporthose für die Hütte sowie eine leichtes Fleeceshirt. Eventuell füge ich dem ganzen noch ein leichtes und atmungsaktives Windshirt hinzu. So muss ich an windigen Passagen nicht extra meine Hardshelljacke tragen. Denn trotz vielen Versprechungen sind diese weit von Atmungsaktiv entfernt. Ein Windshirt würde das Gesamtgewicht um akzeptable 80 – 100 Gramm erhöhen.

Ausrüstung Anzahl Gewicht Rucksack [Gramm]
Merino Wandersocken* 1 63
Funktions Unterhose* 1 50
Funktions Lange Unterhose* 1 132
leichte, kurze Hose für die Hütte* 1 108
Fleecepulli* 1 230
GESAMT BEKLEIDUNG 583

Lesetipp: Merino Unterwäsche im Geruchstest

Kosmetik der Packliste Hüttentour

Auch eher knapp gehalten und nur das nötigste eingepackt. Zahnbürste, DentTabs, Handtuch, etwas Hirschtalg, ein kleines Deo, Dr. Bronners Flüssigseife und etwas Sonnencreme. Seife und Sonnencreme habe ich in leichte Dropper Bottles umgefüllt. Augenbinde und Oropax helfen besonders in schnarchreichen Nächten. Etwas Klopapier darf auch nicht fehlen.

Ausrüstung Anzahl Gewicht Rucksack [Gramm]
kleines Handtuch (gekürzt)* 1 52
Bio-Flüssigseife* (50 ml) 1 50
Zahnbürste* 1 8
Dent Tabs* (14 Stück) 1 4
Hirschtalgcreme* (35ml) 1 35
Deo 1 41
Sonnencreme (50ml) 1 58
Klopapier 1 10
Oropax & Augenbinde 1 3
GESAMT Kosmetik   259
     

Erste-Hilfe und Apotheke

Erste-Hilfe-Set *    
Medikamente: Schmerzmittel (Ibuprofen), (Blasen-)Pflaster, Zeckenzange, Durchfallmedikamente, Wunddesinfektionsmittel
GESAMT Erste Hilfe & Apotheke   65
     
GESAMT 283

Elektronik Bereich der Hüttentour Packliste

Auch der Elektronik Bereich kommt spartanisch daher. Ladegerät für Smartphone und Kamera, die leichte Petzl eLite Stirnlampe, eine weitere 64 GB Speicherkarte, eine 3350 mAh Powerbank und ein Mini-Stativ fürs Handy.

Ausrüstung Anzahl Gewicht Rucksack [Gramm] Gewicht Körper [Gramm]
Sony RX100 V(fehlt, da sie das Foto gemacht hat) 1 272
Speicherkarte 64GB 1 2  
Mikro-USB-Ladegerät  1 53  
Petzl e+Lite Stirnlampe* 1 26  
kleines Stativ* 1 67  
GESAMT ELEKTRONIK   148 272

Lesetipp: Stirnlampen Test – 12 Modelle von 50 bis 1000 Lumen in der Übersicht

Sonstiges

Sollte es kälter als erwartet werden, wärmen mich die Montane Prism Mitts Handschuhe und eine einfach Wollmütze. Ein Merinobuff dient als Halstuch, kann aber auch als vielseitige Kopfbedeckung oder Schweißtuch genutzt werden. Gegen einen nassen Hintern in der Pause nehme ich mein faltbares Sitzkissen von Vaude.

Pflichtgegenstand ist hingegen der leichte Notfall-Biwaksack. Das Wetter in den Alpen kann schnell umschlagen und ein Weitergehen unmöglich machen. Dann sorgt der Biwaksack dafür, dass man während der Nacht nicht zu stark auskühlt. Für frisches und Mikroorganismen-freies Wasser sorgt der leichte Katadyn BeFree Wasserfilter. Ein 8L großer Drybag schützt meine Wechselwäsche bei heftigstem Regen vor der Feuchtigkeit.

Packliste Hüttentour Packliste Wandern Sonstiges

Ausrüstung Anzahl Gewicht Rucksack [Gramm]
Regenschutzhülle Rucksack Innen (nicht auf dem Bild) 1 32
Drybag für Wechselwäsche* 1 15
Biwaksack Notfall* 1 108
Plastik Trinkflasche 1l (nicht auf dem Bild) 2 58
Katadyn Befree Wasserfilter 1 59
Vaude Sitzkissen* 1 22
Ultraleichte Fäustlinge – Montane Prism Mitts 1 53
Mütze 1 40
Kompass (nicht auf dem Bild) 1 27
GESAMT SONSTIGES 414

Gesamtgewicht der Hüttentour Packliste

GESAMT BASISGEWICHT

2,668 kg

inklusive 2 Liter Wasser und 500 Gramm Proviant

5,168 kg

 

Ausrüstung im Rucksack || Ausrüstung am Körper

Für das Gesamtgewicht habe ich beispielhaft einen Wasservorrat von 2 Litern und Proviant von 500 Gramm angenommen, was für die meisten Tagesetappen mit dieser minimalistische Packliste Hüttentour mehr als ausreichen sollte.


Tipps für eine leichte Hüttentour Packliste

Gerade wenn Zelt, Isomatte und Daunenschlafsack zuhause bleiben, könnte man meinen, dass die meisten Hüttenwanderer mit sehr wenig Gepäck unterwegs sind. Doch meist ist das Gegenteil der Fall. Der leere Platz im Rucksack wird häufig mit Überflüssigem gefüllt. Das zweite Paar Schuhe, ein Föhn, 3 Fleecejacken oder 2 große Tuben Duschgel finden auf wundersame Weise den Weg in die Tiefen des Rucksack.

Damit deine Hüttentour so angenehm wie möglich wird, gebe ich Dir noch ein paar Tipps wie deine Packliste Hüttentour auch minimalistisch wird. Dabei habe ich nicht auf wichtige und sicherheitsrelevante Gegenstände verzichtet. Sondern über Austausch und Weglassen von für mich überflüssiger Ausrüstung ein sehr geringes Basisgewicht (ohne Essen und Wasser) von 2,6 kg erreicht.

Mit dieser Ausrüstung sind wir zu der 9-tägigen Hüttentour auf dem Stubaier Höhenweg aufgebrochen sowie zahlreichen weiteren alpinen Hüttentouren. Im letzten Jahr wartete dann der Nidwaldner Höhenweg auf uns. Nie hat es mir an etwas gemangelt und ich musste auch keinen Komfort-Verlust erleiden!

Rucksack

Die größte Gewichtsersparnis habe ich durch den Einsatz eines leichteren Rucksacks erreicht. Mein 1,6kg schwerer Deuter ACT Lite 55+ wich erst dem 1040 g leichten Exped Lightning 45. Als auch dieser Rucksack zu schwer wurde, nähte ich mir ein passenderen Pack. Aus schwarzem X-Pac, Dyneema Ripstop und elastischem Jersey entstand ein robustes und dennoch ultraleichter Rucksack.

Er hat ein geschätztes Volumen von ungefähr 20 Litern. Was für meine Hüttentour Packliste vollkommen ausreicht. Generell solltest Du dich aber erst wenn du deine gesamte Ausrüstung zusammen hast, für einen Rucksack entscheiden. Denn erst dann weißt Du, wie viel Platz du wirklich benötigst.

Packliste Hüttentour: Rucksack Empfehlungen

Wer seine Ausrüstung nicht selber näht, findet in dem Terra Nova Laser 25* oder dem Montane Ultra Tour 22* hochwertige und leichte Rucksäcke für eine Hüttentour. Wer etwas mehr Platz braucht, greift zu einem Rucksack mit einem Volumen von um die 40 Liter. Mit unter 500 Gramm ist der WeitLäufer Agilist ein federleichtes Modell in dieser Kategorie.

Mein alter Hüttenschlafsack wog 340 g und war in keinem guten Zustand mehr. Der Ersatz* für ihn besteht aus einer Art Seiden-Microfaser und wiegt nur noch 140g. Für die MYOG-Freunde unter euch: Mit ein paar günstigen Metern Fallschirmseide, kannst Du schnell und einfach ein noch leichteres Exemplar nähen. Das für meine Körpergröße von 197 cm passende Modell wiegt lediglich 105 Gramm. Inklusive Packsäckchen.

Überflüssiges weglassen

E-Reader und Taschenmesser

Meinen Kindle hatte ich früher auf jeder Wanderung dabei. Effektiv gelesen habe ich vielleicht eine halbe Stunde. Alle Wanderungen zusammengerechnet. Das war Grund genug die 362 g das nächste Mal zuhause zu lassen. Wenn Du jetzt auf Tour Abends gar nicht genug vom Lesen bekommst, lass ihn natürlich drin im Rucksack! Ähnliches gilt für mein Taschenmesser. Auf dem Traumpfad München Venedig habe ich es kein einziges Mal gebraucht. Eine Ersparnis von 116 g.

Hüttenschuhe

Ich hatte auf dieser Alpenüberquerung auch leichte Schuhe für die Hütte dabei und habe trotzdem auf jeder Hütte Schlappen vorgefunden, die ich lieber angezogen habe. Meine Schuhe wegzulassen und die angebotenen Exemplare zu nutzen, ist für mich vollkommen okay. Sollten einmal keine Hüttenschuhe vorhanden sein, laufe ich einfach auf Socken in der Hütte rum. Ist Dir das nicht hygienisch genug, nimm dein eigenes Paar mit.

Kleidung aus Merinowolle

Dank geruchsneutraler Merinowolle als Baselayer* brauche ich auf einer 7-tägigen Hüttentour auch kein Wechsel-T-Shirt mehr. Ich habe ein Kurzarm und ein Langarm Shirt aus Merinowolle dabei, aber beide eigentlich nie gleichzeitig an. Je nach Wetter trage ich eins beim wandern und das andere auf der Hütte. Sollte es einmal richtig kalt werden, ziehe ich beide übereinander an.


Häufige Fragen

Welche Rucksackgröße für Hüttentour?

Für eine Hüttentour reicht eine Rucksackgröße zwischen 30 – 40 Litern. Mehr Volumen ist nicht sinnvoll, da dieses oft mit überflüssigen Dingen gefüllt wird. Zudem sind größere Rucksäcke schwerer und nicht mehr so komfortabel zu tragen.

Welche Schuhe für Hüttenwanderung?

Welche Schuhe man für eine Hüttenwanderung benötigt, hängt stark von der jeweiligen Tour und den individuellen Erfahrungen und Fertigkeiten ab. Einfache Hüttenwanderungen können von erfahrenen Wanderern auch mit Trailrunningschuhen oder Zustiegsschuhen gut bewältigt werden. Für Einsteiger sind Wanderschuhe der Kategorie AB oder B empfehlenswert.

Lesetipp: Wanderschuhe Test: 15 Modelle für jeden Wandertyp


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Was hat Wandern mit Minimalismus zu tun?

Wie Wandern mich zum Minimalismus führte

“Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.”

(Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 1900 – 1944)

Besonders auf meinem langen Weg von München nach Venedig habe ich gemerkt, dass ich es toll finde mein Gepäck auf das Nötigste zu reduzieren. Alles Überflüssige einfach wegzulassen. 11 Kg hatte ich damals dabei. Ich finde es noch immer erstaunlich, dass man mit so wenigen Dingen 34 Tage lang die kompletten Alpen überschreiten kann! Mittlerweile sind aus diese 11 kg durch geschicktes Weglassen eine minimalistische Ausrüstung von 5,5 kg geworden. Ohne Komfortverlust, ließen sich mit relativ einfachen Überlegungen nochmal eine Menge an überflüssigem Gewicht einsparen. Mehr Spaß am Wandern ist die Folge!

Genau das ist für mich das Schöne am Wandern, speziell bei langen Fernwanderungen. Man muss sich Gedanken um seine Ausrüstung machen! Habe ich zuviel eingepackt, ist der Rucksack zu schwer und es wird schwierig dieser Belastung längere Zeit Stand zu halten. Zusätzlich erhöht sich die Anstrengung und der Spaß leidet darunter. Fehlen mir andererseits wichtige Gepäckstücke, kann ich die Wanderung auch nicht vollständig genießen.

Aber sind wir mal ehrlich: Wann hattest Du das letzte Mal zuwenig Gepäck dabei? Ich noch nie!

Minimalismus beim Wandern auf Mallorca Trockenmauerroute GR 221

Dieses gezielte und bewusste Nachdenken über die Auswahl der eigenen Wanderausrüstung kann ich bei vielen Mitwanderern beobachten. Zwar nicht immer vollständig konsequent, aber die Meisten wählen den Inhalt ihres Rucksacks dennoch mit Bedacht. Viele empfinden diese Reduzierung auf das Wesentliche, das bewusste Weglassen von Überflüssigem, als wahre Entlastung. Nicht nur auf den Schultern, sondern besonders im Kopf. Tragen wir weniger Dinge bei uns, sind wir gleichzeitig auch freier im Kopf. Weniger Gegenstände, um die man sich kümmern oder Sorgen machen muss, dass sie unbeschädigt bleiben.

So lebe ich für die Zeit der Wanderung minimalistisch und bin einfach glücklich. Im doppelten Sinne.

Denn so kann ich die für mich wichtigen Dinge einer Wanderung viel ausführlicher genießen. Die Natur, die Berge, die frische Luft, die Ruhe, den Spaß an der Bewegung, den Austausch mit anderen Wanderern und kann einfach mal die Seele baumeln lassen. Das führt unter anderem dazu, dass sich mein Leben entschleunigt!

Minimalismus Alpenüberquerung zu Fuß Wien Nizza Alpendurchquerung
Einfach mal die Seele baumeln lassen

Minimalismus im Alltag?

Besonders im Rückblick auf meine ersten, völlig überfrachteten Wanderungen mit knapp 20 kg auf dem Rücken, habe ich durch diese minimalistische Einstellung sehr viel mehr Spaß und Freude am Wandern gewonnen.

Deshalb habe ich mich gefragt, wenn mir das Wandern durch weniger mehr ist, warum dann nicht auch im Alltag? Warum nicht bei mir Zuhause in der Wohnung alles Überflüssige weglassen? So habe ich mich einmal in meiner Wohnung umgeschaut und mir die Frage gestellt:

  • Welche meiner Besitztümer bereichern mein Leben?
  • Und welche verschlingen nur Platz, Zeit und Geld?

„Das Leben ist eine Reise. Nimm nicht zu viel Gepäck mit.“
―Billy Idol

Mein Kleiderschrank war ein guter Startpunkt: Mindestens 70% aller T-Shirts, Hemden, Pullover, Hose, Jacken, etc. ziehe ich nicht mehr an. Sie sind nur Staubfänger. Sie zwangen mich aber trotzdem dazu, einen großen Kleiderschrank zu besitzen. Einen größeren Transporter beim Umzug machen sie ebenfalls nötig. Ich bin durch sie nicht glücklicher und sie bereichern mein Leben auch nicht.

Außerdem kann ich ja nicht bei meiner Wanderausrüstung alles überflüssige aussortieren und meinen Kleiderschrank überquellen lassen.  Also habe ich all diese nicht mehr getragenen Kleidungsstücke in Säcke verpackt und gespendet. Die Sachen die mir noch gut gefallen und regelmäßig getragen werden (meine Skiausrüstung natürlich nur im Winter) habe ich behalten.

Das Ausmisten ist jetzt 1,5 Jahre her! Ich habe kein einziges Kleidungsstück vermisst. Jeden morgen wenn ich den Kleiderschrank öffne, habe ich ein Lächeln auf dem Gesicht und finde auch direkt was ich suche.

Genauso versuche ich das auch mit dem Rest meiner Besitztümer. Viel von meiner alten Wander- und Trekkingausrüstung liegt verstaut in Kisten. Sie verstaubt so vor sich hin. Sehr unwahrscheinlich, dass ich die beiden 2 und 3 kg schweren Rucksäck jemals noch benutzen werde. Beiden waren noch super in Schuss, also habe ich sie verkauft. So bekomme ich Geld für etwas, das bei mir zuhause unbenutzt rumliegt und kann anderen eine Freude damit machen.

Es gibt mir eine tiefe innere Zufrieden- und Gelassenheit, dass ich mit weniger materiellen Dingen glücklicher bin als vorher. Dadurch kann ich ein selbstbestimmteres, bewussteres und mobileres Leben führen und mich auf die Bereiche meines Lebens konzentrieren, die mir wirklich wichtig sind! Für mich bedeutet Minimalismus oder minimalistisch zu leben nicht, auf Dinge die mir wichtig sind zu verzichten. Sondern gezielt Gegenstände und Gewohnheiten loszulassen, die mir im Leben mehr Last als Freude sind.

Mir hat es sehr viel Lebensqualität gegeben, die Tugenden und Vorteile des Wanderns auf mein alltägliches Leben zu übertragen. Sich bewusst mit seiner Umwelt zu beschäftigen und gezielt die Dinge wegzulassen, die einem an einem selbstbestimmten und glücklicheren Leben hindern. Das sind für jeden unterschiedliche Gegenstände oder Gewohnheiten, aber die Meisten haben genug davon.

Für mich bedeutet Minimalismus, ob beim Wandern oder Zuhause: Gut für den Körper, aber noch besser für die Seele!

Was hältst Du von Minimalismus? Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?

Wenn Du dich jetzt für weitere Info’s zu Minimalismus und minimalistischem Leben interessierst, findest Du hier sehr interessante Blogs und Seiten zu dem Thema:

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