Gewichtet: Was kann der 25 Gramm leichte BRS 3000T Trekking Gaskocher?

23. März 2017   //   2 Kommentare
BRS 3000T Trekking Gaskocher

18 Euro für einen 25 Gramm leichten Gaskocher. Klingt fast zu schön um wahr zu sein. Doch der BRS 3000T Trekking Gaskocher * des chinesischen Herstellers leistet mehr als gedacht. Seine Brennerflamme ist gut regulierbar und er bringt Wasser in kurzer Zeit zum kochen. Sein Preis-Leistungsverhältnis scheint kaum zu schlagen. Ein paar Abstriche müssen dennoch in Kauf genommen werden.

BRS 3000T Trekking Gaskocher: Vor- und Nachteile

Vorteile

Nachteile

 geniales Gewicht mit 25 g  fragile Konstruktion erfordert vorsichtigen Umgang
 extrem kompaktes Packmaß  sehr laut
 Brennerflamme gut regulierbar  nicht unbedingt für schwere Töpfe geeignet
 sehr günstig
 gute Brennerleistung

Einsatzbereich: BRS 3000T Trekking Gaskocher

Der BRS 3000T Trekking Gaskocher ist eher für Ultraleicht-Enthusiasten als den konventionellen Trekker gedacht. Wenn Gewicht an erster Stelle steht, kann man mit dem BRS 3000T wenig falsch machen. Wer jedoch auf Haltbarkeit und eine ausgefeilte Konstruktion und wert legt, ist sicherlich mit einem anderen Exemplar besser bedient. Auch ist die Topfauflage eher für Tassen geeignet. Bei einem Anschaffungspreis von 18€* hält sich das finanzielle Risiko jedoch in Grenzen.

BRS 3000T Trekking Gaskocher: Details und Spezifikationen

Gewicht (nachgewogen) 25 g
Abmessungen Packmaß (H x B x T) 5 x 3,5 x 3 cm
Durchmesser Topfauflage:  8 cm
Brennstoff: Butan-Gas
Brennstoff Verbrauch/h (Herstellerangabe): 140 g/h
Leistung (Herstellerangabe): 2700 W
Material: Titan Legierung
Preis:  17,99 €*

BRS 3000T Trekking Gaskocher: Erster Eindruck und Verarbeitung

Der erste Eindruck des kleinen Kochers fällt durchaus positiv aus. Er kommt in einem giftgrünen Packsäckchen daher und das Packmaß ist mehr als kompakt. Seine drei Topfständer-Arme, sowie die Brennstoffregelung, lassen sich einklappen und tragen zu dem minimalen Abmessungen bei. Bei dem Auseinanderfalten der Arme ist ein wenig Geschicklichkeit gefragt. Denn sie sollten in einer bestimmten Reihenfolge entfaltet werden.

Die Arme sind vernietet und haben gepackt etwas Spiel. Kleine Metallhubel fixieren die Arme jedoch in ihrer Endposition. Das Schraubgewinde passt wohl auf alle gängigen Gsaskartuschen. Ich den Kocher bis jetzt aber nur den 100g Edelrid Gaskartuschen* genutzt. Auf diesen lässt sich der BRS 3000T einwandfrei festschrauben. Der mitgelieferte Packsack wurde entsorgt, da das Auspacken des Kochers aus Selbigem mehr als friemelig war.

BRS 3000T Trekking Gaskocher

Verarbeitung

Für einen 18 € Kocher* geht die Verarbeitung völlig in Ordnung. Seine Arme sind jetzt nicht das Maß an Präzision, aber ihre Fixierung ist durchaus geschickt und einfach gelöst. Ich bezweifle, dass der gesamte Kocher aus Titan besteht. Die Arme, der Brennerkopf und der mittlere Bereich wahrscheinlich schon. Der Gewindeblock für die Gaskartuschen besteht dem Anschein nach aber eher aus Aluminiumguss. Gasventil und der Schraubgriff sind wahrscheinlich aus Messing beziehungsweise Stahl gefertigt.

Nichtsdestotrotz steht am Ende ein hervorragendes und nachgewogenes Gewicht von 25 Gramm auf der Waage. Das ist nur ein Drittel von dem, was beispielsweise der MSR Micro Rocket* Gaskocher wiegt. Die Brennerdüsen sind kreisrund angeordnet und lassen die Flammen in einem 45° Winkel entweichen. Dadurch entsteht ein scheinbar rotierendes Flammenbild.

BRS 3000T Trekking Gaskocher: Leistung

Die Verbrennung des BRS 3000T scheint auf den ersten Blick sehr sauber zu sein und das Flammenbild ist schön symmetrisch. Was jedoch sofort auffällt: Der Kocher ist sehr laut. Das Zischen der Gasflammen scheint mir unnatürlich geräuschintensiv. Das mag eventuell an den großen Brenneröffnungen und deren Austrittswinkel liegen.

Da die Flammen sehr zentral austreten, sind Töpfe mit größerem Durchmesser im Nachsehen. Besser geeignet sind Titan Tassen, wie die Snow Peak 600 oder vergleichbare Modelle. Schwere Töpfe würde ich generell für diesen kleinen Brenner nicht empfehlen. Die Arme der Topfauflage fangen nach wenigen Minuten Betriebszeit an den Spitzen zu glühen an. Nach dem Abkühlen bleiben bläuliche Verfärbung zurück. Beides halte ich für keine großen Probleme.

Die folgenden Tests wurden auf 1000 Metern Höhe gemacht, bei einer Umgebungstemperatur von 12°C. Das Wasser hatte Raumtemperatur und wurde in einem Toaks Titanium 850 ml Topf* erhitzt. Mit Deckel. Der Kocher war jeweils auf die höchste Stufe gestellt. Es herrschte quasi Windstille. Ich habe den Test jeweils 3 mal durchgeführt, und die Werte gemittelt. Diesen Test habe ich mit meinem Dosenkocher unter den gleichen Bedingungen durchgeführt.

 BRS 3000T Kocher Dosenkocher
500 ml: Brennzeit bis Siedepunkt 3:02 Minuten 5:50 Minuten
Brennstoffverbrauch: 10 g Gas 18 g Spiritus
Brennstoff: Butangas Spiritus

Die durchschnittliche Zeit von 3:02 Minuten, bis der Kocher 500 ml Wasser zum Kochen bringt, finde ich sehr ordentlich. Der Hersteller gibt zwar 2:58 Minuten bis zum Siedepunkt von 1 (!) Liter Wasser an. Aber das halte ich für Mondscheinwerte. Mein Spiritus Dosenkocher kann da nicht ganz mithalten. Er brauchte durchschnittlich 5:50 Minuten, um den halben Liter Wasser zum sieden zu bringen.

Beim Brennstoffverbrauch zeigt sich ein ähnliches Bild: 10 g Gas hat der BRS 3000T Brenner in den 3:02 Minuten bei voller Leistung verbraucht. Das sind 8 Gramm weniger als der Dosenkocher, bei welchem es nur „an“ oder „aus“ gibt. Beim Kochen von Fertiggerichten habe ich deutlich weniger Gas verbraucht, da ich nie die angegebenen 500 ml Wasser verwende, sondern eher 300 bis 350 ml.

Fazit des BRS 3000T Trekking Gaskocher

Der BRS 3000T macht einen deutlich besseren Eindruck als der Preis und seine chinesische Herkunft vermuten lassen. Zwar ist die Konstruktion recht filigran und verlangt nach Fingerspitzengefühl bei der Verwendung. Aber mit einem Gewicht von 25 Gramm und einem minimalen Packmaß ist er eine tolle Alternative zu den bekannten Gasbrennern. Im Vergleich zu einem Spirituskocher ist besonders die einfache Handhabung und die bequeme Flammenregulierung deutlich angenehmer.

Zu seiner Langzeithaltbarkeit kann ich nach mittlerweile 6 Monaten etwas mehr sagen. Wir hatten den BRS 3000T auf unserer Alpenüberquerung von Wien nach Nizza dabei. Gekocht haben wir mit ihm geschätzte 25 – 30 Mal. Bis auf einen leicht verbogenen Arm, funktioniert der Brenner immer noch tadellos. Flammenregulierung, Topfstand und Brennleistung sind gefühlt unverändert geblieben.

Intensive und lange Kochsessions mit schweren Töpfen würde ich trotzdem eher vermeiden. Für den Ultraleichteinsatz als Wasserkocher und für Trockennahrung ist er aber sehr gut geeignet.

Alternativen

Gasbrenner gibt es viele. Auch viele Leichte. Auch wenn die folgenden nicht an das Gewicht des BRS 3000T Trekking Gaskocher heranreichen, sind sie dennoch einen Blick wert:

Auch Carsten von Fastpacking hat den kleinen Chinakocher getestet. Hier findest Du sein Test-Fazit.

Was hältst Du von dem BRS 3000T Brenner?
Schnäppchen oder China-Böller?

______

Anmerkung*: Ich habe dieses Produkt nicht vom Hersteller erhalten, sondern mit den eigenen finanziellen Mitteln erworben. Einige Produkt-Verlinkungen auf dieser Seite sind Affiliate Links für die BergReif eine geringe Provision erhält, falls Du einen dieser Artikel kaufst. Für dich fallen keine Extra-Kosten an. Dies hilft mir bei der Kostendeckung dieses Blogs.

BRS 3000T Trekking Gaskocher

BRS 3000T Trekking Gaskocher
86

Gewicht

10/10

    Brennerleistung

    9/10

      Ausstattung

      7/10

        Verarbeitung/ Haltbarkeit

        8/10

          Preis/Leistung

          10/10

            Pros

            • sehr geringes Gewicht
            • kompaktes Packmaß
            • gutes Preis/Leistungsverhältnis
            • gute Brennerleistung
            • einfache Bedienung

            Cons

            • fragile Konstruktion
            • sehr laut
            • nicht für große Töpfe geeignet

            Kostenloses E-Book "Tipps für den Einstieg ins Bergwandern" für Dich!

            Schließe Dich den über 8.000 Social Media Followern an und abonniere den BergReif Newsletter. Als Willkommensgeschenk bekommst Du mein E-Book "8 Tipps für den Einstieg ins Bergwandern" kostenlos dazu!

            Wer schreibt hier?

            Ich bin Alex. Im Sommer 2014 habe ich meine 7 Sachen gepackt und bin auf der Suche nach einer Auszeit auf dem Traumpfad von München nach Venedig über die Alpen gewandert. Nach diesen 34 Tagen waren die Berge und das (Fern-)Wandern einfach nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Heute bin ich immer dann am glücklichsten, wenn der Rucksack gepackt ist und ich wieder auf Tour gehe. Ich bin chronisch neugierig, interessiere mich für fast alle Arten von Outdoor-Ausrüstung und Outdoor-Tipps. Und das was ich dabei so alles lerne, möchte ich mit Dir hier auf BergReif teilen!

            2 Kommentare

            1. Ich kann das Testergebnis nur bestätigen. Ich nutze diesen kleinen Kocher intensiv in der Verbindung mit dem GSI Stainless Minimalist Kochgeschirr. Wasser aufkochen geht super schnell und auch das Warmhalten von Speisen auf sehr kleiner Gasflamme ist kein Problem.

            Kommentar schreiben