Merino Unterwäsche Test | Geruch nach 7 Tagen Einsatz

14. Januar 2015   //   15 Kommentare

Wolle im Allgemeinen ist ein sehr vielseitiges Naturmaterial. Die vom Schaf-Fell stammende Faser hat viele Vorteile, wenn es um ihren praktischen Einsatz in Bekleidungsstücken geht. Durch ihre Struktur isoliert sie den Körper sehr gut gegen Kälte, da zwischen ihren feinen Härchen viel Luft eingespeichert wird. Zudem ist sie quasi schmutzresistent und knittert kaum. Im Vergleich zur normalen Wolle, ist die Merinowolle Faser sogar noch feiner. Merino Unterwäsche kann bis 33% ihres Gewichts an Wasser aufnehmen ohne sich feucht anzufühlen.

Dabei gibt sie aufgenommene Feuchtigkeit schnell ab und gilt somit als schnelltrocknend. Einige dieser Eigenschaften weisen synthetische Funktionstextilien jedoch auch auf. Kosten dabei aber deutlich weniger. Was macht die Merino Unterwäsche also so besonders? Im Vergleich zu künstlich hergestellter Funktionskleidung, besitzt die Merinowolle eine natürliche Geruchsneutralität. Sie nimmt Gerüche schlecht an und gibt sie nach einem Durchlüften schnell wieder an die Umgebung ab.

Besonders bei längeren sportlichen Aktivitäten ist das von großem Vorteil. Ob im Skiurlaub oder auf der mehrtägigen Trekking– oder Hüttentour. Merino Unterwäsche soll deutlich länger tragbar sein, als herkömmliche Sportbekleidung. Aber ist dem wirklich so?

Merino Unterwäsche Test Merinowolle
Die feinen Fasern der Merinowolle

Im folgenden Merino Unterwäsche Test werde ich praktisch untersuchen, ob die Funktionskleidung auch nach 7 Tagen sportlichem Dauereinsatz im Skiurlaub ihre Geruchsneutralität bewahrt. Dabei werde ich jeden Tag circa 6-7 Stunden auf den Ski stehen. Abends werden die Sachen nur einmal durchgelüftet, aber nicht gewaschen. Nach jedem Skitag schaue bzw. rieche ich mir die Unterwäsche genau an.

Aus der letzten Saison ist mir noch gut im Gedächtnis, dass meine synthetische Unterwäsche nach spätestens 2 Tagen im Einsatz unangenehm zu riechen angefangen hat.

Die getestete Merino Unterwäsche:

Getestet werden:

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1. Tag des Merino Unterwäsche Test

Wie zu erwarten, geht nach dem ersten Skitag kein unangenehmer Geruch von der Merino Wäsche aus. Weder von der Skiunterhose, noch von den Oberkörper Bekleidungsschichten. Es ist kein Unterschied im Geruch zum unbenutzten Zustand festzustellen.

Außerdem empfinde ich das Tragegefühl auf der Haut als sehr angenehm. Die Merino Unterwäsche liegt körpernah, aber nicht so hauteng wie die meisten synthetischen Funktionsbekleidungen an. Zusätzlich konnte ich keine störenden und drückenden Nahtstellen feststellen. Im Vergleich zu meiner ehemaligen synthetischen Unterwäsche ist sie außerdem sehr leicht.

2. Tag des Merino Unterwäsche Test

Der zweite Skitag war gekennzeichnet von starkem Nebel und extremen Schneestürmen. Dadurch sind die Pisten zu Tiefschneehängen mutiert und das Fahren in dem zerpflügten Schnee war sehr anstrengend. Dementsprechend stark habe ich geschwitzt. Beim späteres Ausziehen der Merino Unterwäsche konnte jedoch wieder keine Veränderung des Geruchs bemerkt werden. Die Kleidungsstücke riechen noch immer vollkommen neutral.

3. Tag des Merino Unterwäsche Test

An Skitag 3 gab es nach ergiebigen Schneefällen beste Bedingungen fürs Freeriden in frischem Powder. Daher wurde lange und ausgiebig gefahren, was aufgrund der Schneemassen sehr anstrengend war. Geschwitzt wurde wie am vorherigen Tag und es ist noch immer kein unangenehmer Geruch der Kleidung wahrzunehmen.

Merino Unterwäsche Test Wandern Icebreaker
Vollgas für den Merino Unterwäsche Test!

4. Tag des Merino Unterwäsche Test

Nach Skitag Nummer 4 kann immer noch kein Schweißgeruch an den Merino Kleidungsstücken festgestellt werden. Angenehmer Nebeneffekt: Der Fleecepulli den ich als Isolationsschicht über meinen Merino Shirts trage riecht viel neutraler als früher. Ich gehe davon aus, dass der Schweißgeruch der synthetischen Funktionsunterwäsche damals einfach an die darüberliegenden Schichten weitergegeben wurde.

5. Tag des Merino Unterwäsche Test

An Skitag 5 kam die Sonne endlich mal wieder hervor und es wurde 7 Stunden intensiv gefahren. Nach dem Skitag bemerkte man bei den beiden Oberteilen im Achselbereich einen sehr leichten Schweißgeruch. Man musste aber mit der Nase schon sehr nah an den Bereich herangehen um es wahrzunehmen. Im normalen Stand oder für andere Personen war es nicht zu riechen.

Nach 5 Stunden auslüften auf dem Balkon war selbst davon nichts mehr zu riechen. Die lange Merino Skiunterhose riecht noch immer so neutral wie am ersten Tag.

6. Tag des Merino Unterwäsche Test

Keine Veränderung gegenüber Tag 5.

7. Tag des Merino Unterwäsche Test

Die Schneebedingungen am 7. Tag waren wieder optimal und es wurde wegen des schönen Wetter knapp 8 Stunden gefahren. Nach dem Ausziehen der Skiunterwäsche war ein sehr leichter Schweißgeruch im Achselbereich der Merino Shirts festzustellen. Insgesamt keine Veränderungen zum 5. Tag im Geruch.

Merino Unterwäsche beim Wandern

Ich habe die Merino Unterwäsche nun seid 2 Jahren auf unzähligen Wanderungen getragen. Gerade das Langarmshirt ist zu einem meiner Lieblingsstücke geworden. Als Baselayer ist es im Sommer beim Wandern meistens meine einzige Kleidungsschicht am Oberkörper.  Auf unserer letztjährigen 9-tägigen Hüttentour auf dem Stubaier Höhenweg, hatte ich das Langarmshirt volle 9 Tage am Stück an, ohne es einmal zu waschen. Selbst auf der Heimreise hat es noch nicht richtig gestunken.

Ähnlich war es auf unserer Fernwanderung über den Querweg Freiburg Bodensee in diesem Jahr (2016). Die ebenfalls 9-tägige Tour hat das Langarmshirt klag- und geruchlos mitgemacht. Ich trug es tagsüber beim Wandern und habe es Abends auf den Hütten bzw. im Zelt gegen ein zweites Exemplar getauscht.

Merino Unterwäsche Test Wandern Icebreaker

Alternativen zu Icebreaker

Die getestete Unterwäsche stammt ausschließlich von der neuseeländischen Firma Icebreaker. Mittlerweile habe ich jedoch auch von anderen Firmen Bekleidung aus Merinowolle im Einsatz. Dabei ist mir wichtig, dass die Schafe tiergerecht gehalten und Mulesing-Praktiken nicht angewendet werden. Icebreaker und alle anderen hier genannten Hersteller garantieren, diese Praktiken nicht anzuwenden.

Eine Alternative zu Icebreaker ist Dilling*. Das dänische Unternehmen verarbeitet Bio-Merinowolle und hat eine breite Palette an Merino Bekleidung*. Smartwool* ist ebenfalls ein bekannter Hersteller in diesem Bereich und bietet neben Unterwäsche auch viele verschiedene Socken* aus Merinowolle an.

Fazit des Merino Unterwäsche Test:

Ich ärgere mich, dass ich nicht schon früher auf Merino Unterwäsche bei meinen Outdoor Aktivitäten gesetzt habe! Es hätte sich viel Gepäck sparen lassen. Wirklich erstaunlich wie geruchsneutral die Merinowolle auch noch nach einer ganzen Woche sportlichen Einsatzes geblieben ist. Am Ende dieser Zeit ließ sich zwar ein sehr leichter Schweißgeruch wahrnehmen, dieser war jedoch nicht störend. Die lange Merino Unterhose ist die gesamten 7 Tage über geruchslos geblieben.

In meinen synthetischen Funktionsshirts konnte ich mich meist nach 2-3 Tagen nicht mehr riechen und musst wechseln. Die Merino Shirts lassen sich aber problemlos mehr als 7 Tage am Stück tragen ohne einem vor Gestank die Tränen in die Augen zu treiben. Zusätzlich liegen sie sehr angenehm auf der Haut und fühlen sich selbst durchgeschwitzt nicht kalt am Körper an. Der Schnitt aller Merino Kleidungsstücke ist sportlich, sie liegen aber nicht eng sondern locker am Körper.

Insgesamt bin ich sehr überzeugt von der getesteten Merino Unterwäsche und kann sie jedem nur herzlich ans Herz legen, der Wert auf Geruchsneutralität und leichtes Gepäck legt. Bei meiner nächsten Hüttentour werde ich definitiv kein Wechselshirt mehr mitnehmen. Einzig der relativ hohe Preis ist ein Nachteil der Merino Unterwäsche. Angesichts der gebotenen Leistung ist es das aber definitiv Wert.

UPDATE: Oktober 2016

Mittlerweile habe ich die Merino Unterwäsche seit 2 Jahren im sehr aktiven Gebrauch. Bis jetzt bin ich immer noch sehr zufrieden mit ihr. Bis auf ein kleines Löchlein im unteren Bereich des Langarmshirts* (Ich habe das Shirt in der Hüftgurtschnalle meines Rucksack eingeklemmt) kann ich keine Abnutzungserscheinungen feststellen. Ich wasche die Merino Shirts so selten es geht und lüfte sie lieber etwas länger aus, als sie zu waschen. Dennoch funktioniert das Waschen mit speziellem Wollwaschmittel auf 30°C problemlos. Von ihrer Geruchsneutralität hat die Merino Unterwäsche noch nichts eingebüßt und funktioniert wie am ersten Tag hervorragend.

Der höhere Anschaffungspreis der Kleidungsstücke hat sich schon jetzt mehr als bezahlt gemacht!

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Bildnachweise: 

  • Merinoschaf: Bergzeit.de
  • Merinowolle: merinowoolhq.com

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Anmerkung*: Einige Produkt-Verlinkungen auf dieser Seite sind Affiliate Links für die BergReif eine geringe Provision erhält, falls Du einen dieser Artikel kaufst. Für dich fallen keine Extra-Kosten an. Dies hilft mir bei der Kostendeckung dieses Blogs.

Merino Unterwäsche Icebreaker

Merino Unterwäsche Icebreaker
9.4

Atmungsaktivität

10/10

Gewicht/Packmaß

9/10

Geruchsneutralität

10/10

Tragekomfort

10/10

Pros

  • riecht auch nach vielen Tagen im Einsatz kaum nach Schweiß
  • für mein Empfinden sehr angenehm auf der Haut
  • fühlt sich auch nass geschwitzt nicht kalt auf der Haut an

Cons

  • nicht günstig, aber die Anschaffung lohnt sich

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Wer schreibt hier?

Ich bin Alex. Im Sommer 2014 habe ich meine 7 Sachen gepackt und bin auf der Suche nach einer Auszeit auf dem Traumpfad von München nach Venedig über die Alpen gewandert. Nach diesen 34 Tagen waren die Berge und das (Fern-)Wandern einfach nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Heute bin ich immer dann am glücklichsten, wenn der Rucksack gepackt ist und ich wieder auf Tour gehe. Ich bin chronisch neugierig, interessiere mich für fast alle Arten von Outdoor-Ausrüstung und Outdoor-Tipps. Und das was ich dabei so alles lerne, möchte ich mit Dir hier auf BergReif teilen!

15 Kommentare

  1. Cooler Bericht. Ich schätze Merinowolle und deren Eigenschaften. Gerade die Geruchsneutralisierung finde ich gerade bei merhtätigen Touren klasse,

    Grüße
    Wolfgang

  2. Hallo Alex,
    ich bin durch Zufall auf deinen Test gestoßen. Ich finde es toll das du hier sehr transparent die Vor und Nachteile auflistest. Ich bin selbst von Merino begeistert. Mach weiter so, toller Beitrag!

    Gruß Nils

  3. Hallo,

    interessanter Bericht.
    Was die Geruchsneutralität angeht, bin ich mit Merino auch äußerst zufrieden.

    Was mich aber etwas enttäuscht hat, war die Haltbarkeit von Unterwäsche und Baselayern.

    Gerade die Unterwäsche hat bei mir im Dauereinsatz unter Schwitzen im bolvianischen Dschungel nicht wirklich lange ausgehalten.
    Da ist mir der Stoff dann doch zu dünn und reißt zu schnell. Was ich bei 35€ teurer Unterwäsche doch an Haltbarkeit erwarten würde.
    Irgendwelche Erfahrungen dazu?

    Vg
    Robin

    1. Hi Rolph,

      das mit der Haltbarkeit der Merino Unterwäsche ist ganz unterschiedlich. Da die Baselayer je nach Einsatzzweck in verschiedenen Stärken hergestellt werden, ist auch deren Haltbarkeit unterschiedlich. Genauso zwischen den jeweiligen Herstellern.
      Insgesamt bietet sich aber ein etwas vorsichtigerer Umgang mit den Merino Sachen an. Abgesehen von ein paar kleinen Löchern nach 2 Jahren, habe ich dennoch keine wirklichen Probleme mit der Haltbarkeit gehabt.

      LG Alex

  4. Hi Alex,

    vorweg erstmal ein großes Lob für Deine Homepage. Deine Beiträge sind sehr informativ, gut recherchiert und kurzweilig zu lesen. Wirklich prima!
    Jetzt meine Frage, hast Du bei deinen Wanderungen und Skitouren mit der Merinounterwäsche auch Deo (Roller, Spray,Antitranspirant oder ähnliches) genutzt oder komplett darauf verzichtet?

    Schönen Gruß
    Olli

    1. Hi Olli,

      Freut mich, dass Dir die Seite gefällt!
      Ich nutze mit einen Deo Roller von Speik ohne Aluminiumzusätze. Dieser funktioniert prima mit jeder Art von Merino Unterwäsche die ich verwendet habe.
      Deo Roller mit Aluminiumzusätzen hinterlassen unangenehm riechende Flecken an der Unterwäsche, die man nur sehr schwer wieder entfernt bekommt…

      Viele Grüße,
      Alex

  5. Ich mag Merino-Zeug nicht.

    Ich hab mir vor Jahren auch ein Set Longsleeve und Long Johns von Ice Breaker gekauft, aber auch nach mehrmaligem Waschen fühlte es sich irgendwie kratzig an. Irgendwann hab ich mir noch ein dünneres Merino-Longsleeve von Ortovox gekauft, das ist super vom Tragekomfort, allerdings ist es beim Tragen schnell ausgeleiert – auch nicht so super.

    Bei Decathlon hab ich noch mal einen Versuch gestartet – aber die waren mir auch zu kratzig und zu teuer für die Qualität.

    Ergo – ich ziehe mittlerweile (gute) Kunstfaser vor – die ist billiger und leichter und trockenet schnell – dadurch kann man sie kurz mal waschen und sie ist im Nu wieder trocken – was bei Merino nicht der Fall ist. Wenn Wolle mal naß ist, dann richtig und dann ist sie auch richtig schwer und trocknet nicht s schnell wieder.

    1. Hallo Andreas,

      Da habe ich ganz andere Erfahrungen als du gemacht. Meine Merino Shirts waren weder kratzig, noch sind sie schlecht getrocknet. Es scheint also ziemlich große Unterschiede zwischen den Herstellern zu geben.

      LG Alex

  6. Wenn ein wenig wärmer sein darf, dann kann ich Woolpower bestens empfehlen. Wenn ich beim Sport richtig schwitze, dann fühle ich mich darin noch am trockensten. Die Optik ist halt dafür nicht so hip.

  7. Hallo Alex,

    hast du denn auch selbst Erfahrungen mit der Wäsche von Dilling machen können? Der Preis ist ja im Vgl. zu Icebreaker super, aber irgenwo „muss“ ja dann doch ein Haken sein …
    Danke!

    1. HI Julia,

      ich habe auf der Alpenüberquerung von WIen nach Nizza das Dilling Exklusive Shirt 4 Monate lang getragen und war super begeistert (>> Testbericht). Das ist im Vergleich zu den „normalen“ Dilling Shirts auch teurer (79€ glaub ich…). Von der Feinheit der Merinowolle aber besser. Das normale Merinolangarmshirt von Dilling nutzt gröbere Merinowolle und ist etwas dicker. Ansonsten aber auch ein super Shirt zu einem sehr fairen Preis. Von Muelsing-Praktiken und schlechten Arbeitsbedingungen nimmt Dilling, ähnlich wie Icebreaker, ebenfalls laut eigener Aussage Abstand.

      LG Alex

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