Wasseraufbereitung beim Wandern – Hintergrundwissen und Methoden

27. März 2017   //   19 Kommentare
Wasseraufbereitung Gebirgsbach Bergsee

Das Thema Wasseraufbereitung war für mich lange Zeit ein rotes Tuch. Zu kompliziert und möglicherweise auch gesundheitsschädlich falls man es falsch macht. Nachdem ich mich aber einige Zeit intensiver damit beschäftigt habe, möchte ich es beim Wandern nun nicht mehr missen. Denn obwohl es das Basisgewicht der Ausrüstung etwas erhöht, kann eine korrekte Wasseraufbereitung beim Wandern das Gesamtgewicht des Rucksacks um einiges senken.

In diesem Artikel soll es daher etwas um die Theorie hinter der Wasseraufbereitung in der Natur gehen. Und welche Verunreinigungen und Bestandteile es zu filtern gilt. In den kommenden Wochen werde ich dann 2 spezielle Outdoor-Wasserfilter in separaten Testberichten (Katadyn BeFree Test + Katadyn MyBottle Test) vorstellen.

Wasseraufbereitung: Wodurch kann Wasser verunreinigt sein?

Frischwasser kann durch eine Vielzahl an Dingen verunreinigt sein. Das sichtbare sind Schwebstoffe wie zum Beispiel Dreckpartikel, Algen oder abgestorbene pflanzliche Bestandteile. Diese sind meist nicht gefährlich, können aber die Wirkung von chemischen Wasseraufbreitungsmitteln abschwächen. In klaren Bergseen und Bächen sind diese Schwebstoffen oft kaum vorhanden oder sichtbar. Ihr Fehlen macht Wasser jedoch noch lange nicht trinkbar.

Chemikalien, Schwermetalle und Düngemittel aus der Landwirtschaft sowie Pflanzenschutzmittel können außerdem ins Wasser gelangt sein. Vor allem in Siedlungsgebieten, Städte oder landwirtschaftliche genutzten Flächen ist dies sehr wahrscheinlich. Aber auch klares Wasser im Bergsee kann verunreinigt sein. Denn wirklich gesundheitsschädlich sind in unbehandeltem Wasser die unsichtbare Mikroorganismen.

Wasseraufbereitung Gebirgsbach Bergsee
Bergseen können unter anderem durch Mikroorganismen verunreinigt sein.

Krankheitserregende Mikroorganismen

Diese krankheitserregenden Mikroorganismen lassen sich in 3 Kategorien aufteilen. Nach ihrer Größe sortiert, stelle ich sie Dir im folgenden etwas genauer vor.

Protozoen

Protozoen sind einzellige Parasiten mit einer Größe zwischen 1 – 15 Mikron1 (Anmerkung: 1 Mikron = 0,001 mm). Diese können beim Menschen zu akuten Magen-Darm-Erkrankungen führen. Häufig gelangen sie durch Fäkalien von Mensch oder Tier ins Wasser. Krankheitserregende Protozoen sind beispielsweise Amöbenruhr, Giardia, Lamblien, und Kryptosporidien.2

Bakterien

Auch Bakterien sind winzige Einzeller, welche jedoch nicht zwingend gesundheitsschädlich sein müssen. Sie sind zwischen 0,2 und 5 Mikron groß. Die Bakterien, welche Infektionskrankheiten auslösen, vermehren sich jedoch gerade im Wasser rasant. Vor allem je höher die Temperaturen sind. Bekannte Beispiele für die winzigen Krankheitserreger sind die E.Coli-, oder Cholera-Bakterien sowie Salmonellen.1

Viren

Die kleinsten und zugleich gefährlichsten Mikroorganismen, welche in unbehandeltem Wasser vorkommen können, sind die Viren. Sie sind nur 0,02 – 0,2 Mikron winzig und gelangen ebenfalls über tierische und menschliche Fäkalien ins Trinkwasser.Da sie selber keinen Zellkern besitzen, brauchen sie einen Wirt (z.B. uns), um ihre krankheitserregende DNA zu verbreiten. Beispiele für durch Viren ausgelöste Erkrankungen sind Hepatitis A, der Polio-Virus, der Norwalk-Virus, sowie der Rota-Virus.2

Vorkommen von Mikroorganismen im Frischwasser

Protozoen, Bakterien und Viren kommen selten im gleichen Verhältnis in unbehandeltem Wasser vor. Am häufigsten sind Protozoen und Bakterien anzutreffen. Gegen sie sollte man sich bei jeder Wasseraufbereitung schützen. In den Bergen kann man generell sagen: Das Risiko von Mikroorganismen nimmt mit steigender Höhe ab.

Oberhalb der Weidegrenze ist die Infektionsgefahr am geringsten, da die Fäkalien von Kuh oder Schaf nicht mehr in das Grundwasser gelangen. Zudem sind die Gebirgsbäche dort meist nicht weit von ihrer Quelle entfernt.Denn je näher an seiner Quelle sich das Wasser befindet, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorkommen von Mikroorganismen. Das liegt daran, dass die Gesteinsschichten, durch welche das Wasser zum Ursprung gelangt, selbst effektiv das Wasser filtern.

Wasseraufbereitung Gebirgsbach Bergsee
Gerade tierische Fäkalien sind bei der Wasseraufbereitung ein Problem

Kaltes Frischwasser ist ebenfalls etwas sicherer. Denn je kälter das Wasser ist, desto langsamer können sich Mikroorganismen in ihm vermehren und verbreiten. Vollkommen ausschließen kann man die Mikroorganismen jedoch nie. Daher ist es immer sinnvoll, dass Wasser vorab zu behandeln oder filtern.

Wichtig!

Wasser aus großen Flüssen oder Bächen, die durch Siedlungsgebiete oder landwirtschaftlich genutzte Flächen fließen, solltest Du wenn möglich immer vermeiden. Dieses Wasser enthält meist noch viele andere Schadstoffe (Benzin, Schweröl, Chemikalien, Medikamentenrückstände, Pflanzenschutz- und Düngemittel, etc.), welche die üblichen Outdoor-Wasserfilter nicht entfernen können.

Methoden zur Wasseraufbereitung:

Welche Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung in der Natur oder beim Wandern stehen uns denn zur Verfügung? Die mobile Wasseraufbereitung kann grob gesagt auf 4 Arten erfolgen. Alle haben ihre Vor- und Nachteile.

Wasseraufbereitung mittels Abkochen

Die einfachste Möglichkeit Frischwasser aufzubereiten ist das Abkochen. Dazu wird das unbehandelte Wasser für mindestens 3-5 Minuten sprudelnd gekocht. Dadurch werden fast alle Protozoen, Bakterien und Viren abgetötet . Aufgrund des niedrigeren Drucks sinkt der Siedepunkt für Wasser jedoch in den Bergen. Daher musst Du dort die Siededauer erhöhen. Typischerweise rechnet man mit einer Extraminute pro 150 Höhenmetern 3.

Der Nachteil dieses Verfahrens ist der hohe Brennstoffverbrauch. Das erhöht im Umkehrschluss auch das Gewicht im Rucksack. Außerdem werden Schwebstoffe, Schwermetalle und Chemikalien dadurch nicht aus dem Wasser entfernt. Gegen die sichtbaren Partikel kannst Du Dir mit einer Vorfilterung aus einem T-Shirt oder mechanischen Filtern behelfen.

Wasseraufbereitung Abkochen
Abkochen: Wirksam gegen Mikroorganismen, nicht gegen Schwebstoffe

Wasseraufbereitung mittels Chemie

Wasseraufbereitung Mikropur Forte Das bekannteste chemische Mittel zur Trinkwasseraufbereitung ist Micropur forte* des Schweizer Herstellers Katadyn. Es reinigt das Wasser von allen Mikroorganismen, braucht dafür aber seine Zeit. Nach 30 Minuten Kontaktzeit sind ein Großteil der Bakterien, Viren und Protozoen abgetötet worden. Bedenkenlos kann das Wasser aber erst nach 2 Stunden getrunken werden, da einige Erreger erst nach dieser Zeit unschädlich gemacht worden sind.

Die lange Wirkdauer ist auch einer der großen Nachteile dieser Methode. Mal eben schnell etwas Wasser trinkbar machen ist damit nicht drin. Zudem wird die Wirkung des Mittels durch Schwebstoffe und Partikel im Wasser erheblich beeinflusst. Daher ist auch bei dieser Variante eine Vorfilterung, falls nötig, zu empfehlen. Das aufbereitete Wasser hat zudem einen etwas unangenehmen Geschmack nach Chlor.

Mechanische Outdoor Wasserfilter

Eine ebenfalls weit verbreitete Methode um Wasser aufzubereiten sind mechanische Outdoor Wasserfilter. Durch die winzigen Poren ihrer Keramik- oder Hohlfaserfilterlemente passen Bakterien, Protozoen sowie Schwebstoffe nicht hindurch. Sie werden mechanisch vom Wasser getrennt. Die Porengröße der Filtereinheiten bewegt sich meist zwischen 0,2 und 0,1 Mikron. Da Viren jedoch bis zu 0,02 Mikron winzig sind, könne diese durch die Poren hindurch rutschen.

Da Viren aber oft an größere Partikel gebunden sind, werden diese zumindest reduziert. Einige wenige mechanische Outdoor Wasserfilter schützen jedoch auch vollständig vor den kleinsten Viren. Diese Purifier sind jedoch meist sehr teuer, oder ihre Filterelemente müssen häufiger getauscht bzw. gereinigt werden. Beispiele hierfür sind der Katadyn MyBottle Purifier* oder der MSR Guardian*. Beide haben eine Filterporengröße von nur 0,02 Mikron (= 0,00002 mm).

Der großer Vorteil von mechanischen Outdoor Wasserfiltern ist jedoch: Sie können einen große Menge Wasser in einer relativ kurzen Zeit von Mikroorganismen und Schwebstoffen befreien. Oft sind die Filterelemente sogar mit Trinkflaschen kompatibel*. Das macht ihre Handhabung sehr einfach und komfortabel.

Wasseraufbereitung Outdoor Wasserfilter
Outdoor Wasserfilter in Flaschenform filtern Mikroorganismen

UV-Wasserfilter

Wasseraufbereitung UV Wasserfilter Steripen
Mit UV Licht gegen Erreger im Wasser. Quelle: Steripen

Mittels UV Strahlen kann unbehandeltes Wasser ebenfalls keimfrei gemacht werden. Das zum Einsatz kommende UV-C-Licht hat eine höhere Energie als das sichtbare Spektrum und tötet effektiv alle Mikroorganismen im Wasser ab 4. Seit längerem gibt es diese Technologie nun auch für Trekker und Wanderer im Taschenformat. Bekanntester Hersteller ist dabei SteriPEN*.

Voraussetzung ist auch hier, dass das zu reinigende Wasser klar ist. Denn Schwebstoffe und größere Partikel werden durch diese Methode nicht entfernt.  Zudem benötigen die mobilen UV-Wasserfilter Batterien. Laut Steripen reicht ein Satz AA-Batterien, je nach Modell, für circa 50 – 150 Liter Wasser.

Zur besseren Übersicht habe ich Dir alle Methoden zur mobilen Wasseraufbereitung in der folgenden Tabelle zusammengefasst. Mitsamt ihren Vor- und Nachteilen, Beispielen und ihrer Wirksamkeit.

Methode

Kochen

Chemie

Wasserfilter

UV Licht

Vorteile + hilfreich gegen alle Mikroorganismen
+ sehr einfach
+ ultraleicht
+ hilfreich gegen alle Mikroorganismen
+ zuverlässig
+ filtert große Mengen relativ schnell
+ einfach Handhabung
+ können sehr leicht sein
+ zuverlässig
+ hilfreich gegen alle Mikroorganismen
+ vergleichsweise schnell
Nachteile  – verbraucht Brennstoff
– benötigt Zeit
– filtert keine Schwebstoffe
– Höhe erhöht Kochdauer
– Chlorgeschmack
– Schwebstoffe verringern Wirkung
– Wirkdauer bis zu 2 h
– filtern meist keine Viren
– teilweise schwerer
– erfordern Reinigung
– benötigt Batterien
– filtert keine Schwebstoffe
Beispiele   Micropur Forte* Sawyer Mini*
MyBottle Purifier*
Steripen*
Entfernt Bakterien, Protozoen, Viren Bakterien, Protozoen, Viren Schwebstoffe, Bakterien, Protozoen, (teilw. Viren) Bakterien, Protozoen, Viren
Gewicht Brenner abhängig 8 g (100 Tabletten)  ab 38 g (Sawyer Mini)  140 g (inkl. Batterien)
Einsatzgebiet klares Wasser klares Wasser klares bis trübes Wasser klares Wasser

Fazit zur mobilen Wasseraufbereitung beim Wandern

Welche Methode Du zur mobilen Wasseraufbereitung beim Wandern nutzt, hängt hauptsächlich von deinen persönlichen Präferenzen ab. Ist dir Wartezeit und Chlorgeschmack egal, dann bist Du mit der chemischen Wasseraufbereitung am leichtesten unterwegs. Dann sollte das Wasser jedoch auch frei von Schwebstoffen sein.

Da außer den mechanischen Outdoor Wasserfiltern keine Methode Schwebstoffe entfernt, kann auch eine Kombination aus 2 Methoden sinnvoll sein. Ein Sawyer Mini* oder Katadyn BeFree Filter* in Kombination mit den Micropur Tabletten wiegen zusammen deutlich unter 100 Gramm, entfernen aber alle möglichen Mikroorganismen sowie Schwebstoffe.

Das ist auch die Variante die ich persönlich beim Wandern und Trekking bevorzuge. Wobei ich die Tabletten nur einsetze, wenn ich mir bei dem Wasser eher unsicher bin und mich auch gegen Viren absichern möchte. Zahlreiche Male habe ich Frischwasser aus Gebirgsbächen und Seen nur mit dem Katadyn BeFree Filter getrunken und habe es trotzdem noch gerade so geschafft diesen Artikel zu Ende zu schrei

Welche Methode nutzt Du zur Wasseraufbereitung?
Oder trägst Du lieber etwas mehr Trinkwasser im Rucksack?

Quellen:

1 – Katadyn.com
2 – Wasserklar.net
3 – Wikipedia
4 – Wikipedia

______
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Wer schreibt hier?

Ich bin Alex. Im Sommer 2014 habe ich meine 7 Sachen gepackt und bin auf der Suche nach einer Auszeit auf dem Traumpfad von München nach Venedig über die Alpen gewandert. Nach diesen 34 Tagen waren die Berge und das (Fern-)Wandern einfach nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Heute bin ich immer dann am glücklichsten, wenn der Rucksack gepackt ist und ich wieder auf Tour gehe. Ich bin chronisch neugierig, interessiere mich für fast alle Arten von Outdoor-Ausrüstung und Outdoor-Tipps. Und das was ich dabei so alles lerne, möchte ich mit Dir hier auf BergReif teilen!

19 Kommentare

  1. Beim Wandern, wo man aufs Gewicht schaut, sind eigentlich der BeFree von Katydyn oder Drinkpure das neue Maß der Dinge. Erster superleicht und klein, zweiterer ein wenig klobiger, dafür bessere Filterqualität. Pumpfilter muss man daher zum Glück nicht mehr mitschleppen.

  2. Wir nutzen selbst seit einiger Zeit einen Wasserfilter. Anfangs war’s echt ein komisches Gefühl, aus einem kleinen Bach zu trinken, aber mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt und genießen den Luxus, nicht unbedingt so viel Wasser mitnehmen zu müssen. Gerade beim Trailrunning ist das echt praktisch.

    Gruß
    Dennis

  3. Ich nutze auch einen Wasserfilter.
    Anfangs noch etwas verunsichert ob er wirklich hält was er verspricht und das Wasser nach dem Filtern noch einmal abgekocht.
    Nach einiger Zeit wurde das allerdings zu aufwändig und ich habe nur den Wasserfilter getestet.
    Ich nutze den SAWYER Mini Wasserfilter. Ich habe keine Bedenken mehr aus irgendwelchen Flüssen zu trinken. Die knapp 50 Gramm schlepp ich lieber rum als 3 Liter Wasser. Platz- und Gewichtsparend.

    LG
    Max

    1. Hi Max,

      das sehe ich genau wie Du. Das vermeintliche Mehrgewicht des Filters relativiert sich sehr schnell wieder, durch das Einsparen an Wasservorräten auf dem Rücken.

      LG Alex

  4. Sehr interessanter Artikel.

    Ich verwende seit einiger Zeit Betaisodona Lösung (Jod), dass nur in Deutschland nicht zur Trinkwasserdesinfektion zugelassen ist.
    Braucht wenig Platz und wenn man sich verletzt, hat man auch gleich was dabei ;). Soll sicher sein und dauert im worst-case max. 30min (10 Tropfen auf 1l).
    Solange keine Schilddrüsenprobleme bestehen, ist es auch gesundheitlich ziemlich problemlos.

    1. Hi Martin,

      ich danke Dir für deine Ergänzung.
      Von dieser Methode höre ich zum ersten Mal. Weißt Du auch gegen welche Dinge Job im Wasser schützt?

      LG Alex

  5. Hi Alex,

    es wirkt eigentlich gegen alle Erreger, hat aber Schwächen gegen Cyclospora.
    Das Wasser hat für Empfindliche einen leichten Jodgeschmack, aber eine Brausetablette mit Geschmack hilft.
    Wie gesagt, ein seit 100 Jahre wirkungsvolles Wasserdesinfektionsmittel, welches man allerdings nicht bei Problemen mit der Schilddrüse nehmen sollte.
    Im Englischem wird es auch „Povidone-iodine“ genannt. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21168786).
    Lg Martin

  6. Hi Alex!

    Vielen Dank für Dein sehr gut recherchierten Artikel. Wir haben bei unseren Touren in den Anden und im peruanischen Dschungel immer den Swayer Mini benutzt. Bei den Trekkingtouren in den Anden von Peru ist man oft im Weidegebiet unterwegs und manchmal sieht man auch tote Tiere im oder am Bach liegen. Der Filter hat uns aber immer vor Amöben und bakteriellen Erkrankungen geschützt.

    Die Quetschtüte hat allerdings recht schnell geleckt. Aber da der Schraubverschluss ja auf jede PET-Flasche passt, ist der Ersatz ja kein Problem. Allerdings konnten wir mit unserem Filter die versprochenen 1,7 Liter / Minute nie erreichen, was in den hohen Anden in der Früh immer für eiskalte Finger gesorgt hat.
    Auf einer Tour hatten wir aus Gewichtsgründen die Spitze zum Ausspülen des Filters zu Hause gelassen. Das hatten wir aber dann ab dem vierten Tag bitterlich bereut, als die Filterleistung dann merklich nach lies.

    Mein Fazit zum Swayer-Mini: Ein praktischer Filter für alle Fälle außerhalb der Zivilisation.

    Grüßl
    Uli

  7. Hi,

    Sehr interessanter Artikel. Ich persönlich ziehe die Methode mit einem Wasserfilter den anderen Möglichkeiten der Wasserreinigung vor. Da sie für mich bis jetzt einfach am besten und effektivsten funktioniert hat.

    Sehr gute Erfahrungen habe Ich mit dem Katadyn Mini Wasserfilter gemacht. Im Vergleich zu billigeren Modellen, wie dem Sawyer Mini, kostet er natürlich schon eine Stange Geld. Dafür erhält man aber auch einen sehr stabilen und hochwertigen Wasserfilter.
    LG Moritz

  8. Hi Alex,

    wie lautet denn dein Fazit zum Katadyn BeFree Filter? Bin in drei Wochen in Peru und muss mich schön langsam zwischen Tabletten und Filter entscheiden. Im Moment schwanke ich zwischen BeFree und Tabletten…

    Danke,
    Martin

    1. Hi Martin,

      Den BeFree Filter finde ich super! Nutze ihn in den Bergen recht häufig. Die Tabletten habe ich aber auch immer dabei. Denn Viren filtert der BeFree nicht. Und da 25 Micropur Forte Tabletten nur 2 g wiegen, ändern die auch am Gesamt Gewicht fast nichts.

      Viel Spaß in Peru :)

      LG Alex

  9. Danke für den inhaltsstarken Artikel. Für die nächste Kili-Tour weiß ich, was ich mitzunehmen haben werde. In den Alpen hatte ich bisher keine Probleme.

    Erweitere den Artikel nochmal um die Frage nach Schnee und Wasseraufbereitung.

    Danke und beste Grüße
    Nicolas

  10. Danke für deinen Artikel, Alex.

    Ich nutze den Sawyer Mini in Kombination mit den Tropfen von Micropur Forte. Allerdings nehme ich dann nicht drei, sondern nur einen Tropfen pro Liter Wasser, da die Chemie nur eine zusätzliche Sicherheit ist.

    Ich sehe in der Kombination die folgenden Vorteile:
    – Ich kann das Wasser in der Regel unmittelbar nach der Behandlung trinken
    – Es werden auch allfällige Viren abgetötet (das allerdings nicht sofort)
    – Das Wasser bleibt auch trinkbar, wenn ich es unterwegs mal ein paar Tage stehen lasse (Silberionen).

    Das geringe Mehrgewicht der Tropfen nehme ich aufgrund der Vorteile gerne in Kauf.

    Wer den Chlorgeschmack nicht mag (ich spüre ihn bei der geringen Dosierung kaum), kann noch die Antichlor-Tropfen mitnehmen. Mit diesen kann man – nach der Einwirkzeit des Micropur! – das Chlor in Kochsalz umwandeln.

  11. Hallo Uli

    Ich nutze auch den Sawyer Mini, bin aber davon abgekommen, mittels Druck auf eine Tüte oder Flasche das Wasser zu filtern.

    Ich hänge einen Wasserbeutel kopfüber an einen Baum, schraube den Mini drauf und stecke unten einen zweiten Wasserbeutel dran. Dazu nutze ich den Trinaufsatz, der auf vielen 750ml-Mineralwasserflaschen drauf ist.

    Den gleichen Aufsatz nutze ich auch, um den Filter mittels einer PET-Flasche zu reinigen (rückzuspülen). So hat dieser kleine, wenige Gramm leichte Trinkaufsatz gleich einen doppelten Nutzen. Die Spritze kann ich zuhause lassen.

    Hier wird im Video gezeigt, was ich meine: https://www.youtube.com/watch?v=UjITyLFelWc

    Gruss, Michael

  12. Danke für die fundierten Informationen.
    Ich trinke Wasser oberhalb von Weidetieren und aus sprudelnden Bächen und Wasserfällen bisher ungefiltert.

    Viele Grüße

    Arne

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