Braucht man für den Traumpfad München Venedig ein Klettersteigset?

16. März 2015   //   4 Kommentare
Klettersteigset Traumpfad München Venedig Outdoor Blog BergReif

Ich wurde in letzter Zeit häufiger angesprochen und gefragt, ob für die Wanderung über den Traumpfad von München nach Venedig ein Klettersteigset notwendig ist. Wir sind die Fernwanderung im Sommer 2014 komplett begangen und waren vollkommen begeistert.

Es gibt mehrere Etappen auf denen bestimmte Passagen mit Trittbügeln und Stahlseilen versichert sind. Dazu zählen:

  • Der mit Drahtseilen versicherte Weg über die Achselköpfe
    Etappe 3: Bad Tölz – Tutzinger Hütte
  • Der mit Drahtseilen und Trittbügeln versicherte Abstieg vom Schlauchkarsattel.
    Etappe 6: Karwendelhaus – Hallerangerhaus
  • Der lange und steile Abstieg von der Friesenbergscharte, ebenfalls mit Drahtseilen und Trittbügeln versichert.
    Etappe 10: Tuxerjochhaus – Olperer Hütte
  • Der Aufstieg über den kurzen Klettersteig über die Nives-Scharte, mit Drahtseilen, Trittbügeln und einer Leiter versichert.
    Etappe 15: Schlüterhütte -Puezhütte
  • Der Aufstieg über den Klettersteig zur Piscardu-Hütte, mit Stahlseilen und Trittbügeln versichert.
    Etappe 16: Puezhütte – Boehütte/ oder Capanna Fassa
  • Der anspruchsvolle Klettersteig an der Schiara, der Erfahrung mit Klettersteigen erfordert.
    Etappe 22: Rifugio Pian de Fontana – Rifugio 7° Alpini

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Abstieg von der Friesenbergscharte auf dem Weg von München nach Venedig

Wir haben bis auf den Schiara Klettersteig alle mit Drahtseilen und Steigbügeln versicherte Passagen ohne den Einsatz eines Klettersteigsets gemeistert. Dieses ist meiner Meinung auf für jeden Wanderer möglich der über Schwindelfreiheit und Trittsicherheit verfügt. Wer sich nicht sicher ist, ob er über die genannten Eigenschaften verfügt, kann sich auf der Etappe von Bad Tölz zur Tutzinger Hütte auf den Weg über die Achselköpfe begeben. Dieser Abschnitt ist ein guter Test für die kommenden, versicherten Kletterpassagen.

Der Einsatz der Hände ist bei allen genannten Abschnitten nötig und Höhenangst sollte man nach Möglichkeit auch nicht haben. Besonders der Abstieg von der Friesenbergscharte verlangt nach Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Da dort aber fast durchgängig ein Stahlseil gespannt ist, lässt sich auch dieser Weg gut ohne zusätzliche Sicherung meistern.

Einen guten Eindruck von den versicherten und teils ausgesetzten Passagen könnt ihr in unserem Film zu unserer Traumpfad Wanderung von 2014 sehen:

Traumpfad München Venedig wandern Klettersteigset Klettersteig
Mit Trittbüglen und Stahlseil versicherter Aufstieg zur Piscardú Hütte

Klettersteigset Traumpfad München Venedig – Schiara

Anders sieht das bei dem anspruchsvollen Klettersteig an der Schiara in Etappe 22 aus. Dort geht es über mehrere Stunden erst 100 Höhenmeter hinauf und anschließend 600 Höhenmeter hinab im Schwierigkeitsgrad KS-3C. Aufgrund der Ausgesetztheit mancher Abschnitte sollte der Schiara Klettersteig nur mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung begangen werden. Wir haben uns daher dagegen entschieden und sind die im Rother-Wanderführer beschriebene Umgehung gegangen.

Tipp

Wenn ihr unbedingt den Klettersteig an der Schiara gehen, aber nicht den gesamten Weg das Klettersteigset mitschleppen wollt, dann könnt ihr eure eigene Ausrüstung ins Rifugio San Sebastino am Passo Duran schicken lassen, oder euch dort eins ausleihen.

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Wer schreibt hier?

Ich bin Alex. Im Sommer 2014 habe ich meine 7 Sachen gepackt und bin auf der Suche nach einer Auszeit auf dem Traumpfad von München nach Venedig über die Alpen gewandert. Nach diesen 34 Tagen waren die Berge und das (Fern-)Wandern einfach nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken. Heute bin ich immer dann am glücklichsten, wenn der Rucksack gepackt ist und ich wieder auf Tour gehe. Ich bin chronisch neugierig, interessiere mich für fast alle Arten von Outdoor-Ausrüstung und Outdoor-Tipps. Und das was ich dabei so alles lerne, möchte ich mit Dir hier auf BergReif teilen!

4 Kommentare

  1. Hallo Alex,

    nachdem ich plane den Traumpfad von München nach Venedig zu gehen (Evtl. steige ich auch erst später ein, da ich im Münchener Südland wohne und evtl. auch von ‚zu Hause‘ aus starte). Nur einfach nachmachen ist nicht so das meine, weshalb ich einige Änderungen vorhaben. So will ich meinen kleinen Hund (Leicht vergrößerter Dackel mit irgendwas hyperaktivem eingekreutzt) mit auf die Tour nehmen und Sie (Paula) läuft auch schon fleissig jeden zweiten Tag mit Herrchen, wenn der zum Joggen geht (und überholt ohne zu hecheln rechts :-( ). Mir ist klar, dass Sie nicht alle Passagen selber laufen kann, nur fehlt mir ein wenig die Einschätzung. Man sieht in Deinem Film, dass es hier und da ganz lustige Stellen gibt, die mein Hund definitiv nicht schaffen kann. Mir stellt sich nur die Frage, ob das die schlimmsten Teile der Etappe sind und ich den Hund da kurz drüberheben kann oder ob ich ihn mir mit einem selbstgenähten Tragetuch vor die Brust schnallen muss, damit er die ganze Etappe nicht kraxeln muss.

    Ausserdem plane ich mit einem UL-Zelt zu starten. Einerseits weil es da keinen Herbergsvater gibt, der mir den Hund raussperrt und andererseits um mich auch von den Etappen ein wenig zu ‚entkoppeln‘. So kann ich mal 1,8 Etappen machen und am nächsten Tag nur 0,3 Etappen ;-). Nur gibt es nach Deiner Einschätzung wirklich in allen Bereich Möglichkeiten zum campen oder gibt es Etappe x bis y wo man sich wirklich an die Hütten halten soll?

    Viele Grüße,

    Magnus

    1. Hi Magnus,

      soweit ich weiß, kann man die schwierigsten Passagen auch auf alternativ Routen umgehen. Das war im Rother Wanderführer ganz gut beschrieben.
      Zum zelten: Es gab zwischen Glungezer – Lizumer und Tuxer Jochhaus ein Militärgebiet, indem vom zelten strengstens abgeraten wird. Haben ein paar Storys von Schießübungen und horrenden Geldstrafen in dem Gebiet gehört. Ansonsten ist mir auf der Tour nichts dergleichen aufgefallen. Wir hatten aber auch kein Zelt dabei und sind nicht mit dem „Zeltblick“ gelaufen ;)

      LG und viel Erfolg bei eurer Tour!
      Alex

  2. Hola Alex,

    die Route groß umgehen wollte ich mir eigentlich sparen. Was geht, möchte ich mit Paula laufen. Nur wenn man stundenlang im Fels hängt, hat es mit Paula relativ wenig Sinn, ich müsste erst hochlaufen und das Gepäck hochtragen, dann wieder runter, Paula aufrüsten und wieder hoch. Während ich ohne Paula unterwegs wäre (zum Gepäck hochtragen), würde diese unten 7 Nerventode sterben – das hätte keinen Sinn. Aber mal eine Leiter zweimal hochkraxeln oder ähnliches – da wäre kein Problem.
    Und das mit dem Sperrgebiet war mir relativ klar. Aber wenn ich sündhaft teures Geld für ein UL-Zelt ausgebe, dann will ich auch nicht, dass das irgendein Soldat in ein UL-Campingsieb ummodelt, welches man erheblich günstiger kaufen könnte ;-)

    Viele Grüße,

    Magnus

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